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Politischer Wohnbau in Hohenau

Geschrieben von Helmut71 , 27 Februar 2011 · 716 Aufrufe

Vor einigen Tagen ist mir ein Artikel im NÖ Anzeiger über Hohenau ins Auge gestochen:

"Hohenau kämpft um jeden einzelnen Einwohner"

Sehr theatralisch beklagt hier der Bürgermeister, wie sehr Hohenau vom Land NÖ benachteiligt wird. Seit drei Jahren (!!) werde versucht, Wohnbau in Hohenau vom Land NÖ fördern zu lassen - ohne Erfolg.
Nun nehme man die Sache in die eigene Hand und errichte fünf Reihenhäuser am ehm Sportplatz auf eigene Faust - OHNE Landesförderung.

Der Gestaltungsbeirat des Landes, der alle eingereichten Projekte unter die Lupe nimmt, um überhaupt für die Vergabe von Wohnbauförderungsmittel vorgesehen zu werden, war vom Hohenauer Projekt begeistert. Doch leider fiel man seit damals bei drei Vergabesitzungen durch den Rost.


Siehe auch http://www.hohenau-m...ent/view/793/2/

Den schwarzen Peter hat also wieder das Land NÖ, das uns Hohenauer nicht zu mögen scheint :D

Liest man jedoch die Replik im Onlineforum des NÖ-Anzeigers des Hohenauer ÖVP-Gemeinderats Matthias Hofer, sieht die Sache etwas anders aus:

Es ist einfach nicht wahr, dass es in Niederösterreich keine Wohnbauförderung mehr gibt! Wahr ist vielmehr, dass sich die Gemeinde Hohenau seit langer Zeit weigert, eine in NÖ ansässige Siedlungsbaugenossenschaft zu beauftragen. Warum auch immer, Bgm. Freitag setzt trotz mehrfacher Hinweise des Landes weiter auf eine burgenländische Siedlungsbaugenossenschaft. Übrigens eine Subfirma jener Siedlungsbaugenossenschaft, die bis jetzt JEDES Wohnbauprojekt in Hohenau durchgeführt hat ... man kennt einander eben ...

Warum es auch in diesem Fall wiederum die Burgenländische Siedlungsbaugenossenschaft sein muss, konnte bzw. wollte Bgm. Freitag schon vor vielen Monaten auf Anfrage nicht erklären. Dass aber das Land NÖ nicht ein Unternehmen fördert, dass seine Steuern und Abgaben im Burgenland und eben nicht in NÖ abliefert, wird wohl jedem einleuchten! Eine Vorgangsweise, die auch in anderen Bundesländern üblich ist.
Aufgrund der Sturheit der Gemeindeführung gibt es nun keine Förderung für das Hohenauer Projekt, die Mieten werden daher sicher nicht günstiger ...

GGR Mag. Matthias Hofer, Hohenau


Leistbarer Wohnraum ist wichtig.
Ebenso wichtig ist es aber, Parteipolitik dann aus dem Spiel zu lassen, wenn es dem Wohl der eigenen Gemeinde dient. Es mag zwar politisch opportun sein, das Land NÖ und den ÖVP-Landeshauptmann im roten Hohenau konsequent als Feindbild aufzubauen - besonders klug ist es nicht. Fördergelder, zB für Gelsenregulierung, werden so nicht üppiger fließen.
Sollte es also stimmen, dass die Gemeindeführung aus parteipolitischen Motiven auf Wohnbaufördergelder bewusst verzichtet, so ist dies wohl mit ein Grund, wieso sich die "Negativspirale" in Hohenau unaufhörlich weiter dreht....