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Am Abstellgleis

Geschrieben von Helmut71 , 22 Dezember 2010 · 576 Aufrufe

Schlagzeile in der NÖN
Nachtzug-Plan ist gescheitert

Zur Vorgeschichte: Im Zuge des GR-Wahlkampfes entdeckte die ÖVP Hohenau das Thema "Nachtbus zu Diskotheken" für sich. Nach einer - angeblich repräsentativen - Umfrage unter Jugendlichen kam rasch heraus, dass die Doskothek Sachs in Altlichtenwarth (www.disco-sachs.at) Hauptanziehungspunkt der Jugendlichen sei. Man griff kurzerhand auf eine parteieigene ÖVP-Initiative zurück, den sog. N8buzz (siehe www.n8buzz.at) und wollte diese für Hohenau & Umgebung adaptieren. Unterstützung fand dies in erster Linie bei schwarzen Bürgermeistern und Gemeinderäten.

Die Idee wurde entsprechend medial platziert, sogar eine Facebook-Gruppe wurde gegründet (http://www.facebook....id=173471627444)

Weil man aber in Zeiten von Wahlkämpfen Ideen politischer Gegner nicht zustimmen kann, dachte sich die SPÖ Hohenau kurzerhand ein Gegenkonzept aus - den Nachtzug. Unterstützt wiederum von einigen roten Bürgermeistern der Umgebung. Dieser sollte Theater- oder Konzertbesucher in Wien nach 22:00 Uhr sicher nach Hause bringen.

Zwei sinnvolle Ideen waren geboren!

Was folgte, waren mediale Schlagabtäusche und Diskussionen im Gemeinderat Hohenau. Die SPÖ Hohenau entdeckte dabei plötzlich ihre Liebe zur ortsansässigen Diskothek Stadlbauer, der man ja nicht "die Jugendlichen vor der Nase wegführen könne". Konkrete Beschlüsse wurden keine gefasst, man konnte sich auch auf kein gemeinsames Projekt einigen. Nach geschlagener Gemeinderatswahl wurde das Thema dann uninteressant und zur Nebensache.

Die Idee Nachtbus verlief mangels Unterstützung im Sande.
Nun folgte das unrühmliche Aus auch für den Nachtzug: via NÖN wurde bekannt gegeben, dass das Projekt Nachtzug gescheitert sei. Mit teils skurilen Begründungen:

Ein Schreiben von Freitag ging an alle Bürgermeister entlang der Nordbahn. Diese sollten das Projekt ihren Gemeinderäten präsentieren und zur Diskussion stellen. Bei einem kürzlichen Treffen am 16. November, bei dem alle Bürgermeister der Nordbahngemeinden geladen waren, sollten Nägel mit Köpfen gemacht werden.
Freitag: „Leider haben viele Gemeinden dieses Projekt abgelehnt, einige Bürgermeister sind gar nicht zur Besprechung erschienen.“ Nur Rabensburg, Hohenau, Drösing, Jedenspeigen und Dürnkrut zeigten Interesse an dem Projekt. Ein eklatantes Nord-Süd-Gefälle ist augenscheinlich. „Ohne die großen Gemeinden Gänserndorf, Strasshof und Deutsch-Wagram ist das Projekt Nachtzug aber leider nicht möglich. Ich weiß, dass alle Gemeinden aus dem letzten Loch pfeifen, trotzdem schade um diese Chance“, so Freitag.


Quelle: NÖN, siehe http://www.noen.at/l...l/art2633,16563

Die Gemeinden bis Gänserndorf haben mit der S1, die um 0:37 in Gänserndorf ankommt, eigentlich ohnehin ihren Nachtzug, es ist verständlich, dass sie hier nicht mittzahlen wollen. Als Sündenböcke sind sie aber ganz gut geeignet.

Was unterm Stricht bleibt, ist Frustration und Enttäuschung. Jugendliche Diskobesucher sind weiterhin oft auf das unsichere Verkehrsmittel Auto angewiesen; Nachtschwärmer, die in Wien gerne länger ausgehen würden um dann sicher mit der ÖBB nach Hause zu gelangen, schauen durch die Finger.
Ein hervorragendes Beispiel dafür, wie grandios Initiativen scheitern, wenn das eigene Ego und Parteiinteressen größer sind als der Wille, Positives zu bewirken.

ps: und dann wundert man sich, dass viele Jugendliche daran denken, hier wegzuziehen?