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Helmut71
07.10.2009, 06:11
Gestern wurde der mit Spannung erwartete neue ÖBB-Fahrplan präsentiert.



ÖBB: Weniger Züge, mehr Pünktlichkeit
Die ÖBB haben den neuen Fahrplan präsentiert. Die gefahrenen Kilometer werden um etwa 4,5 Prozent reduziert. Wie viele der 2.500 täglichen Züge in der Ostregion gestrichen werden, konnten die ÖBB aber nicht sagen.

ÖBB: Schwach frequentierte Züge streichen
Nach Aussage der ÖBB sind die positiven Seiten des neuen Fahrplans: mehr Angebote auf der Südbahn, eine bessere Verbindung Amstetten - Waidhofen sowie die Franz-Josefs-Bahn, die wieder auf ihrer normalen Strecke fährt.
Der Regionalmanager des ÖBB-Personenverkehrs, Michael Fröhlich, betonte bei der Präsentation des ab 14. Dezember gültigen Fahrplans: "Wir werden keine Maßnahmen setzen, die im Morgen- oder im späten Nachmittagsverkehr die Fahrgewohnheiten unserer Pendler beeinflussen."
Die ÖBB würden sich bemühen, Einsparungsmaßnahmen vor allem in schwach frequentierten Zügen zu setzen.

Änderungen bei Franz-Josefs-Bahn
Die gravierendste Änderung im neuen Fahrplan betrifft die Franz-Josefs-Bahn, wo nach dem Abschluss der Arbeiten an der Tullner Donaubrücke die Wiedereinführung des Fahrplanmodells 2008 möglich ist. Die Züge fahren somit wieder bis zum Wiener Franz-Josefs-Bahnhof und halten in Wien-Heiligenstadt (Umstieg zur U4) und Wien-Spittelau (Umstieg zu U6).

Neue Verbindungen auf der Südbahn
Auf der Südbahn werden den Kunden zwei zusätzliche Direktverbindungen Payerbach - Gloggnitz - Wr. Neustadt - Wien zur Verfügung stehen, die mit einer Fahrzeit von z. B. 52 Minuten zwischen Gloggnitz und Wien-Meidling ein sehr attraktives Angebot darstellen. Zwischen Wiener Neustadt und Wien-Meidling ersetzen neue IC-Züge teilweise REX-Züge, wodurch sich in diesem Abschnitt der Südbahn ein verbessertes Sitzplatzangebot ergibt. Deshalb enden auch die Züge der Aspangbahn außerhalb der Hauptverkehrszeit zumeist in Wr. Neustadt, um hier eine Umstiegsmöglichkeit zu bieten.


Einsparungen auch auf Westbahn
Die schlechte Nachricht: Mehr Strecken mit Schienenersatzverkehr, und es wird weniger Züge geben, zum Beispiel auf der Strecke Wien - Bratislava und auf der Westbahn.
ÖBB-Regionalmanger Michael Fröhlich sagt zu den Gründen, dass er es nicht beschönigen möchte, aber die Pünktlichkeit der Züge den Erwartungen derzeit nicht entspreche.
Das heißt laut ÖBB: Weniger Züge und damit mehr Pünktlichkeit.

Änderungen auf der Westbahn
Zur Hebung der Pünktlichkeit verkehren auf der Inneren Westbahn zwischen St. Pölten und Wien bis zur Eröffnung der Neubaustrecke Wien - St. Pölten etwas weniger Züge. Die S50 verkehrt im Stundentakt (bisher 30-Minuten-Takt), die Regionalzüge übernehmen jedoch die Halte der entfallenen S-Bahnen.
Dies bedeutet für die Fahrgäste des Regionalzuges eine bis zu zehn Minuten längere Fahrzeit. Gleichzeitig wird die S50 von Tullnerbach-Pressbaum nach Rekawinkel verlängert.

Einsparungen und Kürzungen auch in Wien
Bereits Montagabend wurde der Winterfahrplan für die Bundeshauptstadt präsentiert, und auch dort wird es einige Kürzungen geben, von denen viele Pendler aus NÖ betroffen sind.
Mit dem Baustart für den neuen Hauptbahnhof am 13. Dezember wird der Wiener Südbahnhof Geschichte.
Der Knackpunkt 2010 wird der Bahnhof Wien-Meidling, der den aufgelassenen Südbahnhof ersetzen muss. Alle Züge im Fern- und Nahverkehr haben künftig dort Endstation.

Bahnhofsbau Wien: Schienenersatzverkehr
Durch Einschränkungen im Zusammenhang mit der Errichtung des neuen Hbf. Wien werden die Züge der Inneren Aspangbahn ab Maria Lanzendorf im Schienenersatzverkehrsbus auf direktem Weg bis Wien Südtiroler Platz fahren. Dadurch wird weiterhin der Betrieb auf der inneren Aspangbahn sichergestellt, die Gesamtreisezeit für die Fahrgäste erhöht sich nicht. Die Bedienung mit dem Bus bis zum Südtiroler Platz hat für die Fahrgäste den Zusatzvorteil, dass sie rasch die innerstädtischen Verkehrsmittel erreichen, da am Südtiroler Platz direkt in die S-Bahn bzw. in die U1 sowie die Straßenbahnlinien 6, 18 und 0 umgestiegen werden kann.

Weitere Änderungen im neuen Fahrplan
Auf der Pottendorfer Linie ergibt sich durch die Drehung des S-Bahn-Zweistundentaktes am Wochenende eine annähernd einstündliche Bedienung von Ebenfurth. Eine geänderte Bedienung von Ebreichsdorf soll eine Entspannung der Fahrzeiten und eine Reduktion der Verspätungen nach sich ziehen.
Im Verkehr zwischen Wien und Bratislava gibt es eine geringfügige Reduktion des Angebots Da die Nachfrage in den betroffenen Zügen leider sehr gering ist, kann die PV AG diese Züge nicht eigenwirtschaftlich fahren.
Fünf Zugspaare in Tagesrandzeiten werden nicht mehr verkehren, die Linie über Bruck an der Leitha wird am Wochenende zweistündlich angeboten.
Die zweistündliche Verbindung Gänserndorf - Marchegg - Bratislava wird im neuen Fahrplan nur im Abschnitt Gänserndorf - Marchegg geführt, wobei in Marchegg ein optimaler Umstieg auf den Regionalexpress nach Bratislava gewährleistet ist.
Allerdings bietet die PV AG im Verkehr zwischen Wien und Bratislava an Werktagen weiterhin ca. 35 Züge je Richtung mit einer Fahrzeit von ca. einer Stunde.
Auf der Rudolfsbahn zwischen Amstetten und Waidhofen an der Ybbs werden durch eine Änderung im Fahrplanangebot am Nachmittag neue Verbindungen auf der Relation Linz - Waidhofen an der Ybbs angeboten. Das bedeutet eine deutliche Verbesserung für Pendler auf dieser Relation.


Quelle: ORF