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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neues zu Kreisgrabenanlagen



Helmut71
16.06.2009, 12:07
Zu den im Weinviertel im Weinviertel recht häufigen Kreisgrabenanlagen gibt es neue wissenschaftliche Erkenntnisse.



Kreisgrabenanlagen könnten Kalender sein
Untersuchungen von 40 Kreisgrabenanlagen lassen darauf schließen, dass diese Anlagen vor 6.000 Jahren als Kalender dienten. Jetzt will man weitere Kreisgrabenanlagen untersuchen, um den Beweis für die steinzeitlichen Kalender zu finden.

Anlagen nach Sternenbildern errichtet
Kreisgrabenanlagen aus Stein oder Holz findet man vor allem im Weinviertel wie etwa in Steinabrunn, Immendorf oder Hornsburg.
Für die Wissenschafter zeigt sich nun immer deutlicher, dass diese Anlagen nach Sternenbildern wie beispielsweise den Plejaden errichtet wurden, erklärt der Archäologe Wolfgang Neubauer von der Universität Wien.
"Wir können davon ausgehen, dass zum Beispiel die Plejaden beobachtet wurden, um den Frühlingsbeginn festzulegen", sagt Neubauer.

Weitere Anlagen werden untersucht
Aber nicht nur die Jahreszeiten, sondern auch die Sommer- und Wintersonnenwende dürften die Steinzeitmenschen mit Hilfe ihrer Kreisgräben berechnet haben.
Gemeinsam mit Astronomen wollen die Archäologen nun weitere Anlagen in Niederösterreich untersuchen: Das nächste größere Projekt ist die Kreisanlage in Altruppersdorf bei Poysdorf.
"Die Anlage in Altruppersdorf zeichnet sich dadurch aus, dass die Sonne hier hinter dem so genannten Staatzer Burgberg untergeht - ein Inselberg, der in der Landschaft wie eine Pyramide steht. Vom Kreisgraben aus gesehen geht die Sonne zu bestimmten Daten im Jahr genau hinter dieser pyramidenartigen Felsformation unter", erklärt Wolfgang Neubauer.

Muss Geschichte neu geschrieben werden?
Mit Hilfe von Computer-Simulationsprogrammen will man den wissenschaftlichen Beweis für die steinzeitlichen Kalender erbringen. Ist der Beweis erbracht, müssten wohl auch die Geschichtsbücher neu geschrieben werden.
Denn die Kreisanlagen in Niederösterreich sind 2.000 Jahre älter als die bekannten Steinringe von Stonehenge in England. Außerdem wäre es der Beweis, dass die Steinzeitmenschen nicht so primitiv waren wie bisher angenommen wurde.
"Man kann sehr plakativ sagen: Stonehenge ist von gestern, die Kreisgrabenanlagen sind von vorgestern. Die Kenntnis dieser astronomischen Ereignisse zeigt, dass hier eine Gesellschaft in Niederösterreich über 300 Jahre gelebt hat, die bereits einen sehr hohen Kulturstand erreicht hat", sagt Neubauer.



Quelle: ORF

Harlekin
31.07.2009, 09:57
Ich kann nicht so recht an die Geschichte von den Kalendern glauben....
Zeitpunkt der Aussaat und Ernte usw...
Einerseits gesteht man den Altvorderen zu, die Stellungen der Plejaden abzukupfern (mit Sonnenscheiben, Mondscheiben oder auch Kreisgrabenanlagen) andererseits gesteht man ihnen nicht zu, den richtigen Zeitpunkt der Aussaat zu kennen ohne die Sterne oder den Sonnenstand zu befragen. Von der Ernte gar nicht zu reden...
Kultbau, Opferstätte lass ich mir alles einreden, aber Zeitpunkt für Aussaat und Ernte??
Aber "Die Geschichtsbücher müssen neu geschrieben werden" ist natürlich eine Aussage, die plakativ genug ist, um Fördertöpfe für Ausgrabungen zu öffnen, bin nur gespannt, ob sie dann auch neu geschrieben werden... die Bücher...
Die gerade finalisierten Ausgrabungen zwischen Großkrut und Walterskirchen geben ja angeblich auch Anlass die Bücher neu... vielleicht will mans auf einmal machen und wartet zusammen, Neues in Geschichtsbüchern suche ich seit Jahren vergeblich... und verbissen....