Helmut71
15.06.2009, 10:50
Laut einem Bericht im NÖ Anzeiger kam es bei der SPÖ Mistelbach zu einer "Revolte", die mit einem neuen Spitzenkandidaten für die GR-Wahl 2010 endete.
Bei der Sitzung der Mistelbacher Stadt-SPÖ wurde vergangenen Mittwoch überraschend GR Herbert Ettenauer als Spitzenkandidat für die Gemeinderatswahlen nominiert.
MISTELBACH. Um eine Kampfabstimmung zu verhindern, zog der bisherige Favorit und Vizebgm. Alfred Englisch seine Kandidatur zurück – und Ettenauer wurde einstimmig vorgeschlagen. Da Englisch nicht mehr für die Funktion des Spitzenkandidaten zur Verfügung steht, erwartet man sich von der heutigen Sitzung (10. Juni) der gesamten Gemeinde-SPÖ keine Überraschungen. „Ich nehme an, die Ortsparteien werden dem Vorschlag der Stadtpartei folgen“, sagte vorab die ebenfalls neu designierte Stadtparteivorsitzende Renate Knott. Sie übernahm das Amt vom früheren Nationalratsabgeordneten Werner Kummerer, der sich selbst ab sofort als „Polit-Pensionisten“ sieht. Damit hat die sanfte Revolte an der Basis der Stadt-SPÖ zu einer deutlichen Veränderung des roten Teams geführt. Walter Weinerek, der bisher in einer Art „Kronprinzenrolle“ gesehen wurde, hatte schon im Herbst angekündigt, nicht der Spitzenkandidat für die Gemeinderatswahlen im Frühling 2010 sein zu wollen.
„Englisch hat mit seinem Rückzug absolute Größe gezeigt“, sagt NR und Bezirksparteivorsitzender Hubert Kuzdas.
Anders als beispielsweise in Bockfließ, wo die Genossen ihren eigenen Vizebürgermeister Johann Reil nach 30 Jahren im Gemeinderat mehr oder weniger unsanft „abmontiert“ haben.
Optimiert die SPÖ im Bezirk nun ihre Teams für die Gemeinderatswahlen, nachdem auch die ÖVP bereits etliche Bürgermeister ausgetauscht hat? „Natürlich sehen wir dort, wo es besonders knapp ist, nach, ob wir mit dem besten Spitzenkandidaten ins Rennen gehen“, bestätigt Kuzdas. So ist beispielsweise in Wolkersdorf noch eine Umstrukturierung in der Partei zu erwarten – um nur ein Beispiel zu nennen.
Doch zurück nach Mistelbach: Laut neuer Stadtvorsitzenden Renate Knott wird man über das künftige Verhältnis zur ÖVP noch beraten. Englisch wurde ja immer wieder vorgeworfen, einen zu sanften Kurs mit Bürgermeister Christian Resch eingeschlagen zu haben. Diese wiederum bietet der SPÖ auch unter neuer Führung die Zusammenarbeit an. Eine spannende Wahl steht bevor.
Ewald Schingerling
Quelle: NÖ Anzeiger
Bei der Sitzung der Mistelbacher Stadt-SPÖ wurde vergangenen Mittwoch überraschend GR Herbert Ettenauer als Spitzenkandidat für die Gemeinderatswahlen nominiert.
MISTELBACH. Um eine Kampfabstimmung zu verhindern, zog der bisherige Favorit und Vizebgm. Alfred Englisch seine Kandidatur zurück – und Ettenauer wurde einstimmig vorgeschlagen. Da Englisch nicht mehr für die Funktion des Spitzenkandidaten zur Verfügung steht, erwartet man sich von der heutigen Sitzung (10. Juni) der gesamten Gemeinde-SPÖ keine Überraschungen. „Ich nehme an, die Ortsparteien werden dem Vorschlag der Stadtpartei folgen“, sagte vorab die ebenfalls neu designierte Stadtparteivorsitzende Renate Knott. Sie übernahm das Amt vom früheren Nationalratsabgeordneten Werner Kummerer, der sich selbst ab sofort als „Polit-Pensionisten“ sieht. Damit hat die sanfte Revolte an der Basis der Stadt-SPÖ zu einer deutlichen Veränderung des roten Teams geführt. Walter Weinerek, der bisher in einer Art „Kronprinzenrolle“ gesehen wurde, hatte schon im Herbst angekündigt, nicht der Spitzenkandidat für die Gemeinderatswahlen im Frühling 2010 sein zu wollen.
„Englisch hat mit seinem Rückzug absolute Größe gezeigt“, sagt NR und Bezirksparteivorsitzender Hubert Kuzdas.
Anders als beispielsweise in Bockfließ, wo die Genossen ihren eigenen Vizebürgermeister Johann Reil nach 30 Jahren im Gemeinderat mehr oder weniger unsanft „abmontiert“ haben.
Optimiert die SPÖ im Bezirk nun ihre Teams für die Gemeinderatswahlen, nachdem auch die ÖVP bereits etliche Bürgermeister ausgetauscht hat? „Natürlich sehen wir dort, wo es besonders knapp ist, nach, ob wir mit dem besten Spitzenkandidaten ins Rennen gehen“, bestätigt Kuzdas. So ist beispielsweise in Wolkersdorf noch eine Umstrukturierung in der Partei zu erwarten – um nur ein Beispiel zu nennen.
Doch zurück nach Mistelbach: Laut neuer Stadtvorsitzenden Renate Knott wird man über das künftige Verhältnis zur ÖVP noch beraten. Englisch wurde ja immer wieder vorgeworfen, einen zu sanften Kurs mit Bürgermeister Christian Resch eingeschlagen zu haben. Diese wiederum bietet der SPÖ auch unter neuer Führung die Zusammenarbeit an. Eine spannende Wahl steht bevor.
Ewald Schingerling
Quelle: NÖ Anzeiger