Helmut71
14.05.2009, 10:55
Der Plan für ein neues Einkaufszentrum in Hollabrunn sorgt derzeit für politische Turbulenzen.
Einkaufszentrum: Erster Plan erhitzt die Gemüter
HOLLABRUNN / Anrainer-Sorgen wegen Verkehr, Sicherheit, Abgasen und Lärm im Zentrum. Umwidmung bereits im Juni?
VON CHRISTOPH REITERER
Unter dem kryptischen Titel „Änderung des bestehenden Raumordnungsprogrammes für die KG Hollabrunn“ liegt ein Projekt zur öffentlichen Begutachtung im Bauamt auf, hinter dem sich nichts Anderes als das neue Einkaufszentrum (EKZ) im Bereich des ehemaligen Stenzl-Hauses verbirgt. Die vorliegenden Pläne gaben Anlass für hitzige Diskussionen.
Schon länger geistern die Gedanken um ein neues EKZ in Hollabrunn herum. Jetzt gibt es ein erstes Konzept von Dr. Reinhold Frasl – jenem Geschäftsmann, der das Projekt umsetzen möchte. Vergangene Woche tagte zu diesem Thema eine Sondersitzung des Arbeitskreises Verkehr, zu der zahlreiche Anrainer und alle Fraktionen des Gemeinderates erschienen waren. Die Skepsis war groß. Bereits etablierte Geschäftsleute fürchten Einbußen. Abgase und Lärm bereiten den Nachbarn Kopfzerbrechen. Fußgänger und Zweiradfahrer würden von der Verkehrslast erdrückt.
Die VP um Bürgermeister Helmut Wunderl will aber schon in der nächsten Gemeinderatssitzung die nötige Umwidmung beschließen. Der Stadtchef selbst war gekommen, um das Projekt kurz vorzustellen und verhehlte nicht, dass das zweigeschoßige EKZ eine Verkehrssteigerung im Zentrum um 80 Prozent mit sich bringen würde. 380 Parkplätze auf zwei Ebenen wären vorgesehen. Und: Eine Einfahrt zum EKZ würde über den bestehenden Spielplatz des Kindergartens Brunnthalgasse führen, der seinerseits verlegt werden müsste.
SPÖ, FPÖ und Grüne auf Seite einer Bürgerinitiative
„Eine Schnapsidee, die Kinder die Auspuffgase einatmen zu lassen“, schüttelt FP-Stadtrat Wolfgang Scharinger den Kopf. Der Standort in der Nähe von Kindergarten und Pensionistenheim sei schlichtweg nicht passend. Die anrollende Verkehrslawine würde für die Anrainer einen Verlust von Lebensqualität und Grundstückswert bedeuten.
„Das sind Ideenstudien und keine ausgereiften Pläne“, hadert SP-Stadtrat Hubert Giracek. Solche sollten erst in den Stadt-Gremien vorgestellt werden, meint er und fürchtet: „Erst wird gewidmet und dann heißt es, wir können nicht mehr zurück.“
Auch Grünen-Stadtrat Manfred Weigel fürchtet, dass versucht wird, „hintenrum etwas durchzuschummeln“. Er betont aber auch, dass die Opposition kein politisches Kleingeld aus der Thematik schlagen will. „Alle drei Parteien widmen sich diesem Projekt konstruktiv und unterstützen die gerade in Gründung befindliche Bürgerinitiative. Auch ein Initiativantrag für eine neuerliche Auflage eines geänderten Planes wird unterstützt. 172 Unterschriften sind dafür notwendig.
„Die Chance auf ein innerstädtisches Einkaufszentrum bekommt man nicht alle Tage“, betont indes Wunderl. Für den Verkehr müsse es aber eine andere Lösung geben. Und, so die Forderung an Frasl: „Die Lösung darf der Gemeinde nichts kosten.“ Grundsätzlich sei man aber bereit, die nötigen Liegenschaften, die sich noch im Gemeindebesitz befinden, an den EKZ-Planer abzutreten und die Umwidmung durchzuführen. Denn schließlich müsse es auch eine Planungssicherheit geben.
Quelle: NÖN
Einkaufszentrum: Erster Plan erhitzt die Gemüter
HOLLABRUNN / Anrainer-Sorgen wegen Verkehr, Sicherheit, Abgasen und Lärm im Zentrum. Umwidmung bereits im Juni?
VON CHRISTOPH REITERER
Unter dem kryptischen Titel „Änderung des bestehenden Raumordnungsprogrammes für die KG Hollabrunn“ liegt ein Projekt zur öffentlichen Begutachtung im Bauamt auf, hinter dem sich nichts Anderes als das neue Einkaufszentrum (EKZ) im Bereich des ehemaligen Stenzl-Hauses verbirgt. Die vorliegenden Pläne gaben Anlass für hitzige Diskussionen.
Schon länger geistern die Gedanken um ein neues EKZ in Hollabrunn herum. Jetzt gibt es ein erstes Konzept von Dr. Reinhold Frasl – jenem Geschäftsmann, der das Projekt umsetzen möchte. Vergangene Woche tagte zu diesem Thema eine Sondersitzung des Arbeitskreises Verkehr, zu der zahlreiche Anrainer und alle Fraktionen des Gemeinderates erschienen waren. Die Skepsis war groß. Bereits etablierte Geschäftsleute fürchten Einbußen. Abgase und Lärm bereiten den Nachbarn Kopfzerbrechen. Fußgänger und Zweiradfahrer würden von der Verkehrslast erdrückt.
Die VP um Bürgermeister Helmut Wunderl will aber schon in der nächsten Gemeinderatssitzung die nötige Umwidmung beschließen. Der Stadtchef selbst war gekommen, um das Projekt kurz vorzustellen und verhehlte nicht, dass das zweigeschoßige EKZ eine Verkehrssteigerung im Zentrum um 80 Prozent mit sich bringen würde. 380 Parkplätze auf zwei Ebenen wären vorgesehen. Und: Eine Einfahrt zum EKZ würde über den bestehenden Spielplatz des Kindergartens Brunnthalgasse führen, der seinerseits verlegt werden müsste.
SPÖ, FPÖ und Grüne auf Seite einer Bürgerinitiative
„Eine Schnapsidee, die Kinder die Auspuffgase einatmen zu lassen“, schüttelt FP-Stadtrat Wolfgang Scharinger den Kopf. Der Standort in der Nähe von Kindergarten und Pensionistenheim sei schlichtweg nicht passend. Die anrollende Verkehrslawine würde für die Anrainer einen Verlust von Lebensqualität und Grundstückswert bedeuten.
„Das sind Ideenstudien und keine ausgereiften Pläne“, hadert SP-Stadtrat Hubert Giracek. Solche sollten erst in den Stadt-Gremien vorgestellt werden, meint er und fürchtet: „Erst wird gewidmet und dann heißt es, wir können nicht mehr zurück.“
Auch Grünen-Stadtrat Manfred Weigel fürchtet, dass versucht wird, „hintenrum etwas durchzuschummeln“. Er betont aber auch, dass die Opposition kein politisches Kleingeld aus der Thematik schlagen will. „Alle drei Parteien widmen sich diesem Projekt konstruktiv und unterstützen die gerade in Gründung befindliche Bürgerinitiative. Auch ein Initiativantrag für eine neuerliche Auflage eines geänderten Planes wird unterstützt. 172 Unterschriften sind dafür notwendig.
„Die Chance auf ein innerstädtisches Einkaufszentrum bekommt man nicht alle Tage“, betont indes Wunderl. Für den Verkehr müsse es aber eine andere Lösung geben. Und, so die Forderung an Frasl: „Die Lösung darf der Gemeinde nichts kosten.“ Grundsätzlich sei man aber bereit, die nötigen Liegenschaften, die sich noch im Gemeindebesitz befinden, an den EKZ-Planer abzutreten und die Umwidmung durchzuführen. Denn schließlich müsse es auch eine Planungssicherheit geben.
Quelle: NÖN