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Charlemagne
31.03.2009, 06:57
Retz: Uran im Trinkwasser gefunden
Im Trinkwasser in Retz sind große Mengen an Uran entdeckt worden. Akute Gesundheitsgefahr besteht laut Experten nicht, dennoch sollen nun alle künftigen Trinkwasserproben in NÖ auf Uran untersucht werden. Der in Retz festgestellte Wert ist sechs Mal so hoch wie der von der WHO empfohlene Grenzwert.
Vermutlich geologische Ursachen
Im Wald- und Weinviertel hat man neben Retz auch in einigen anderen Brunnen Uranmengen im Grenzwertbereich von 15 Mikrogramm pro Liter Trinkwasser festgestellt, sagt Michael Jungwirth von der Abteilung Umwelthygiene des Landes NÖ.

Ein derartig hoher Wert wie in Retz mit 83 Mikrogramm pro Liter sei nach derzeitigem Stand ein Einzelfall und dürfte geologische Ursachen haben.

Eine Uran-Filteranlage, die bereits im Herbst in Betrieb gehen wird, soll das Schwermetall aus dem Wasser entfernen. Keine unmittelbare Gefahr für Bevölkerung
In der derzeitigen Trinkwasserverordnung ist eine Untersuchung nach dem leicht radioaktiven Metall Uran nicht enthalten. Das soll sich jetzt ändern.

Das Land NÖ hat den Wasserversorgern vorgeschrieben, den Wassergehalt auf Uran zu testen. Auch das Gesundheitsministerium möchte nun den Urangehalt des Wassers in Österreich untersuchen.

Unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung bestehe durch Uran nicht, allerdings könnte ein dauerhafter Konsum von mit Uran angereichertem Trinkwasser die Nierenfunktion beeinträchtigen, sagen Experten

quelle: orf.at

Samael
31.03.2009, 10:22
Sehr erschreckend, vor allem, wenn man kleine kinder oder säuglinge daheim hat. Kann mir nicht vorstellen, dass dies unbedenklich sein soll, auch wenn der grenzwert höher liegt.

Helmut71
31.03.2009, 11:51
Man muss dazu allerdings sagen, dass die Böhmische Masse uranreicher ist als andere Gebiete Österreichs.



Generell geht man davon aus, dass man mehr Uran in Grundwässern findet, die im Kontakt mit relativ Uran-reichen Gesteinen wie Graniten und Gneisen stehen (z.B. in den Zentralalpen – Hohen Tauern, und in der Böhmische Masse – Mühl- und Waldviertel). In den Karbonaten sollten die Gehalte gering sein. Nur in manchen Dolomiten (z.B. Hauptdolomit) soll der Urangehalt höher sein.


Quelle: www.umweltbundesamt.at (http://www.umweltbundesamt.at)

Da wurde früher sogar Uran abgebaut:
http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A1chymov

manfiHL
09.04.2009, 12:17
Uran in der gemessenen Dichte ist leider noch relativ unerforscht. Trinkwasser wird nur sehr selten überhaupt auf Uran untersucht. Die Platform gegen Atom Gefahren hat gemeinsam mit der grünen Gemeinderätin Helene Schrolmberger die Vorgänge in Retz aufgearbeitet und letzte Woche ging eine Informationszeitschrift mit Fakten an die betroffenen Haushalte. Ich hätte gerne das PDF dieser Zeitung hochgeladen, habe aber keine Möglichkeit eines Dateianhanges gefunden.

Was ist gefährlicher: Uran im Trinkwasser oder das Totschweigen gegenüber der Öffentlichkeit? Die Gemeinde Retz wusste bereits 2007 vom Uran im Trinkwasser. Eine unzureichende Information ging erst im Februar 2009 (!!!) an die Bevölkerung. In diesem Flugblatt wurde das Wort Uran nicht mal erwähnt! Danach kam der Kurierartikel und dann diverse haarsträubende berichte in Krone, Österreich und heute.

Nächster Punkt: Radon
Die Gemeinde Pernersdorf ist eine der am höchsten belasteten Regionen im Weinviertel.
Über Radon: http://radon.at/ueber_radon.htm
Radonkarte: http://copyright.lebensministerium.at/article/articleview/47451/1/19950/

Informationen am Gemeindeamt Pernersdorf sucht man vergebens...

Wolfgang B
09.04.2009, 19:18
PDF-Dateien kannst du als Anhang einem Posting beifügen. Unterhalb des ersten "Antworten"-Buttons findest du einen Kasten mit "Zusätzlichen Einstellungen". Dort klickst du auf "Anhänge verwalten". Dann dürfte es nicht mehr schwierig sein, die Datei hochzuladen.

manfiHL
09.04.2009, 20:15
Vielen Dank für den Tipp! War eh ganz leicht, habs scheinbar übersehen.
In dem PDF finden sich die Messergebnisse und die Grenz- und Richtwerte sowie ein wenig Hintergrundinfos.

lg
Manfred

Helmut71
27.09.2009, 15:26
zum Thema "Uran im Retzer Trinkwasser" gibts ne neue Entwicklung:



Anlage soll Schwermetall aus Wasser filtern
In Retz wird derzeit Österreichs erste Trinkwasseraufbereitungsanlage gebaut. Diese soll das Schwermetall aus dem Wasser filtern, das in Retz um das Sechsfache über dem Grenzwert liegt. Akute Gesundheitsgefahr bestehe laut Experten nicht.

Kein Wasser für Kindergarten und Schulen
Im Kindergarten hat man sofort nach bekannt werden der hohen Uranmenge im Trinkwasser reagiert.
Dort wird nur mehr Mineralwasser ausgeschenkt, seit Schulbeginn trinken auch Schüler und Lehrer der Tourismusschule Retz kein Wasser aus der Leitung mehr.
In der neuen Mittelschule wird seit Längerem nur Mineralwasser ausgegeben, sagt der Schulleiter.

Gemeinde warnt vor Leitungswasser
Auch die Gemeinde hat in einem Schreiben davor gewarnt, insbesondere Kleinkindern Leitungswasser zu geben.
85 Mikrogramm pro Liter wurden in Retz gemessen, die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt eine Obergrenze von 15.
Durch die Radioaktivität bestehe zwar keine unmittelbare Gefahr, allerdings könne ein dauerhafter Konsum von mit Uran angereichertem Trinkwasser die Nierenfunktion beeinträchtigen, sagen Experten.

Anlage soll im Oktober in Betrieb gehen
Die Uran-Trinkwasseraufbereitungsanlage ist bereits nach Retz geliefert worden und wird in den nächsten Wochen installiert.
In einem Monat soll sie in Betrieb gehen und dann werden auch die Schulen wieder auf normales Wasser umsteigen können.


Quelle: ORF

Markus W
29.09.2009, 13:36
Das ist ein Doppelschlag, da ja die "alternative" Wasserversorgung mit Plastikflaschen auch gerade angegriffen wird:
Kinofim "Plastic Planet" ...

Gibts noch Wasser aus Glasflaschen und kauft/schleppt die noch jemand ?
Oder bleibt nur mehr die hässliche Wahl zwischen Uran aus der Leitung, Nitrat aus dem Brunnen und Polymeren aus der Flasche ?

Wäre ein Umfragethema: Trinkt ihr Leitungswasser oder gekauftes ?