Helmut71
16.03.2009, 20:27
Der Wildschweinbestand im Weinviertel nimmt stark zu, wie ein aktueller Bericht in der NÖN zeigt.
Wildschweine wüten im Schutz der Dämmerung
BEZIRK GÄNSERNDORF / Das Schwarzwild kann enorme Schäden verursachen. Landwirte und Jäger arbeiten daher eng zusammen.
VON KORNELIA KOPF
Der Gedanke, ein Tier umzubringen, mag manchen grausam vorkommen. Im Fall von Wildschweinen ist die organisierte Jagd notwendig, um Schäden zu verhindern. Jeder, der schon einmal miterlebt hat, wie ein Garten nach einem nächtlichen Besuch einer Wildschweinfamilie aussieht, kann sich vorstellen, welche Schäden die Tiere auf einem Feld anrichten können.
„Jägerschaft und Landwirte kooperieren gut, damit das Problem gar nicht erst entsteht“, betont Bauernkammer-Bezirksobmann Alfred Hammer. Die Schäden auf ein Minimum zu reduzieren ist im Interesse aller, denn wenn ein Feld von Wildschweinen zerstört wird, ist der zuständige Jäger zu Ersatz verpflichtet – aus eigener Tasche.
„Bei einer Reproduktionsrate von 400 Prozent kann die Wildschwein-Population rasch explodieren. Bei uns wird deshalb konsequent gejagt“, berichtet Bezirksjägermeister Ing. Gerhard Breuer. Das Schwarzwild, wie es in der Jägersprache heißt, ist nachtaktiv und wagt sich vor allem während der Dämmerung in an den Wald angrenzende Felder, wo sie große Schäden anrichten können.
Seit 1900 ist der Bestand der Tiere explodiert
„Wildschweine sind sehr intelligente Tiere. In manchen Gebieten halten sie sich nur wenige Tage im Jahr auf – genau dann, wenn der Mais am besten ist“, erläutert Breuer. Weiters ist in den vergangenen 100 Jahren die Zahl der Wildschweine enorm gestiegen. Heute werden bis zu 2.000 Tiere im Jahr geschossen. Dagegen werden nur etwa 1.700 Rehe jährlich erlegt.
Die Gründe für die rasante Vermehrung sind vielfältig, erklärt Breuer: „Erstens hat sich das Klima verändert – die Winter sind nicht mehr so streng, daher sterben weniger Frischlinge. Zweitens wachsen mehr Eichen und Buchen, von deren Früchten sich Wildschweine hauptsächlich ernähren.“
Außerdem liege in der kalten Jahreszeit weniger Schnee, was die Jagd schwieriger gestaltet. Vom Schwarzwild gehe noch eine weitere Gefahr aus, warnt Breuer: Die Schweinepest, die auch auf das Hausschwein übertragbar ist.
Hammer: „Bei uns ist die Situation erträglich“
Neben der Jagd werden auch andere Maßnahmen getroffen: Gemeinsam mit der Jägerschaft errichten Landwirte Schutzzäune um etwa Maiskulturen abzuschirmen. „Es arbeiten alle daran, dass die Schäden nicht eskalieren. Deshalb ist die Situation bei uns erträglich“, stellt Hammer fest. Es würden zwar auch im Bezirk immer wieder kleinere Schäden entstehen, diese werden aber im Einvernehmen mit den Jägern geregelt, versichert Hammer.
Quelle: NÖN
Wildschweine wüten im Schutz der Dämmerung
BEZIRK GÄNSERNDORF / Das Schwarzwild kann enorme Schäden verursachen. Landwirte und Jäger arbeiten daher eng zusammen.
VON KORNELIA KOPF
Der Gedanke, ein Tier umzubringen, mag manchen grausam vorkommen. Im Fall von Wildschweinen ist die organisierte Jagd notwendig, um Schäden zu verhindern. Jeder, der schon einmal miterlebt hat, wie ein Garten nach einem nächtlichen Besuch einer Wildschweinfamilie aussieht, kann sich vorstellen, welche Schäden die Tiere auf einem Feld anrichten können.
„Jägerschaft und Landwirte kooperieren gut, damit das Problem gar nicht erst entsteht“, betont Bauernkammer-Bezirksobmann Alfred Hammer. Die Schäden auf ein Minimum zu reduzieren ist im Interesse aller, denn wenn ein Feld von Wildschweinen zerstört wird, ist der zuständige Jäger zu Ersatz verpflichtet – aus eigener Tasche.
„Bei einer Reproduktionsrate von 400 Prozent kann die Wildschwein-Population rasch explodieren. Bei uns wird deshalb konsequent gejagt“, berichtet Bezirksjägermeister Ing. Gerhard Breuer. Das Schwarzwild, wie es in der Jägersprache heißt, ist nachtaktiv und wagt sich vor allem während der Dämmerung in an den Wald angrenzende Felder, wo sie große Schäden anrichten können.
Seit 1900 ist der Bestand der Tiere explodiert
„Wildschweine sind sehr intelligente Tiere. In manchen Gebieten halten sie sich nur wenige Tage im Jahr auf – genau dann, wenn der Mais am besten ist“, erläutert Breuer. Weiters ist in den vergangenen 100 Jahren die Zahl der Wildschweine enorm gestiegen. Heute werden bis zu 2.000 Tiere im Jahr geschossen. Dagegen werden nur etwa 1.700 Rehe jährlich erlegt.
Die Gründe für die rasante Vermehrung sind vielfältig, erklärt Breuer: „Erstens hat sich das Klima verändert – die Winter sind nicht mehr so streng, daher sterben weniger Frischlinge. Zweitens wachsen mehr Eichen und Buchen, von deren Früchten sich Wildschweine hauptsächlich ernähren.“
Außerdem liege in der kalten Jahreszeit weniger Schnee, was die Jagd schwieriger gestaltet. Vom Schwarzwild gehe noch eine weitere Gefahr aus, warnt Breuer: Die Schweinepest, die auch auf das Hausschwein übertragbar ist.
Hammer: „Bei uns ist die Situation erträglich“
Neben der Jagd werden auch andere Maßnahmen getroffen: Gemeinsam mit der Jägerschaft errichten Landwirte Schutzzäune um etwa Maiskulturen abzuschirmen. „Es arbeiten alle daran, dass die Schäden nicht eskalieren. Deshalb ist die Situation bei uns erträglich“, stellt Hammer fest. Es würden zwar auch im Bezirk immer wieder kleinere Schäden entstehen, diese werden aber im Einvernehmen mit den Jägern geregelt, versichert Hammer.
Quelle: NÖN