Helmut71
04.03.2009, 09:44
Heute ist mir ein Bericht in der NÖN ins Auge gestochen:
Der Wolf kehrt zurück
In NÖ wurde wieder ein Wolf gesichtet. Sofort gingen die Wogen hoch. Landwirte fürchten um ihr Vieh, die Bevölkerung ist verunsichert. „Keine Gefahr“, versichern dagegen Experten.
VON TINA WESSIG
Ihn umweht der Mythos der Bestie. Ein Killer, der sich alles schnappt, was ihm vor den Fang kommt. Doch was ist dran am Märchen? Fällt der böse Wolf im Wald Menschen an – oder ist er vielmehr ein wichtiger Fressfeind für kranke Tiere?
Fakt ist, dass vergangene Woche ein Tier in der Gegend um Mariazell gesichtet worden ist, das vermutlich seinen Weg Richtung Kalkalpen fortsetzen wird. Und sofort gehen die Wogen hoch: Die Bevölkerung hat Angst, Landwirte fürchten um ihre Viehbestände, Umweltorganisationen jubeln.
Hans Winkler, Verhaltensforscher und Experte vom Konrad Lorenz-Institut, relativiert: „Wölfe sind keine reißenden Bestien. Sie können Schaden anrichten, wenn Schaf- oder Ziegenherden unbeaufsichtigt sind, aber tatsächlich ist der Wolf ein soziales, liebevolles und zärtliches Tier. Er meidet Straßen und Wanderwege, scheut Kontakt mit dem Menschen und ist außerdem ein Hetzjäger, der seine Beute über weite Strecken verfolgt. So gesehen ist nicht einmal klar, ob er überhaupt in Österreich bleiben wird, weil unsere Kulturlandschaft streckenweise als Lebensraum ungeeignet ist.“ Winkler sieht kein Problem in einer friedlichen Koexistenz von Mensch und Wolf und weist darauf hin, dass Wölfe aus ökologischer und naturschützerischer Sicht eine wertvolle Funktion erfüllen.
Die Frage ist: Bleibt der Wolf überhaupt in Österreich?
Dazu Christian Fuxjäger, Artenschutzexperte aus dem Nationalpark Kalkalpen: „Uns ist jedes Wildtier willkommen. Im aktuellen Fall handelt es sich wahrscheinlich um einen jungen Rüden, der Anschluss sucht. Das wird das Problem sein, den Wolf über längere Zeit zu behalten: Wenn er keine Wölfin findet, wird er weiterwandern.“
Außerdem, so Fuxjäger, sei der umherstreifende Wolf noch gar nicht in den Kalkalpen angekommen – zumindest sei er noch nicht auffällig geworden.
Fuxjäger streicht ebenfalls die wichtige Funktion des Wolfes als Regulator in der Nahrungskette heraus. Außerdem müsse die Bevölkerung schon deshalb keine Angst haben, weil sich die Zahl der Tiere doch sehr in Grenzen halte – schließlich habe es innerhalb der letzten zehn Jahre maximal drei bis vier Wölfe in der Region gegeben.
Die Wolfs-Population in den Nachbarländern wächst an
Polen, Tschechien, die Slowakei, Slowenien, Italien, die Ukraine und Ostdeutschland haben Wölfe, in Teilen Spaniens gibt es sogar größere Rudel – daher liegt die Vermutung auf der Hand, dass die Wiederansiedlung in Österreich nur eine Frage der Zeit ist. „Dennoch merken wir den Wolf erst, wenn er längst da ist“, ist auch Klaus Hackländer sicher: Der Institutsleiter für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur ist der heimische Fachmann für Wölfe. Auch er versichert, das Auftreten einzelner Exemplare stelle für die Bevölkerung keinerlei Gefahr dar: „Erstens jagt der Wolf bei Nacht, zweitens ist er viel konfliktscheuer als der Bär. Und drittens wird er, sofern er keine anderen Tiere zur Paarung findet, ohnehin nicht bleiben.“
Die Nahrungssuche, so Hackländer, ist nur ein Mittel zum Zweck, die Paarung hingegen ist die einzige Motivation für ein Wildtier. Findet ein Jungwolf eine Partnerin, wird er sich niederlassen. Und dies ist derzeit in Österreich nicht der Fall. „Außerdem haben wir schlichtweg verlernt, mit Wildtieren zu leben. Früher hatte jede Herde einen Schäfer und Hütehunde, die in der Nacht aufgepasst haben.“
Generell, bekräftigt Hackländer, müssten wir alles daransetzen, Wildtieren wieder einen Lebensraum zu ermöglichen. Nicht nur Wölfe, auch Bären, Luchse, Goldschakale und der Kaiseradler fänden in Österreich ein reichliches Nahrungsangebot. Zwar spricht sich Hackländer gegen das Auswildern einzelner Arten aus, „aber wenn sie von alleine zurückkehren, sollten sie uns willkommen sein“.
Quelle: NÖN
Vor einigen Jahen wurde übrigens auch im Weinviertel in den Marchauen ein Wolf gesichtet. In den Kleinen Karparten nahe der nö grenze gibt es übrigens eine stabile Wolfs-Population.
Der Wolf kehrt zurück
In NÖ wurde wieder ein Wolf gesichtet. Sofort gingen die Wogen hoch. Landwirte fürchten um ihr Vieh, die Bevölkerung ist verunsichert. „Keine Gefahr“, versichern dagegen Experten.
VON TINA WESSIG
Ihn umweht der Mythos der Bestie. Ein Killer, der sich alles schnappt, was ihm vor den Fang kommt. Doch was ist dran am Märchen? Fällt der böse Wolf im Wald Menschen an – oder ist er vielmehr ein wichtiger Fressfeind für kranke Tiere?
Fakt ist, dass vergangene Woche ein Tier in der Gegend um Mariazell gesichtet worden ist, das vermutlich seinen Weg Richtung Kalkalpen fortsetzen wird. Und sofort gehen die Wogen hoch: Die Bevölkerung hat Angst, Landwirte fürchten um ihre Viehbestände, Umweltorganisationen jubeln.
Hans Winkler, Verhaltensforscher und Experte vom Konrad Lorenz-Institut, relativiert: „Wölfe sind keine reißenden Bestien. Sie können Schaden anrichten, wenn Schaf- oder Ziegenherden unbeaufsichtigt sind, aber tatsächlich ist der Wolf ein soziales, liebevolles und zärtliches Tier. Er meidet Straßen und Wanderwege, scheut Kontakt mit dem Menschen und ist außerdem ein Hetzjäger, der seine Beute über weite Strecken verfolgt. So gesehen ist nicht einmal klar, ob er überhaupt in Österreich bleiben wird, weil unsere Kulturlandschaft streckenweise als Lebensraum ungeeignet ist.“ Winkler sieht kein Problem in einer friedlichen Koexistenz von Mensch und Wolf und weist darauf hin, dass Wölfe aus ökologischer und naturschützerischer Sicht eine wertvolle Funktion erfüllen.
Die Frage ist: Bleibt der Wolf überhaupt in Österreich?
Dazu Christian Fuxjäger, Artenschutzexperte aus dem Nationalpark Kalkalpen: „Uns ist jedes Wildtier willkommen. Im aktuellen Fall handelt es sich wahrscheinlich um einen jungen Rüden, der Anschluss sucht. Das wird das Problem sein, den Wolf über längere Zeit zu behalten: Wenn er keine Wölfin findet, wird er weiterwandern.“
Außerdem, so Fuxjäger, sei der umherstreifende Wolf noch gar nicht in den Kalkalpen angekommen – zumindest sei er noch nicht auffällig geworden.
Fuxjäger streicht ebenfalls die wichtige Funktion des Wolfes als Regulator in der Nahrungskette heraus. Außerdem müsse die Bevölkerung schon deshalb keine Angst haben, weil sich die Zahl der Tiere doch sehr in Grenzen halte – schließlich habe es innerhalb der letzten zehn Jahre maximal drei bis vier Wölfe in der Region gegeben.
Die Wolfs-Population in den Nachbarländern wächst an
Polen, Tschechien, die Slowakei, Slowenien, Italien, die Ukraine und Ostdeutschland haben Wölfe, in Teilen Spaniens gibt es sogar größere Rudel – daher liegt die Vermutung auf der Hand, dass die Wiederansiedlung in Österreich nur eine Frage der Zeit ist. „Dennoch merken wir den Wolf erst, wenn er längst da ist“, ist auch Klaus Hackländer sicher: Der Institutsleiter für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur ist der heimische Fachmann für Wölfe. Auch er versichert, das Auftreten einzelner Exemplare stelle für die Bevölkerung keinerlei Gefahr dar: „Erstens jagt der Wolf bei Nacht, zweitens ist er viel konfliktscheuer als der Bär. Und drittens wird er, sofern er keine anderen Tiere zur Paarung findet, ohnehin nicht bleiben.“
Die Nahrungssuche, so Hackländer, ist nur ein Mittel zum Zweck, die Paarung hingegen ist die einzige Motivation für ein Wildtier. Findet ein Jungwolf eine Partnerin, wird er sich niederlassen. Und dies ist derzeit in Österreich nicht der Fall. „Außerdem haben wir schlichtweg verlernt, mit Wildtieren zu leben. Früher hatte jede Herde einen Schäfer und Hütehunde, die in der Nacht aufgepasst haben.“
Generell, bekräftigt Hackländer, müssten wir alles daransetzen, Wildtieren wieder einen Lebensraum zu ermöglichen. Nicht nur Wölfe, auch Bären, Luchse, Goldschakale und der Kaiseradler fänden in Österreich ein reichliches Nahrungsangebot. Zwar spricht sich Hackländer gegen das Auswildern einzelner Arten aus, „aber wenn sie von alleine zurückkehren, sollten sie uns willkommen sein“.
Quelle: NÖN
Vor einigen Jahen wurde übrigens auch im Weinviertel in den Marchauen ein Wolf gesichtet. In den Kleinen Karparten nahe der nö grenze gibt es übrigens eine stabile Wolfs-Population.