Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arbeitszeit der Lehrer
Wie findet ihr, die idee der unterrrichtsministerin schmied, lehrer länger arbeiten zu müssen?
Denke, es ist momentan eines der meistdiskutiertesten themen, das die neue regierung hervorgebracht hat. da gehen selbst die 500 mio subvention für die AUA unter
Wolfgang B
27.02.2009, 11:23
Nach einer Umfrage der Gratiszeitung "Heute" unter ihren Lesern sind 77 % ihrer Leser dafür, dass die Lehrer 2 Stunden mehr unterrichten müssen.
Adventure-Dogs
27.02.2009, 17:03
....auch, wenn die 77 Prozent nicht genau wissen warum und was das bringen soll (und auch nicht, was es für Folgen nach sich zieht), denke ich.
Ich habe 13 Jahre als VS Lehrerin in Belgien und 7 Jahre als Sprachlehrerin in verschiedene internationale Schulen in Prag und Wien gearbeitet.In Belgien wird bis zu 4.klasse von 8 bis 16 Uhr unterrichtet. Als ich dann in Österreich in einen Hort arbeitete, war es mir wirklich ein Rädsel wie die Lehrer Ihr Programm in so wenig Unterrichtsstunden fertig kriegen. Allerdings haben die Kinder auch bis zu 4. Klasse in B. keine Hausaufgaben. Die ganze Betreuungsprobleme fallen natürlich auch weg.
Bin selbst Lehrerin und fände es nicht so schlimm zwei Stunden länger in der Klasse zu stehen. Sehe da nur ein Problem, wo kommen die zusätzlichen Stunden her. Bekommen wir dann wieder mehr Stunden zur Verfügung gestellt um Förderstunden halten zu können, oder Darstellendes Spiel, Gestaltung einer Schülerzeitung, ..... Wohl eher nicht. Und ich glaube, das ist auch der Kern der Sache. Wir Lehrer hätten nichts dagegen mehr Zeit mit unseren Schüler zu verbringen, wenn diese Zeit auch in unsere Schüler investiert werden würde. Aber in Wirklichkeit ist es ja so, dass man einerseits Lehrposten einsparen will, da die Schülerzahl ständig sinkt, andererseits in Wien schon Lehrermangel herrscht, weil sich das nur Wenige antun wollen in einer HS in Wien zu unterrichten. Außerdem, wenn jeder zu sich selbst ehrlich ist, arbeitet ihr durchgehend, vom Betreten der Arbeitsstätte, bis zum Verlassen. ;)
Und weiters steht es ja jedem frei, den Beruf zu wählen, für den er sich berufen fühlt. Also, auf zum Lehramtsstudium, wenn es den Lehrern so gut geht:D
Adventure-Dogs
27.02.2009, 23:05
Die Tendenz zum Lehrermangel (auch außerhalb Wiens) ist ohnehin unverkennbar. Das ist wohl einer der Gedanken hinter der Zwei-Stunden-Mehr-Idee. Dass die zwei Stunden aber auch Vor- und Nachbereitungszeit verlangen, durchschnittlich also etwa drei bis vier Stunden Mehrarbeit bedeuten, wird in den Medien bis dato dezent verschwiegen. Welchen Aufschrei würde es wohl in der Privatwirtschaft geben, wenn man von den Arbeitnehmern ohne höhere Bezahlung einen zusätzlichen halben Arbeitstag verlangen würde?
final232
28.02.2009, 07:24
Außerdem, wenn jeder zu sich selbst ehrlich ist, arbeitet ihr durchgehend, vom Betreten der Arbeitsstätte, bis zum Verlassen. ;)
Ich natürlich schon!!! :D :p
Helmut71
28.02.2009, 07:50
Ich seh das so: wenn der Dienstgeber der Meinung ist, Lehrer verbringen zu wenig Zeit in der Klasse oder an ihrem Arbeitsplatz, so kann man darüber diskutieren. Der normale Weg wäre dann aber, dies den Betroffenen zuerst mitzuteilen und ihnen das nicht via Kronen Zeitung & Co auszurichten.
Jede andere Berufsgruppe würde da auch verschnupft reagieren.
Will man wirklich, dass Lehrer ihre komplette Dienstzeit in den Schulen verbringen, so müsste der Dienstgeber zuerst mal für adäquate Arbeitsbedingungen sorgen: vielen Lehrern steht nur ein Büroplatz von ca einem halben Quadratmeter zur Verfügung.
final232
28.02.2009, 08:06
Habe jetzt einen Bericht in der Kronenzeitung gelesen, das mehr als zwei Drittel für längere Arbeitszeiten der Lehrer sind.
Es wird sogar drüber gesprochen das Lehrer keine Vorbildfunktion mehr haben!
Ich denke halt, das die Leute die es nicht betrifft (also keine Lehrer sind), dafür sind das Lehrer mehr arbeiten sollten!
Aber wehe man würde über deren Berufsstand über längere Arbeitszeiten nachdenken. Dann würde die Sache wieder anders aussehen!
Helmut71
28.02.2009, 09:01
Es ist unfair vom Bildungsministerium, mit solchen No-Na-Ned-Umfagen Politik zu machen.
Was würde wohl rauskommen, wenn man die Leute fragen würde:
"Sind Sie dafür, dass die Politiker aus Solidarität auf 20% Ihres Gehalts verzichten?"
final232
28.02.2009, 09:06
Ich finde es nur arg, dass bei der Umfrage auch über die Vorbildfunktion der Lehrer gefragt wurde.
Es soll sich doch jeder selbst bei der Nase nehmen da jeder von uns Erwachsenen eine Vorbildfunktion für die Kinder sein sollte.
Außerdem fängt die Vorbildfunktion schon bei den Eltern zu Hause an und nicht in der Schule.
Cuarto de los Vino
28.02.2009, 09:30
in vielen betrieben werden mitarbeiter entlassen, in kurzarbeit geschickt usw. niemand fragt nach, wie es den betroffenen geht. warum macht man nun bei den lehrern so einen wirbel?
wie angi schon schreibt, wird eine lehkraft mit verantwortung kein problem mit den zwei stunden haben. allerdings sollten, bevor so etwas in die öffentlichkeit dringt, die rahmenbedingungen geklärt sein.
m_danis81@yahoo.de
28.02.2009, 10:48
Ist euch das schon aufgefallen? Ich bin vielleicht nicht der älteste hier im Forum, doch geht es immer mehr in diese richting. Die Politiker bringen, egal welche Dinge sie anfassen, böses Blut. Ständig wird ein Teil der Bevölkerung gengen den anderen Teil ausgespielt. Breit getreten von den Medien und jeder springt auf den Zug auf. Sei es bei Rauchern oder Nichtrauchern, Lehrern und anderen Berufsständen, Pensionisten und aktiven Arbeitnehmern, usw. man könnte dies endlos fortsetzen. Ein gegenseitiges Aufschaukeln mit null Ergebnis. Denn bevor man das eine Thema abschließt, sucht man sich das nächste und beginnt Wellen der Empörung zu erzeugen. Medien springen auf, und das vorige Thema gerät in Vergessenheit, wird irgendwann still und heimlich im Hinterkämmerlein beschlossen aber so damit immer nur ein und die selbe Lobby davon profitiert.
Adventure-Dogs
28.02.2009, 14:54
Auch ich bin der Meinung, dass hier mehr polemisiert als konstruktiv diskutiert wird. Und damit meine ich nicht dieses Forum, sondern die Bühne der Medien, die manche Politiker als Meinungsbildungsinstrument ge- bzw. missbrauchen.
Mysticus
01.03.2009, 22:22
Ich find das Lehrerdebatterl lachhaft.
Was sollen diese 2 Unterrichtsstunden mehr bringen? Die Bringen rein gar nichts.
Desweiteren denkt die Mehrzahl der Bevölkerung, der Beruf des Lehrers findet auschließlich zur Stunde in den Klassen statt. Dass allerdings Hausaufgaben und Schularbeiten kontrolliert und bewertet werden müssen, Tests und Schularbeiten erstellt und ausgearbeitet sowie Stundenvorbereitungen gemacht werden müssen, an das denken vielen nicht.
Aufgrund massig Einsparungen am Qualität des Unterrichts sowie am Personal, ist das oft eine Menge Arbeit. Klar haben Lehrer mehr Freizeit als das in anderen Berufen wohl der Fall ist. Aber es kristalliert sich aufgrund der Medienberichte herraus, dass die Lehrer (diesen Begriff verwende ich jetzt für Männliche als auch weibliche Berufsangehörige) alsKasperln und Faupelze deklariert werden. Anstatt das ordentliche Gespräch zu suchen, macht man dies über öffentliche Medien.
Diese ganze System müsste einmal entlüftet und ordentlich reformiert werden. Wie kann es sein, dass zb Pro Bank teilweise nur 1 von der Schule zur Verfügung gestelltes Buch vorhanden ist? Auch die Höchstschülerzahl in den Klassen sollte definiert werden. Wie soll man ordentlich Unterricht halten können, wenn in den Klassen teilweise über 30 Schüler gepfercht sind? Wir waren mal über 30 Schüler ist einer Klasse und der Lehrer konnte einfach nicht (obwohl ich mir sicher bin, dass er es wollte) auf die Schwächeren eingehen, weil sonst nix weiter gegangen wäre. Mit dem Stoff war man sowie entweder weit hinten (dadurch natürlich dann Stress und schnell-schnell zwecks Endziel erreichen, wobei die Schwächeren noch mehr Probleme hatten)) oder man war weit vorne und hat eigentlich alles irgendwie überflogen, was dazu führte, dass eigentlich nix wirklich im Gedächtnis geblieben ist). Und da bringen 2 Stunden mehr genau nix.
Bei solchen "Kleinigkeiten" fängt es eigentlich an, Geld ist doch genug vorhanden, immerhin hat man für die Banken mehrere Millionen Euronen aus den Ärmel geschüttelt.
Die Bildungspolitik geht einen falschen weg, hier wurde in den letzten Jahren gespart, gespart, gespart....leider auf Kosten der nächsten Generation.
Na, da werden sich die Wiener Hauptschullehrer/-innen aber freuen, wenn sie 2 Std. länger in Klassen mit ausschließlich Schüler/-innen mit Migrationshintergrund stehen dürfen... :cool:
Special Agent Cooper
03.03.2009, 13:11
Na, da werden sich die Wiener Hauptschullehrer/-innen aber freuen, wenn sie 2 Std. länger in Klassen mit ausschließlich Schüler/-innen mit Migrationshintergrund stehen dürfen... :cool:
Themenverfehlung: 5, Setzen
m_danis81@yahoo.de
04.03.2009, 09:57
Scheinbar verhärten sich die Fronten immer mehr. Jeder fordert von jedem. Und noch dazu wird die Gesellschaft untereinander ausgespielt.
Vielleicht wäre es ja möglich dass die Leherer von ihrer Seite vorschlagen 2 Stunde pro Woche länger zu arbeiten und auf der anderen Seite würde der "Dienstgeber" davon 1 Stunde auch zum Stundenlohn entohnen.
Ich glaube nur wenn beide Seiten einen Schritt machen, würde sich was ändern. Alles andere wäre nur Einseitig und wird zu keinen Ergebniss führen.
Was wäre die Meinung der hier im Forum anwesenden Lehrer dazu?
(abgesehen davon dass dieser Vorschlag nur meine Meinung vertritt, und daher vielleicht nichts zählt *gg*)
Helmut71
04.03.2009, 11:19
Die Problematik ist mMn mittlerweile eine andere:
Alles, was man in den vergangenen Jahren an Imagearbeit gemacht hat, um den Ruf dieses Berufstandes in der Öffentlichkeit aufzupolieren, ist nun mit einem Schlag zunichte gemacht worden. Da wurden zig Millionen Euro in eine neue Arbeitszeitvereinbarung & neues LDG verpulvert - ist nun alles hinfällig. Das sehen übrigens auch die roten Gewerkschafter und Personalvertreter sehr kritisch, siehe www.sloenoe.at (http://www.sloenoe.at) oder http://www.fsg.or.at/servlet/ContentServer?pagename=FSG/Page/FSG_Index&n=FSG_0.a&cid=1233605953666
Klar ist, dass sich im Bereich Bildung etwas tun muss:
- bessere Ausstattung der Schulen
- bessere und einheitliche Ausbildung der Lehrer
- sinnvolle gemeinsame Schule mit flächendeckender Nachmittagsbetreuung
- bessere Aufstigesmöglichkeiten für Lehrer
- Lehrplan und Unterrichtseinheiten lernpsychologischen Erkenntnissen anpassen
Mit dem Rasenmäherprinzip Lehrer zu Buhmännern der Nation erklären und ihnen 2 zusätzliche Unterrichtsstunden aufzuzwingen ist aber sicher der falsche Weg.
Nach meinem Wissensstand gibts nächste Woche Dienststellenversammlungen mit Ausfall einiger Unterrichtsstunden.
Wolfgang B
04.03.2009, 13:29
Nach meinem Wissensstand gibts nächste Woche Dienststellenversammlungen mit Ausfall einiger Unterrichtsstunden.
Und was wird's bringen? Die Schüler freuen sich über den Ausfall, die Eltern toben und die große Mehrheit der Bevölkerung wird weiter auf die Lehrer und ihre "Privilegien" hinhacken.
Helmut71
04.03.2009, 14:24
Und was wird's bringen? Die Schüler freuen sich über den Ausfall, die Eltern toben und die große Mehrheit der Bevölkerung wird weiter auf die Lehrer und ihre "Privilegien" hinhacken.
Die Bevölkerung tobt - aufgestachelt durch Krone & Österreich - sowieso. Da würde es auch wenig ändern, wenn die Lehrer jetzt den Kopf senken. Im Gegenteil wäre es vermutlich besser, offensiver und selbstbewusster aufzutreten und der Bevölkerung die Sichtweise der Lehrer näherzubringen.
Dazu zählt natürlich als allererstes Dienststellenversammlungen, wo alle Betroffenen umfassend und aus erster Hand informiert werden.
m_danis81@yahoo.de
04.03.2009, 19:54
Ich würde hier aber nicht nur Krone und Österreich hervorheben. Jede Stunde fällt dieses Thema auch bei den Nachrichten, und das nicht nur bei den privaten Sendern sondern auch beim ORF.
Warum geht so etwas überhaupt in die Medien? Warum kann die Fr. Bildungsminister & Co das nicht ohne die Medien ausdiskutieren.
Soll sich die Gewerkschaft mit dem Ministerium treffen und nach getaner Arbeit ein Lösungskonzept vortragen. Allen wird man es nicht recht machen können, das ist klar. Aber mit nicht ausdiskutierten Vorhaben in die Öffentlichkeit zu gehen gleicht doch politischen Selbstmord. So wird man nie was durchsetzen weil man damit von Beginn an nur Vorwürfe ernten wird.
Dialoge sind zu führen bevor man in die Öffentlichkeit geht, denn sonst ist es klar, dass auch der Verhandlungspartner mit Hilfe der Medien zum Gegenangriff bläst.
Jetzt wirds ungemein schwerer werden zu einem für beide Seiten zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen.
Aber einfach mal abwarten bis es zum nächsten Eklat kommt in der Politik, dann kann man dieses Thema schnell abschließen ohne, dass es der Öffentlichkeit auffällt.
Weißt du, ich glaube du hast recht. In der wirklich schweren Zeit, in der wir uns befinden (schlechtes Wirtschaftswachstum, steigende Arbeitslosigkeit, fallende Aktien, Banken,...), haben sich einige da oben gedacht, auf wen können wir losgehen. Man hat sich dann schnell auf die Lehrerschaft geeinigt, weil Lehrer kennt jeder, jeder hat schon die eine oder andere schlechte Erfahrung mit Lehrern gemacht, und außerdem sind wir ja alle in die Schule gegangen und wissen, wie es dort zugeht. Also, der perfekte Sündenbock. Ich glaube, so ist es abgelaufen, oder hast du in der letzen Zeit was von der Bankenkrise gehört??
Adventure-Dogs
04.03.2009, 23:44
Dem Posting Nr 19 ist aus Lehrersicht nichts mehr hinzuzufügen, denke ich.
Ein weiterer Betroffener (in jeder Bedeutung des Wortes);)
Da Dirnbocher
14.03.2009, 21:55
Und wieder eine neue Idee: Streikverbot für Lehrer? (http://www.oe24.at/oesterreich/politik/BZOe_will_Streikverbot_fuer_Lehrer_0440303.ece)
Adventure-Dogs
14.03.2009, 22:23
Aber geh, wer nimmt denn die Orangen ernst? Ebensowenig die Zitronen, Grapefruits oder sonstiges Obst...:D
Da Dirnbocher
14.03.2009, 22:40
Aber geh, wer nimmt denn die Orangen ernst?
Na, so einfach kann das aber nicht sagen. -> z.B. (http://derstandard.at/?url=/?id=1234509182434)
Helmut71
15.03.2009, 10:12
Für mich zählt das Streikrecht eigentlich zu den Grundrechten - es ist ein starkes Stück, wenn das einzelne Parteien für bestimmte Berufsgruppen in Frage stellen.
Überhaupt scheinen sich manche Parteien / Politiker / Medien jetzt im Lehrer-Bashing gegenseitig übertrumpfen zu wollen.
Die Wolf Martins, Herrn Strudel und Jeannees vergessen wohl ganz, dass es wohl Lehrer waren, die ihnen das Schreiben einst beibrachten.
Wohltuend heben sich da zwei Artikel ab:
http://www.profil.at/articles/0911/560/236437/christian-rainer-eine-lanze-lehrer
http://diepresse.com/home/meinung/kommentare/fleischhacker/460471/index.do
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