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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Windkraft auf Eis?



Helmut71
12.02.2009, 14:56
Es sind stürmische Zeiten für die Windenergie-Branche angebrochen. Wie berichtet, leiden die Windpark-Betreiber unter den Einspeistarifen und den Zahlungen, um das Stromnetz nutzen zu dürfen. Laufende Projekte stehen seither still. Und auch aus den meisten geplanten Windparks im Weinviertel ist - vorerst - die Luft draußen.
"Wenn sich von der Tarif-Situation her nichts ändert, schließe ich mich vielleicht der Meinung der Kollegen an - da könnte man das Geld gleich verbrennen", sagt Andreas Patschka. "Vom Finanziellen her könnte es knapp werden." Mit zwei Partnern plant er den Windpark Locatelli in den Gemeinden Wullersdorf und Hadres. Derzeit fehlen noch Genehmigungen, die Umweltverträglichkeitsprüfung steht noch aus. "Wir wünschen uns, dass wir die Räder im kommenden Jahr aufstellen können."
Indessen sieht die Bürgerinitiative gegen den Windpark noch den Funken einer Chance. "Wir warten jetzt die UVP ab - da werden wir Einsprüche einbringen", sagt Josef Müllner.

Kein Baustopp
Mit zwei Projekten in der Warteschleife hängt derzeit auch der Windpark-Betreiber Ökoenergie aus Wolkersdorf. Bei der Erweiterung des Windparks bei Kettlasbrunn um sieben neue Anlagen sind bereits alle behördlichen Verfahren unter Dach und Fach.
"Wir warten jetzt einige Monate zu. Wenn das Ökostromgesetz bis dahin nicht steht, werden wir den Windpark Kettlasbrunn ungeachtet dessen bauen und unsere Energie eben am freien Markt verkaufen", erklärt Ökoenergie Geschäftsführer Richard Kalcik.
In Groß-Engersdorf plant die Ökoenergie einen neuen Windpark. Die Projektunterlagen liegen derzeit auf dem Gemeindeamt zur Einsicht auf. Bis 26. März besteht die Möglichkeit, zu den fünf Anlagen mit einer Gesamthöhe von 150 Metern Stellung zu beziehen.

Quelle: www.kurier.at (http://www.kurier.at)

Da Dirnbocher
15.02.2009, 10:39
Es sind stürmische Zeiten für die Windenergie-Branche angebrochen. Wie berichtet, leiden die Windpark-Betreiber unter den Einspeistarifen und den Zahlungen, um das Stromnetz nutzen zu dürfen. Laufende Projekte stehen seither still. Und auch aus den meisten geplanten Windparks im Weinviertel ist - vorerst - die Luft draußen.



"Wenn sich von der Tarif-Situation her nichts ändert, schließe ich mich vielleicht der Meinung der Kollegen an - da könnte man das Geld gleich verbrennen", sagt Andreas Patschka.



"Wir warten jetzt einige Monate zu. Wenn das Ökostromgesetz bis dahin nicht steht, werden wir den Windpark Kettlasbrunn ungeachtet dessen bauen und unsere Energie eben am freien Markt verkaufen", erklärt Ökoenergie Geschäftsführer Richard Kalcik.


"Luft draussen" und "Geld verbrennen" vs. "bauen trotzdem und verkaufen am freien Markt": verstehe ich da was nicht?

Franz
30.03.2009, 12:58
"Luft draussen" und "Geld verbrennen" vs. "bauen trotzdem und verkaufen am freien Markt": verstehe ich da was nicht?

= vorbildlicher Umgang mit schlechten Nachrichten

Der Patschka will eben auch nicht wahrhaben, nachdem er die Abstimmung mit Hilfe des Dummkopfs von Bürgermeister gewonnen hatte, dass sich die Voraussetzungen für die "Windbeutel" gottseidank so verschlechtert haben, dass trotzdem nicht gebaut werden kann.

Der SPD u. den Grünen haben wir übrigens dieses verrückte EEG zu verdanken. Die Todln in Österreich haben, dieses EEG in Form des Ökostromgesetzes nachgemacht. Mit der Novelle wollten sie zwar wieder einmal das Schlimmste verhindern, sind aber bist jetzt damit gescheitert.

Ich bin kürzlich via Sachsen-Anhalt nach Berlin gefahren. Man kann es kaum glauben, was hier der Landschaft und den Menschen angetan wurde. Im Gegensatz zu uns darf in D bis an die 300m an bewohntes Gebiet herangebaut werden. Die Deutschen sind komplett verrückt. Jetzt führt man reihenweise Prozesse dagegen und hat den weiteren Ausbau auch mehr oder weniger gestoppt.

Franz
30.03.2009, 14:41
Wien - Auf den Spotmärkten in Europa war der Strompreis am vergangenen Sonntag für kurze Zeit negativ - nicht zum ersten Mal. Das heißt, Stromverkäufer mussten für die Abgabe von Elektrizität sogar Geld drauflegen. Grund für dieses zuletzt mehrmals beobachtete Kuriosum ist ein Überangebot an Strom am gesamten Kontinent: In Deutschland wurde - begünstigt durch das Wetter - sehr viel Windstrom erzeugt, zugleich hingen Sonntag früh nur wenige Großverbraucher aus der Industrie am Netz. Es liefen aber auch die Kernkraftwerke, bei denen ein kurzfristiges Ab- und Wiederanfahren unrentabel ist.
Zitat Ende

Dazu eine Meldung der IG Windkraft:
Die IG Windkraft fordert einen Windkraft-Tarif auf europäischem Niveau - etwa 9,5 Cent/kWh, um die österreichischen Erneuerbaren Energie Ziele zu erreichen.

Jagt diese Windrad-Lobby endlich zum Teufel!!!

Spektator
03.04.2009, 10:42
Hallo Helmut,

gerade diese Entwicklung habe ich vor Jahren bereits erwartet, erkannt und davon eindringlich (s. meine alten Beiträge bei Hohenau.net, sofern noch vorhanden) gewarnt. Das dicke Ende für die Windkraft und andere Alternativenergieanlagen etc. kommt noch......

Exzerpt aus der wirtschaftlichen Logik:

a) durch eine Reduktion der industriellen Produktion fällt der Energiebedarf
b) um einen Preisverfall (wie er in dieser Situation üblich wäre) zu verhindern, reduzieren die Netzbetreiber die Stromproduktion
c) bevor die angestammten eigenen Anlagen Kapazitätseinbussen hinnehmen müssen, werden zuerst die im Eigentum anderer stehenden Produktionskapazitäten reduziert
d) spätestens zum Zeitpunkt der neuen Verhandlung der Einspeistarife, welche maximal auf 10 Jahre gesichert sind (die ersten für die Windkraft laufen gerade aus) kann nur zu einem deutlich schlechteren Preis für die Betreiber der Alternativanlagen abgeschlossen werden.

Was verminderter Umsatz für die wirtschaftlich ohnehin knappest und kapitalschwach kalkulierten Windkraft GmbHs bedeutet mag jeder selbst interpretieren.

Traurige Wahrheit: die Senkung der Einspeistarife war von den Netzbetreibern ohnehin von jeher geplant - jetzt haben sie einen billigen Grund dafür geliefert bekommen.