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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Feldgasse Gänserndorf besser als ihr Ruf?



Helmut71
12.02.2009, 10:23
Der Ruf der Fledgasse in Gänserndorf ist offenbar besser als ihr Ruf!



„Die Feldgasse ist kein Ghetto!“
GÄNSERNDORF / Die Großfeldsiedlung zeige, wie Schein und Sein auseinanderklaffen: Der Ruf sei katastrophal. Infrastruktur, Lebensqualität und Ökologie hingegen optimal.

VON JÜRGEN NEMEC
„Ghetto“ ist ein hässliches Wort. Es stammt aus dem Venezianischen und wurde für den Stadtteil der Kanonengießer verwendet. Bald wurde das „Ghetto“ zum Synonym für das abgeschottete Stadtgebiet, in denen Juden von der Renaissance an unter zumeist unwürdig-beengten Verhältnissen zu leben gezwungen wurden. Sie konnten sich außerhalb der Ghettomauern nicht frei bewegen. Eingerissen wurden sie erst im Zeitalter der Aufklärung, im Kirchenstaat überhaupt erst mit dessen Ende 1870...
Aber was hat das Ganze mit Gänserndorf zu tun? „Es ärgert mich, immer wieder hören zu müssen, dass die Wohngebiete südlich der Feldgasse von Menschen, die dort nicht wohnen, als Ghetto bezeichnet werden. Die Großfeldsiedlung hat ihr negatives Image völlig zu Unrecht“, sagt DI Hansjörg Schmolengruber von der Wohnungsgenossenschaft.
In Wahrheit sei das Siedlungsgebiet ein ökologisch und ökonomisch wegweisender Schritt in die Zukunft modernen Wohnens. In Zeiten der Klima- und Finanzkrise ist die Reduktion des Energieverbrauchs der Haushalte zum Imperativ geworden.
Seit einigen Jahren werden am Südrand von Gänserndorf nur noch Niedrigenergiewohnungen gebaut. „Mittels Komfortbelüftungen wird dabei Wärme wiedergewonnen, um Heizkosten zu sparen“, so Schmolengruber.
Er sieht im Bau von Wohnsiedlungen im ländlich strukturierten Gänserndorf einen mutigen Schritt der Stadtgemeinde sowie das äußerlich sichtbare Zeichen eines gewaltigen Wohnungsbedarfs.
Ab heuer gibt es im Siedlungsbereich einen neuen Kindergarten und eine erweiterte Volksschule. Beide Einrichtungen sind zu Fuß bequem erreichbar, genau so wie die Musikschule, die Bücherei, der Bahnhof, die Ämter und Einrichtungen der Stadt. „Im Sinne des Klimaschutzes kann man Autofahrten einsparen, hat eine optimale Infrastruktur, kulturelle Einrichtungen und eine hohe Lebensqualität“, sagt Schmolengruber.
In der „Großfeldsiedlung“ der Feldgasse haben mehr als 1.000 Menschen in über 500 Wohnungen ihr Zuhause. In einem „Ghetto“ leben sie nicht.


Quelle: NÖN