Helmut71
09.02.2009, 12:27
Keine Kontrolle der Stadtfinanzen von Hollbrunn durch die Landesregierung mehr.
Nach 12 langen Jahren: Sanierungsstatus passé
HOLLABRUNN / Finanzstadtrat Karl Bachmayer verkündete das Ende der Kontrolle der Landesregierung. Hollabrunn ist saniert.
VON MANUEL KÖLLNER
Dem „Start in eine sanierungsfreie Zukunft“, wie es Hollabrunns Bürgermeister Mag. Helmut Wunderl formuliert, steht nichts mehr im Wege. Nach zwölf Jahren (seit 1996) als Sanierungsgemeinde hat die Stadtgemeinde Hollabrunn dieses Status abgelegt.
Stolz zitiert VP-Finanzstadtrat Karl Bachmayer aus dem Bericht des Landes NÖ: „Eine nachhaltige Sanierung des Gemeindehaushaltes ist gewährleistet“, heißt es da. Eine Genugtuung – war es doch erklärtes Ziel bei Bachmayers Amtsantritt im Jahr 2004, diese Last von den Schultern des städtischen Finanzhaushaltes zu nehmen.
„Mit vereinten Kräften haben wir es geschafft“, bedankt sich der „Schatzmeister“ bei seinem Team, aus welchem er Erna Ruß als Chefin der Rechnungsabteilung hervorhebt, und: „Mein Dank geht auch an den Bürgermeister und über die Fraktionsgrenze hinaus an alle Stadträte.“
Doch die folg- und sparsamen Stadträte sind nicht der einzige Grund, warum sich Hollabrunn nun nicht mehr als Sanierungsgemeinde bezeichnen muss. In die Hände hat dem kommunalen Finanz-Chef die Übergabe des Krankenhauses an das Land gespielt. Und die ausgehandelten Bedarfszuweisungen von drei Millionen Euro taten ihr übriges zur Sanierung der Stadtfinanzen.
Zinsmanagement: Eine Hollabrunner Erfolgsstory
Ein Instrument des Finanzmarktes, das einige österreichische Gemeinden an den Rande des Verderbens geführt hatte, hinterließ in der Hollabrunner Bilanz schwarze Zahlen. Die von Bachmayer initiierten Zinsmanagementgeschäfte („Swaps“) spülten mehr als eine halbe Million Euro in die Gemeindekasse. Dieses Geld wurde ebenfalls zur Schuldentilgung verwendet – vor allem für die Rückzahlung eines Kredites aus dem Jahr 1982. 105 Millionen Schilling (7,6 Mio. Euro) betrug die Summe des Darlehens. „Das Wegfallen dieser Zinsrückzahlung war ein Megaschritt zur Entlastung.“
„Das heißt nicht, dass wir den Geldsack aufschnüren“
Aber, mahnt der hauptberufliche Bankdirektor Bachmayer: „Das heißt jetzt nicht, dass wir den Geldsack aufschnüren.“ Das nächste Ziel heißt: verschont bleiben vom Damokles-Schwert „Sanierungsgemeinde“.
Ebenfalls eine herausfordernde Aufgabe, denn schuldenfrei ist die Stadtgemeinde noch lange nicht. 43 Millionen Euro beträgt der Schuldenstand. Der Unterschied ist, dass diese Summe das Budget nicht direkt belastet.
„Wir wollen dem Land auch in Zukunft zeigen, dass wir einen sparsamen Umgang mit unseren Finanzmitteln pflegen und längerfristig unabhängig werken können“, so die Zielsetzung von Finanzstadtrat und Bürgermeister.
Und Status halten sei vielleicht sogar schwieriger, als Status loswerden, hatte Bachmayer bereits in einem NÖN-Interview im Sommer angemerkt.
Quelle: NÖN
Nach 12 langen Jahren: Sanierungsstatus passé
HOLLABRUNN / Finanzstadtrat Karl Bachmayer verkündete das Ende der Kontrolle der Landesregierung. Hollabrunn ist saniert.
VON MANUEL KÖLLNER
Dem „Start in eine sanierungsfreie Zukunft“, wie es Hollabrunns Bürgermeister Mag. Helmut Wunderl formuliert, steht nichts mehr im Wege. Nach zwölf Jahren (seit 1996) als Sanierungsgemeinde hat die Stadtgemeinde Hollabrunn dieses Status abgelegt.
Stolz zitiert VP-Finanzstadtrat Karl Bachmayer aus dem Bericht des Landes NÖ: „Eine nachhaltige Sanierung des Gemeindehaushaltes ist gewährleistet“, heißt es da. Eine Genugtuung – war es doch erklärtes Ziel bei Bachmayers Amtsantritt im Jahr 2004, diese Last von den Schultern des städtischen Finanzhaushaltes zu nehmen.
„Mit vereinten Kräften haben wir es geschafft“, bedankt sich der „Schatzmeister“ bei seinem Team, aus welchem er Erna Ruß als Chefin der Rechnungsabteilung hervorhebt, und: „Mein Dank geht auch an den Bürgermeister und über die Fraktionsgrenze hinaus an alle Stadträte.“
Doch die folg- und sparsamen Stadträte sind nicht der einzige Grund, warum sich Hollabrunn nun nicht mehr als Sanierungsgemeinde bezeichnen muss. In die Hände hat dem kommunalen Finanz-Chef die Übergabe des Krankenhauses an das Land gespielt. Und die ausgehandelten Bedarfszuweisungen von drei Millionen Euro taten ihr übriges zur Sanierung der Stadtfinanzen.
Zinsmanagement: Eine Hollabrunner Erfolgsstory
Ein Instrument des Finanzmarktes, das einige österreichische Gemeinden an den Rande des Verderbens geführt hatte, hinterließ in der Hollabrunner Bilanz schwarze Zahlen. Die von Bachmayer initiierten Zinsmanagementgeschäfte („Swaps“) spülten mehr als eine halbe Million Euro in die Gemeindekasse. Dieses Geld wurde ebenfalls zur Schuldentilgung verwendet – vor allem für die Rückzahlung eines Kredites aus dem Jahr 1982. 105 Millionen Schilling (7,6 Mio. Euro) betrug die Summe des Darlehens. „Das Wegfallen dieser Zinsrückzahlung war ein Megaschritt zur Entlastung.“
„Das heißt nicht, dass wir den Geldsack aufschnüren“
Aber, mahnt der hauptberufliche Bankdirektor Bachmayer: „Das heißt jetzt nicht, dass wir den Geldsack aufschnüren.“ Das nächste Ziel heißt: verschont bleiben vom Damokles-Schwert „Sanierungsgemeinde“.
Ebenfalls eine herausfordernde Aufgabe, denn schuldenfrei ist die Stadtgemeinde noch lange nicht. 43 Millionen Euro beträgt der Schuldenstand. Der Unterschied ist, dass diese Summe das Budget nicht direkt belastet.
„Wir wollen dem Land auch in Zukunft zeigen, dass wir einen sparsamen Umgang mit unseren Finanzmitteln pflegen und längerfristig unabhängig werken können“, so die Zielsetzung von Finanzstadtrat und Bürgermeister.
Und Status halten sei vielleicht sogar schwieriger, als Status loswerden, hatte Bachmayer bereits in einem NÖN-Interview im Sommer angemerkt.
Quelle: NÖN