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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hollabrunn: Platznot! Zweiter Hort für die Stadt?



Helmut71
14.01.2009, 15:12
HOLLABRUNN / Hollabrunn wächst und damit auch die Zahl der Kinder, die zu betreuen sind.

VON CHRISTOPH REITERER
Das neue Jahr hat eben erst begonnen, das neue Schuljahr ist noch ein Stückchen entfernt. Doch im Rathaus rauchen schon die Köpfe: Es gilt, die Betreuung der Schüler und Kindergartenkinder am Nachmittag sowie in den Sommerferien zu regeln. Vor allem der Hort in der Winiwarterstraße 4 platzt aus allen Nähten.
50 Schulkinder kann die Volkshilfe im mittlerweile zweigruppigen Hort betreuen, der 2007 in die Winiwarterstraße übersiedelt ist. Bis März sollen die Bedarfserhebungen über die Bühne gegangen sein. Aber schon jetzt steht fest: Es besteht wieder Handlungsbedarf.
Insgesamt zehn Volksschulkinder dürfen pro Gemeinde in einem Kindergarten mitbetreut werden. „Aber da sind wir allein schon in Breitenwaida drüber“, erklärt Hollabrunns Zentralamtsdirektor Helmut Schneider.
Realistischer ist es da schon, eine schulische Nachmittagsbetreuung einzurichten. Das darf gemacht werden, wenn zumindest 15 Kinder dafür angemeldet sind. „In der neuen Volksschule in Breitenwaida, die zu Ostern in Betrieb geht, wollen wir das auf jeden Fall einrichten“, so Schneider. „Dort ist auch genug Platz vorhanden.“
Wahrscheinlichste Variante: Hort in der Billrothgasse
Noch nicht geklärt ist die Platznot in der Stadt Hollabrunn. „Wir arbeiten intensiv an einer Lösung“, beteuert Schneider, der eine zweiten Hort derzeit für die wahrscheinlichste Variante hält. Der könnte in der Billrothgasse eingerichtet werden, da der dortige Kindergarten zu Ostern in das neue sechsgruppige Schmuckstück in der Robert Löffler-Straße einzieht.
Für das Gebäude in der Billrothgasse gibt es mit der Wohnbaugenossenschaft Frieden einen bestehenden Vertrag. Es laufen bereits Verhandlungen mit dem Hilfswerk, das den zweiten Hort betreiben könnte.
Eine schulische Lösung bietet sich nicht an. Eine andere – zumindest provisorische – Möglichkeit wäre das Studentenheim, wo als Übergangslösung ein Kindergarten eingerichtet wurde, der ebenfalls in die Löffler-Straße übersiedeln wird. „Allerdings müssten wir hier wegen des weiten und gefährlichen Weges einen Shuttle-Dienst einrichten, der natürlich zusätzliche Kosten verursachen würde“, weiß Schneider, der auch noch mit dem Erzbischöflichen Seminar über mögliche freie Räumlichkeiten sprechen will.
Und der Zentralamtschef trauert dem ehemaligen NÖN-Gebäude in der Amtsgasse nach, das nach der Übersiedelung der NÖN in die Theodor-Körner-Gasse rasch veräußert wurde: „Das wäre ideal …“
Nachmittag & Sommerferien: Kindergärten sind gerüstet
Kein Kopfzerbrechen gibt es hingegen bei den Kindergartenkindern. Der Bau des Gebäudes in der Löffler-Straße schreitet zügig voran. Die Malerarbeiten sind erledigt, die beiden riesigen Wärmepumpen laufen bereits und beheizen die 1.200 Quadratmeter Grundfläche. Schneider: „Es wurden zehn Bohrungen in 100 Meter Tiefe durchgeführt. Von Gasproblemen sind wir jedenfalls unabhängig.“
In sämtlichen Kindergärten der Gemeinde wird Nachmittagsbetreuung samt Mittagessen angeboten.
In den Sommerferien haben die Kindergärten nur in der letzten Juli- sowie in den ersten beiden August-Wochen geschlossen. Allerdings: In zwei Kindergärten wird auch in diesen drei Wochen eine Betreuung angeboten: vom Roten Kreuz in Magersdorf sowie vom Hilfswerk am Pröllplatz in der Gartenstadt.
Die Gemeinde stellt die beiden Kindergärten zur Verfügung, verlangt keine Miete und übernimmt die Betriebskosten. Eltern müssen jedoch bereits bis 15. Februar wissen, wann genau sie dieses Angebot in Anspruch nehmen wollen. „Ich könnte auch mit einem späteren Zeitpunkt leben, aber das muss aufgrund der Einteilung der Pädagoginnen so sein. Das liegt leider nicht in unserer Hand“, erklärt Schneider.
KINDERGARTEN-EINSCHREIBUNG
Für alle Kindergärten der Stadtgemeinde Hollabrunn (Brunnthalgasse, Pröllplatz, Robert Löffler-Straße und Magersdorf) finden diese Woche bis Mittwoch im Rathaus wieder die Einschreibtermine samt Bedarfserhebung für die Nachmittagsbetreuung statt. Die Ortskindergärten Breitenwaida und Enzersdorf/Thale waren bereits am Montag dran. Oberfellabrunn folgt heute, Dienstag. In Aspersdorf werden die Einschreibungen am Donnerstag vorgenommen.
WEB-TIPP
Einen umfassenden Überblick über Nachmittagsbetreuungsmöglichkeiten für 6- bis 15-Jährige in Niederösterreich bietet die Datenbank http://noe.nachmittagsbetreuung.at der NÖ Arbeiterkammer. Mit wenigen Klicks bekommen Eltern alle Informationen über die schulischen und schulnahen Nachmittagsbetreuungseinrichtungen in ihrem Bezirk. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Pflichtschulen mit ganztätiger Betreuung in NÖ leicht gestiegen. „Das ermöglicht eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, sagt AKNÖ-Präsident Josef Staudinger und fordert den weiteren Ausbau von leistbaren Angeboten. Die Datenbank der AK erfasst neben Schulen auch Horte und private Betreuungseinrichtungen. Angaben zu den Öffnungszeiten, den Kosten sowie den zusätzlichen Angeboten finden sich ebenso wie Möglichkeiten des Mittagessens für die Schüler. Zusätzlich können Eltern nach Schulen mit Ferienbetreuung und Betreuung an schulfreien Tagen suchen. Letzteres bieten nur 73 von 1.100 Schulen an. Ferienbetreuung gibt es nur in 90 Häusern.

Quelle: noen.at