Helmut71
12.01.2009, 09:40
Glasscherbe im Daumen: „Die Klinik frotzelte mich“
GÄNSERNDORF / 18-jährige Studentin hätte mit verletzter Hand Formular ausfüllen sollen. Und: Pensionistin (80) soll mit starken Schmerzen heim geschickt worden sein.
VON K. KOPF UND T. SCHINDLER
Sie polarisiert wie keine andere Einrichtung in der Bezirkshauptstadt: Die Tagesklinik. Die einen lieben sie, die anderen hassen sie. Wobei letztere gefühlsmäßig immer mehr werden. Kein gutes Haar an der Gänserndorfer Zweigstelle des Mistelbacher Krankenhauses lassen zum Beispiel eine 18-jährige Studentin und eine 80-jährige Pensionistin.
Die Studentin (Name der Redaktion bekannt) hatte ein Glas zerbrochen, ein Splitter steckte im rechten Daumen: „Ich hatte alles versucht, aber ich bekam den Splitter nicht heraus.“ In ihrer Not wandte sich die junge Gänserndorferin an die Ärzte der Tagesklinik. Was dort passierte, war Tragikomik pur.
„Ich sollte ein Formular mit meinen ganzen Daten ausfüllen. Nur konnte ich den Kugelschreiber wegen dem verletzten Daumen nicht halten.“ Die Studentin schlug vor, das Formular nach der Entfernung des Glassplitters auszufüllen. „Der Arzt sagte daraufhin zu mir, wenn ich nicht gewillt sei, den Zettel auszufüllen, sei auch er nicht gewillt, mich medizinisch zu behandeln.“
Krankenschwester füllte schließlich Formular aus
Eine Krankenschwester erbarmte sich schließlich und trug die Daten der jungen Frau ein. „Anschließend wurde mir der Splitter entfernt.“
Mehr als verärgert ist auch eine 80-jährige Pensionistin aus Gänserndorf (Name der Redaktion bekannt). Sie litt unter starken Schmerzen im Knöchel. „In der Tagesklinik sagte man mir, ich sei bloß wetterfühlig, und schickte mich wieder weg.“ Später stellte sich dann heraus, dass sich eine medizinische Schraube im Fuß gelöst und die Schmerzen verursacht hatte. Die Pensionistin war nämlich im Jahr davor nach einem Unfall am Knöchel operiert worden. Mit der Schraube hatten die Chirurgen das lädierte Bein saniert.
„In der Tagesklinik wusste man von meinem Unfall und der Operation. Niemand kam aber auf die Idee, dass diese Schraube die plötzlichen Schmerzen verursacht haben könnte.“
Was sagt nun das „Medizinische Zentrum Mistelbach“ zu den Vorwürfen? Patienten-Ombudsmann Othmar Matzinger hat die beiden Fälle genau unter die Lupe genommen: „Medizinisch ist alles einwandfrei abgelaufen. Mit der Pensionistin war die Behandlung abgestimmt.“ Die Vorwürfe könne er also nicht nachvollziehen.
„Vielleicht gab es ein Kommunikationsproblem“
Was wiederum die Studentin betrifft, räumt Matzinger ein, dass es unter Umständen Kommunikationsprobleme gab: „War dem vielleicht so, tut es uns natürlich Leid. Wir konnten aber erheben, dass nicht der Arzt auf das Ausfüllen des Formulars gedrängt hat, sondern jemand aus der Rezeption.“ Nachdem der Fall aber schon einige Monate zurückliegt, könne man den „Schuldigen“ beim Empfang nicht mehr ausforschen.
Quelle: noen.at
Link: Tagesklinik Gänserndorf (http://www.lknoe.at/de/349/)
GÄNSERNDORF / 18-jährige Studentin hätte mit verletzter Hand Formular ausfüllen sollen. Und: Pensionistin (80) soll mit starken Schmerzen heim geschickt worden sein.
VON K. KOPF UND T. SCHINDLER
Sie polarisiert wie keine andere Einrichtung in der Bezirkshauptstadt: Die Tagesklinik. Die einen lieben sie, die anderen hassen sie. Wobei letztere gefühlsmäßig immer mehr werden. Kein gutes Haar an der Gänserndorfer Zweigstelle des Mistelbacher Krankenhauses lassen zum Beispiel eine 18-jährige Studentin und eine 80-jährige Pensionistin.
Die Studentin (Name der Redaktion bekannt) hatte ein Glas zerbrochen, ein Splitter steckte im rechten Daumen: „Ich hatte alles versucht, aber ich bekam den Splitter nicht heraus.“ In ihrer Not wandte sich die junge Gänserndorferin an die Ärzte der Tagesklinik. Was dort passierte, war Tragikomik pur.
„Ich sollte ein Formular mit meinen ganzen Daten ausfüllen. Nur konnte ich den Kugelschreiber wegen dem verletzten Daumen nicht halten.“ Die Studentin schlug vor, das Formular nach der Entfernung des Glassplitters auszufüllen. „Der Arzt sagte daraufhin zu mir, wenn ich nicht gewillt sei, den Zettel auszufüllen, sei auch er nicht gewillt, mich medizinisch zu behandeln.“
Krankenschwester füllte schließlich Formular aus
Eine Krankenschwester erbarmte sich schließlich und trug die Daten der jungen Frau ein. „Anschließend wurde mir der Splitter entfernt.“
Mehr als verärgert ist auch eine 80-jährige Pensionistin aus Gänserndorf (Name der Redaktion bekannt). Sie litt unter starken Schmerzen im Knöchel. „In der Tagesklinik sagte man mir, ich sei bloß wetterfühlig, und schickte mich wieder weg.“ Später stellte sich dann heraus, dass sich eine medizinische Schraube im Fuß gelöst und die Schmerzen verursacht hatte. Die Pensionistin war nämlich im Jahr davor nach einem Unfall am Knöchel operiert worden. Mit der Schraube hatten die Chirurgen das lädierte Bein saniert.
„In der Tagesklinik wusste man von meinem Unfall und der Operation. Niemand kam aber auf die Idee, dass diese Schraube die plötzlichen Schmerzen verursacht haben könnte.“
Was sagt nun das „Medizinische Zentrum Mistelbach“ zu den Vorwürfen? Patienten-Ombudsmann Othmar Matzinger hat die beiden Fälle genau unter die Lupe genommen: „Medizinisch ist alles einwandfrei abgelaufen. Mit der Pensionistin war die Behandlung abgestimmt.“ Die Vorwürfe könne er also nicht nachvollziehen.
„Vielleicht gab es ein Kommunikationsproblem“
Was wiederum die Studentin betrifft, räumt Matzinger ein, dass es unter Umständen Kommunikationsprobleme gab: „War dem vielleicht so, tut es uns natürlich Leid. Wir konnten aber erheben, dass nicht der Arzt auf das Ausfüllen des Formulars gedrängt hat, sondern jemand aus der Rezeption.“ Nachdem der Fall aber schon einige Monate zurückliegt, könne man den „Schuldigen“ beim Empfang nicht mehr ausforschen.
Quelle: noen.at
Link: Tagesklinik Gänserndorf (http://www.lknoe.at/de/349/)