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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Post-Schließungen


Helmut71
19.11.2008, 10:05
Die Diskussionen rund um mögliche Schließungen von Postfilialen und Entlassungen von Postmitarbeitern hat das Werinviertel erreicht. In zahlreichen Lokalzeitungen wird über Schließungen einzelner Filialen diskutiert. Gesichert scheinen nur die wirklich großen Filialen in den Bezirkhauptstädten zu sein.


Stehen 13 Postämter im Bezirk vor Schließung?
NERVÖS / Viele Gemeinden im Bezirk zittern um ihre Postfilialen. Der einhellige Tenor: „Keiner weiß, ob auch wir betroffen sind.“
VON S. HAVRANEK, U. KREMSMAYER UND E. WESSELY
BEZIRK GÄNSERNDORF / Auch im Bezirk geht die Angst bei Post-Angestellten um. Angst, dass ihre Filiale in nächster Zeit Schließungsplänen zum Opfer fällt.
Derzeit gibt es noch 14 Postämter, nämlich in Auersthal, Zistersdorf, Gänserndorf, Strasshof, Deutsch-Wagram, Prottes, Angern, Dürnkrut, Hohenau, Obersiebenbrunn, Lassee, Marchegg, Gross-Enzersdorf und Orth. Nur Gänserndorf kann relativ sicher sein, nicht von einer Schließung betroffen zu sein.
Zistersdorfs VP-Vizebürgermeister Helmut Lehner hat die schlimmsten Befürchtungen: „Wenn sie noch ein paar Ämter schließen, wird bald nur noch die Bezirkshauptstadt übrig bleiben. Im Norden gibt es neben Zistersdorf nur noch in Hohenau und Dürnkrut eine Postfiliale. Gewisse Sachen können nur am Postamt erledigt werden.“
Quirgst: „Kann und will mir Schließung nicht vorstellen“
Auf Listen, die in den letzten Tagen die Runde machten, war von Schließungen der Postämter Deutsch-Wagram, Strasshof und Groß-Enzersdorf die Rede. Für Deutsch-Wagrams VP-Stadtchef Friedrich Quirgst eine Katastrophe: „Das kann und will ich mir nicht vorstellen.“ Er erwartet sich von der Post, dass die Gemeinden in solchen Fällen informiert werden.
In die gleiche Kerbe schlägt Ludwig Deltl, Strasshofs SP-Bürgermeister: „Die Post redet anscheinend nicht mit den Gemeinden. Wie Strasshof auf die Liste kommt, ist mir unklar - ich dachte, nur kleine Postämter wären betroffen.“ Er hat schon erste Kontakte geknüpft: „Ich kann aber zur Zeit lediglich meinen Unmut äußern, werde aber alles in meiner Macht stehende unternehmen.“
Und in Groß-Enzersdorf? Gerüchte habe sie mehrere gehört, sagt SP-Vizebürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec. Zuerst bedrohliche, zuletzt aber wurde ihr Entwarnung signalisiert. Im Postamt weiß man von nichts. „Wir wurden nicht informiert“, sagen Postamtsleiter Manfred Gutschik und sein Stellvertreter Mathias Scharner. Michael Homolar, Pressesprecher der Post, versteht nicht, woher die Liste gekommen sei: „Das entbehrt jeder Grundlage!“ Erst bei der am 11. Dezember stattfindenden Aufsichtsratssitzung würden Maßnahmen für 2009 beschlossen werden.
VP-Landtagspräsident Herbert Nowohradsky zu möglichen Postschließungsplänen: „Das Postamt alleine macht es nicht aus, aber flächendeckende Versorgung muss gegeben sein. Wenn die Post in Zukunft Partner braucht, spreche ich vor allem die Banken an, die die Aufgaben von Postämtern übernehmen könnten.“


Quelle: NÖN


„Das ist unvorstellbar!“
SCHLIESSUNGS-WELLE? / Setzt die Post ihre angedachten Pläne um, könnte es im Bezirk nur noch vier Postämter geben.
VON MICHAEL PFABIGAN
BEZIRK MISTELBACH / Die Postamtsschließungswelle 2002 bescherte den Kettlasbrunnern ein Gutes: Immerhin kamen sie als Frage bei der ORF-Rate-Show „Was gibt es Neues?“ vor. Das Rateteam sollte damals erraten, warum die Kettlasbrunner manchmal ihre Geschirrtücher aus dem Fenster hängen würden.
Die Antwort: Damit der Briefträger weiß, ob er zu einem Sonderauftrag in das Haus kommen soll. Das war nur eine der merkwürdigen Auswüchse jener Schließungswelle, der damals 23 Postämter im Bezirk zum Opfer fielen, 2005 folgten nochmals zwei. Heute gibt es im Bezirk Mistelbach 17 Postämter.
Der damalige SPÖ-Nationalratsabgeordnete Werner Kummerer war als Pessimist bezeichnet worden, als er 2001/2002 prophezeite, das nur die Postämter Mistelbach, Wolkersdorf, Laa und Poysdorf überleben würden. Würde die von der Post in Aussicht gestellte Schließungswelle kommen, behielte er wohl recht, ist Alt-Postgewerkschafter Egon Englisch überzeugt.„Die Entscheidung liegt jetzt bei Werner Faymann und der nächsten Regierung“, hofft der Sozialdemokrat: „Dann könnten wir gute Postämter halten!“ Englisch meint damit Postämter, bei denen die Umsätze stimmen.
In Poysbrunn beispielsweise war dieses Argument 2002 schlagend geworden. Englisch, lange Jahre Leiter des Hauptpostamtes Mistelbach und bis heuer Chef der Post-Pensionisten, nennt weitere „gute“ Postämter: Schrattenberg und Ameis.
Hingegen hätte die Schließungswelle im Jahr 2002 auch gezeigt, dass, wenn die Post zusperren wolle, auch ein neues Team nichts nutzte. Das Postamt Staatz-Kautendorf wurde zugesperrt, obwohl der neue Leiter sich die Hacken ablief und auch gute Zahlen brachte. Denn verglichen war das Vorjahr worden.
Alternative Modelle müssen geprüft werden
Wie viel Post braucht das Land? „Wenn nur vier oder fünf Postämter im Bezirk übrig bleiben, dann ist das für mich nicht denkbar!“, kommentiert ÖVP-Landtagsabgeordneter Karl Wilfing die kolportierten Post-Pläne. Allerdings hatte er sich auch 2001 Großkrut nicht ohne Post vorstellen können. 2002 wurde das Amt dann geschlossen. Alternative Modelle, mit Poststellen oder Postpartnern müssten geprüft werden. „Aber wenn alles zugesperrt wird, dann hat die Post keine Überlebenschance!“, so Wilfing.
SPÖ-Nationalrat Hubert Kuzdas definiert das notwendige Quantum an Post mit der erbrachten Leistung: Ordentliche Zustellung und der Zugang zu den Angeboten der Post. Immerhin sei das Geschäft der Post lokal zu sehen. Liberalisierung des Postwesens könne aber nicht bedeuten, dass sich private Anbieter die Rosinen aus dem Kuchen picken könnten - gleiches Recht für alle müsste gelten.


Quelle: NÖN


Sorge um die Postämter
SCHLIESSUNGEN? / Gerade die kleineren Gemeinden bangen um ihre Postämter. Vor allem die ältere Generation wäre betroffen.
BEZIRK KORNEUBURG / Die Diskussion um mögliche Postamtsschließungen bereitet auch den Bürgermeistern Sorgenfalten. Noch gibt es acht Postämter im Bezirk Korneuburg (siehe Infobox). „Noch vor zwei Jahren hätte ich gesagt, dass ich keine Angst vor einer Schließung habe“, sagt die Bürgermeisterin aus Bisamberg Dorothea Schittenhelm. Auch heute sieht sie für Bisamberg keine unmittelbare Gefahr: „Wir liegen im Einzugsgebiet der Pendlerstrecke von Großrußbach nach Korneuburg.
Das ist ein gutes Argument, dass unser Postamt gar kein Thema wird“, hofft sie. Die Gemeinde Hausleiten sieht der Entscheidung der Postamtsschließungen mit Bangen entgegen. „Bei einer Schließung von 900 Postämtern besteht natürlich die Gefahr, dass Hausleiten dabei ist“, fürchtet Bürgermeister Otto Ruthner. Der Hausleitner Postamtsfilialleiter Leopold Brater macht sich weniger Sorgen: „Von den 900 Standardfilialen der Post sind wir beim Umsatz auf Platz drei.“
Vor allem die ältere Generation wäre von den Schließungen betroffen, meint der Ernstbrunner Bürgermeister Johann Prügl, der ebenfalls noch ein Postamt in seiner Gemeinde hat. „Ich hoffe, dass uns die Schließung nicht betrifft.“ Immerhin sei Ernstbrunn nach der letzten Welle der Postamtsschließungen zu einem Schwerpunkt-Postamt geworden. „Die Jugend hilft sich mit dem Internet, aber die älteren Leute sind auf das Postamt angewiesen“, betont er.
„Sollten wir erfahren, dass das Postamt in Spillern geschlossen werden soll, wird es Protestaktionen geben“, kündigt Vizebürgermeister Josef Bedliwy an. Noch hätte man aber nichts erfahren und man könne es sich auch schwer vorstellen. „Von Spillern aus werden ja auch noch Wiesen und Ober- und Unterrohrbach mitbetreut“, gibt Bedliwy zu denken, „außerdem wurde die Filiale erst renoviert.“
NRAbg. Dorothea Schittenhelm fordert von der Post ein Umdenken und eine Anpassung an die moderne Betreuungswelt, in der das Internet eine große Rolle spielt. Dass es künftig nur noch in großen Städten Postämter gibt, will sich auch der Obmann des ÖVP-Gemeindevertrerterverbandes Otto Ruthner nicht vorstellen: „Die Institution wäre dann ad absurdum geführt - wer fährt denn in die Stadt, um seine Postgeschäfte zu erledigen?“



Quelle: NÖN

Mysticus
20.11.2008, 16:26
Das Finanzdebakel der Post ist allerdings teilweise auch hausgemacht.

Als sich die Privaten Paketzusteller aus der Finsternis erhoben, hat man darauf seites der Post wenig reagiert.

Heute merkt man, dass sehr viele Versandhäuser, Internetshops aber auch Private eher zur Transportierung ihrer Pakete mit einem Privaten Paketzusteller (zb. DPD, GLS, UPS etc)neigen, als mit der Post.

Was noch dazukommt ist, dass heutzutage fast keine Briefe mehr geschrieben werden und vieles per E-Mail erledigt wird. Dadurch werden natürlich auch die Faxsendungen minimiert.

In meinen Augen liegt die Schweinerei aber darin, dass fast 10 000 Postangestelle (das muss man sich einmal vorstellen) gehen müssen und die oberen glorreichen 10 hocken bleiben. Diese sollten sich selbst an der Nase nehmen und ebenfalls gehen, bzw. auf einen Teil ihres ohnehin viel zu hohen gehalts verzichten.

An die vielen Menschen, insbesondere die Älteren (und die Österreicher Bevölkerung veraltet), denkt anscheindend niemand. Das manche anschließend mehrere Kilometer zu der nächsten Post (bei Schließung) zurücklegen müssen und das dies bei unserem ausgedünnten öffentlichen Verkehrsnetz, wobei hier noch hinzuzufügen ist, dass die Preis unverschämt sind, schwierig ist, interessiert niemanden.

Peter Wrba
20.11.2008, 19:07
Du kannst das Postamt auch im lokalen Supermarkt unterbringen.

In UK wird dies auf dem Land so gemacht.

Mysticus
20.11.2008, 22:20
Aber natürlich könnte man es so machen, wie es zb Hermes in Hohenau macht, einfach einen "Paketshop" in einem Geschäft einzurichten, nur biete die Post auch andere Dienstleistungen an, wie Konto oder Fax, Mobiltelefon-Dienstleistungen, Internet usw.

Die Post muss einfach attraktiver werden. In Sachen Paketversand und Tarife sind sie weit hinter den privaten Dienstleistern.

Ich würds schade finden, wenn die Post zb. in Hohenau zusperren würde, denn das bedeutet nämlich eine Belastung für ältere Menschen oder jene, die zb. kein Auto haben und somit teuer mit Bahn und Bus (wenn eine verbindung vorhanden) fahren müssen, sowie ein weiter Kahlschlag unserer ohnehin benachteiligten Region.

tinahexe
23.11.2008, 00:09
Du kannst das Postamt auch im lokalen Supermarkt unterbringen.

In UK wird dies auf dem Land so gemacht.



bei mir in großkadolz is auch im supermarkt die poststelle, aber geldsachen muss ich 2 ortschaften weiter in hadres erledigen,

lg tina

Ironman
04.12.2008, 11:33
Es funktioniert wie überall mit der altbewährten Salamitaktik.
Zuerst werden einige wenige Postämter geschlossen, dann wieder wenige usw. bis letztendlich im Bezirk nurmehr jene in den Städten übrig bleiben.
Nach einigem Hühnergegacker wird sich alles beruhigt haben, die Leute es gewohnt sein, und kein Schw... wird sich mehr aufregen.

Solang es funktioniert, dass führerscheinlose Personen (die eh immer weniger werden) mit irgendwem mitfahren können, solange wird sich auch niemand nachhaltig aufregen, wodurch auch seitens der Politik kein Handlungsbedarf besteht.

Bestes Beispiel: Die Nebenbahnen im Weinviertel, die man 1988 allesamt nach jahrelangem, bewussten Investitionsstopp ohne jeglichen Attraktivierungsversuch eingestellt hat. Es wurden stattdessen Busse eingeführt, die mangels Akzeptanz (kein Autofahrer steigt in einen Bus !) weniger und weniger wurden.
Wer regt sich heute noch auf ? Richtig, keiner.