Helmut71
13.11.2008, 10:23
Beim Thema "neuer ÖBB Fahrplan" gehen weiterhin die Wogen hoch. Zahlreiche Berichte in Printmedien, im Fernsehn, wütende und enttäuschte Leserbriefe und viele Wortmeldungen von Lokalpolitikern zeugen von massivem Unmut vieler Pendler. Der größte Unmut dürfte bei Pendlern entlang der Nordbahn und der S1 bis Gänserndorf und bei Pendlern der S2 bis Mistelbach bzw. Laa vorhanden sein. Eine Protestkundgebung von Schülern aus Mistelbach und Laa ist ebenfalls in Vorbereitung. Hier eine Übersicht über einzelne Artikel in Printmedien:
Resolution gegen ÖBB-Fahrplan
JEDENSPEIGEN, HOHENAU / Jedenspeigens VP-Bürgermeister Ing. Reinhard Kridlo sieht durch die ÖBB-Fahrplanänderung massive Verschlechterungen auf Pendler und Schüler zukommen.
VON ERICH WESSELY
Der Marktgemeinde Jedenspeigen stößt die geplante Fahrplanänderung der ÖBB für die Nordbahn, die ab 14. Dezember in Kraft tritt, sauer auf.
Um Druck auszuüben hat Jedenspeigen jetzt in einer Gemeinderatssitzung folgende Resolution beschlossen:
- „Der Gemeinderat fordert, dass alle Regionalzüge in den Haltestellen Jedenspeigen und Sierndorf halten und die Abfahrtszeit der Züge in Gänserndorf Richtung Bernhardsthal wie bisher beibehalten wird.“
Zur Erklärung: Laut vorläufigem Fahrplanentwurf der ÖBB hält der Regionalzug von Bernhardsthal nach Wien ab 14. Dezember in den Haltestellen Sierndorf und Jedenspeigen nicht mehr. Der Zug, der normalerweise um 4.40 Uhr in Jedenspeigen stehen bleibt, scheint überhaupt nicht mehr auf. Auch Schüler in Gänserndorf und Dürnkrut sind von der Fahrplanänderung betroffen. Abgestimmt auf den Fahrplan beginnt z. B. der Unterricht in der Hauptschule Dürnkrut bereits um 7.40 Uhr. Bei der Heimfahrt müssen die Schüler aber durch die neuen Abfahrtszeiten ca. 45 Minuten auf einen Anschlusszug warten.
„Lebensqualität wird massiv verschlechtert“
In dem Papier der Marktgemeinde heißt es: „Durch die Maßnahme der ÖBB wird die Lebensqualität unserer Schüler und Pendler massivst verschlechtert. Um ein Aussterben unserer Gemeinde zu verhindern sind wir auf die Erhaltung der vorhandenen Zuganschlüsse angewiesen. Es sollte doch seitens der ÖBB die Pflicht sein, alle Bürger einer Region gleich zu behandeln.“ Gezeichnet: VP-Bürgermeister Ing. Reinhard Kridlo.
Hohenau: Attraktivste Verbindungen gestrichen
Auch Hohenau ist vom neuen Fahrplan betroffen. Pendler, die vom Bahnhof Hohenau nach Wien zur Arbeit und wieder retour fahren, werden ab 14. Dezember auf die atttraktivsten Verbindungen auf der Schiene verzichten müssen. Mit Inkrafttreten des Winterfahrplans machen fast alle Schnellzüge, die zwischen Wien und Prag verkehren, nicht mehr in Hohenau Station, sondern nur noch im tschechischen Breclav.
Zwar macht einer der schnellsten Züge auf der Nordbahn überhaupt, der „Chopin“ aus Warschau, auch künftig auf seiner Fahrt nach Wien um 5.12 Uhr in Hohenau Station, andere EuroCity-Züge fallen aber weg:
- Der „Antonin Dvorak“ mit Start vom Südbahnhof um 15.58 Uhr.
- Der „Franz Schubert“, der von Wien um 16.58 Uhr abfährt.
- Und der „Gustav Mahler“, der von Wien um 18.58 Uhr startet.
ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif bleibt auf Anfrage der NÖN allgemein: „Es hat bereits Gespräche zwischen den Gemeindevertretern und dem ÖBB Regionalmanagement gegeben und ein weiteres wurde vereinbart.“ Die geänderten Abfahrtszeiten sind laut Seif mit Zwängen durch den Bau des Wiener Hauptbahnhofes zu erklären.
Quelle: NÖN
„Bombardiert Beschwerdestelle!“
DEUTSCH-WAGRAM, STRASSHOF / Die Änderungen im Zugplan sind Politikern aus Deutsch-Wagram und Strasshof gleichermaßen ein Dorn im Auge.
VON STEFAN HAVRANEK
„Das ist ein brutaler Anschlag auf die Pendler!“, ist SP-Stadtrat Gustav Ewald fassungslos. „Ab 14. Dezember werden sie eigentlich nur mehr als ,Sardinen‘ zu ihren Arbeitsplätzen transportiert.“ Der Grund für Ewalds Zorn ist der neue Fahrplan der ÖBB. „Mit Entsetzen musste ich feststellen, dass eine Vielzahl an Zügen einfach gestrichen wird“, ereifert sich Ewald, „Gerade in der für Pendler relevantesten Zeit von 5 bis 9 Uhr werden acht Zugfahrten gestrichen.“
Die Deutsch-Wagramer SP will sich das nicht gefallen lassen und hat auch schon einige Aktionen in Planung: Kürzlich wurde ein entsprechender Informationszettel an die Pendler ausgeteilt und am 10. November soll eine Unterschriftenaktion starten. „Listen liegen dann bei allen Deutsch-Wagramer SP-Mitgliedern auf und werden über die SP-Homepage (www.spoe.at/noe/deutsch-wagram (http://www.spoe.at/noe/deutsch-wagram)) zum Download angeboten“, erklärt Ewald. Weitere Schritte: Ewald wird versuchen, alle Bürgermeister von Deutsch-Wagram bis Hohenau einzubeziehen, da auch ihre Gemeinden betroffen sind, um gemeinsam bei den zuständigen Stellen des Landes vorzusprechen. „Sollten alle Aktionen zu keinem Umdenken führen, kann ich mir vorstellen, dass es mit den Pendlern zu Protestaktionen kommt“, so Ewald. Er ruft alle Pendler auf, sich zu wehren: „Bombardiert die Beschwerdestelle der ÖBB mit Briefen, E-Mails und Telefonaten!“
„Auch in Strasshof werden zwei Züge gestrichen“
Unterstützung aus Strasshof ist Ewald gewiss: Dort sind die Fahrplanänderungen dem Bürgerlisten-Mandatar Dr. Paul Ebhart ein Dorn im Auge: „In Strasshof werden ab 14. Dezember ebenfalls zwei Züge in der Früh gestrichen - das kann nicht sein.“ Vor allem die Pendler aus Silberwald seien betroffen: „Es ist befremdend, dass man von Silberwald genauso viel nach Wien zahlen muss, wie von Gänserndorf, obwohl es durchgehend bebautes Gebiet mit Strasshof ist“, ärgert sich Ebhart und fordert: „Wenn schon Züge gestrichen werden, soll diese ,Zonenungerechtigkeit‘ fallen.“ Er könnte sich vorstellen, dass die Pendler aus Silberwald weniger als die Strasshofer, dafür aber mehr als die Gänserndorfer zahlen und nennt seinen Vorschlag „Halbzone“: „Dadurch würde auch die Umwelt entlastet werden, denn viele Pendler fahren von Silberwald nach Strasshof, um sich Geld zu sparen.“
Auch Strasshofs SP-Bürgermeister Ludwig Deltl kennt die Problematik: „Die ,Zonenungerechtigkeit‘ hat seinerzeit schon SP-Altbürgermeister Dr. Rolf Neidhart angeschnitten. Ich bin bemüht, nicht eine ,Halbzonenlösung‘, sondern gleiche Preise für alle Strasshofer zu erreichen.“ Auch ihm sind die angekündigten Zug-Streichungen ein Dorn im Auge: „Ich habe sofort den Kontakt mit den ÖBB gesucht, ich sehe die Einschränkungen nicht ein.“ Früher habe es bei solchen Änderungen „Terminkoordinationsgespräche“ mit den ÖBB gegeben. „Im Dezember habe ich einen Termin mit den Verantwortlichen. Die Änderungen am 14. Dezember werden aber kaum aufzuhalten sein.“
Quelle: NÖN
„Das ist eine Frechheit!“
WOLKERSDORF / Der neue Schnellbahnfahrplan sorgt jetzt auch unter den Wolkersdorfer Pendlern für Wirbel.
Der ab Dezember gültige Schnellbahnfahrplan stellt die über tausend Pendler, die täglich in Wolkersdorf ein- und aussteigen, vor Probleme. Für Unverständnis sorgt vor allem, dass ein funktionierender Fahrplan so gravierend umgestellt wird. Bekannt ist ja schon die Tatsache, dass viele Eilzüge in Obersdorf nicht mehr stehen bleiben werden und die ohnehin schon prekäre Parkplatzsituation in Wolkersdorf dadurch höchstwahrscheinlich drastisch verschlimmert wird.
Aber auch Unternehmer in Wolkersdorf (immerhin pendeln mehr Leute ein als Wolkersdorfer aus) sind verärgert. Allen voran das Traditionsunternehmen Manner, das in der örtlichen Fabrik 180 pendelnde Schichtarbeiter beschäftigt. Betriebsrätin Petzold: „Die mit dem zweigleisigen Ausbau versprochenen Viertelstundentakte gibt es in den Morgen- und Abendstunden, also gerade zu Schichtwechsel, de facto nicht.“ Weil in den Abendstunden der Zug Richtung Laa von 22.22 Uhr auf 22.52 Uhr verlegt wurde, müssen 80 Leute nun eine halbe Stunde warten. Da es auch keine Busse gibt, bleibt als Alternative nur mehr das Auto.
„Viele Schichtarbeiter verdienen um die 1.000 Euro, was das Autofahren gerade in Zeiten der steigenden Spritpreise zum Luxus macht. Noch dazu, wo Manner die Kosten für die Zugkarten zu 100% refundiert.“ erklärt Petzold. Die Nachtschichtarbeiter, die um 6 Uhr morgens müde nach Hause fahren, nutzen die Zeit im Zug zum Schlafen. „Manche überlegen daher schon, den Arbeitsplatz zu wechseln.“ Ein Brief der Manner-Geschäftsleitung an die ÖBB blieb unbeantwortet, ebenso wie viele Anrufe im ÖBB-Servicecenter.
Der Gewürzhersteller Kotanyi ist laut Betriebsrätin nicht so betroffen, obwohl es zwar auch viele Schichtarbeiter gebe, diese aber großteils in Fahrgemeinschaften organisiert sind.
Auch Bürgermeister Norbert Heurteur ist verärgert: „Es ist eine Frechheit was die ÖBB machen. Bis jetzt wurden die Gemeinden in die Fahrplanerstellung eingebunden, jetzt werden sie nicht mehr gefragt, müssen aber immer mehr bezahlen. Zum Beispiel beim Nachtzug, der jetzt fünfmal so teuer ist wie vorher. Auch müssen Schüler bis zu einer Stunde früher nach Mistelbach in die Schule fahren.“
Quelle: NÖN
Demo wird vorbereitet
BEZIRK MISTELBACH / Schüler aus Mistelbach und Laa werden wegen Verschlechterungen auf die Straße gehen.
Die Schüler der höheren Schulen von Mistelbach und Laa fühlen sich durch den ab 14. Dezember gültigen Fahrplan der ÖBB massiv benachteiligt: Richtung Norden werden morgens Züge gestrichen und durch Schienenersatzverkehr zwischen Wolkersdorf und Mistelbach ersetzt, am Nachmittag herrscht eine ähnliche Misere in die Gegenrichtung.
Der Grund: Die ÖBB packte in den Pendlerzeiten alle Kapazitäten in die Hauptverkehrsrichtungen, wegen der Eingleisigkeit der Verbindung gehen sich keine zusätzlichen Züge aus. Ein weitererer Grund für den Ärger der Schüler: Die Verlegung der Ankunfts- und Abfahrtzeiten von der vollen zur halben Stunde hin. Lange Wartezeiten sind die Folge. Für Aufregung sorgte auch die angekündigte Verlegung der Abfahrtszeiten beim Bus - allerdings bewegen sich diese im Minutenbereich, die Aufregung legte sich wieder.
Für Unmut, vor allem in Laa, sorgt weiter die Einführung eines Schienenersatzverkehrs zwischen Wolkersdorf und Mistelbach für Schüler. Gymnasiasten aus dem Wolkersdorfer Raum, die in Laa die Schule besuchen wollen, müssen künftig zuerst in den Bus einsteigen, dann in Mistelbach in die Schnellbahn wechseln, bevor sie in Laa wieder in einen Bus einsteigen, der sie in die Schule bringt.
„Die ÖBB hat auf Zeit gespielt und nichts gemacht!“, kritisiert Laas Gym-Direktor Thomas Jaretz, der auf diese Probelmatik - erfolglos - seit Juni hinwies. Jetzt könne er Protestaktionen von Eltern und Schülern nicht mehr ausschließen - sie lägen zudem nicht mehr in seiner Hand. Und in der HAK Mistelbach waren schon Unterschriften gegen den neuen Fahrplan gesammelt worden.
Zu Wochenbeginn kam es dann zum großen Schulterschluss der Schülervertreter aus Laa und Mistelbach: Gemeinsam soll von Schülern aller höheren Schulen aus Mistelbach und Laa am 24. November in Mistelbach eine Großdemo gegen den neuen Fahrplan abgehalten werden.
Die Demonstration soll bereits polizeilich gemeldet sein, man rechnet damit, dass bis zu 5.000 Schüler gegen den neuen Fahrplan auf die Straße gehen werden.
Quelle: NÖN
ÖBB-Fahrplan: Kritik an allen Ecken und Enden
Am 14. Dezember tritt der ÖBB-Winterfahrplan in Kraft, schon jetzt häufen sich die Beschwerden. Der Taktfahrplan, der schnelleres Umsteigen ermöglicht, wird positiv angenommen. Viele Änderungen sorgen aber für massive Kritik.
Kein Direktzug Wien-Bruck/Leitha
Beispiel Bruck an der Leitha: Sämtliche Euro-City-Zugsverbindungen sollen gestrichen werden. Dadurch hätte die Bezirkshauptstadt keine direkte Zug-Verbindung mehr in die Landeshauptstadt. Protestmaßnahmen sind bereits geplant.
Groß ist der Ärger auch im Bezirk Hollabrunn, denn der Nachtzug von Wien bis nach Retz steht vor dem Aus. 16 Gemeinden sollen statt bisher 52.000 Euro fünf Mal so viel zahlen. Nicht leistbar, heißt es von den protestierenden Gemeinden.
ÖBB sagte noch nichts zur Kritik
Aufregung herrscht auch an der Nordbahn. Dort müssen Schüler der Hauptschule Dürnkrut künftig 45 Minuten länger auf die Abfahrt des Zuges warten. Ziel der ÖBB ist es nach eigenen Angaben, den Fahrplan zu straffen und damit auch die Fahrtzeiten für die Pendler zu verkürzen.
Eine Stellungnahme zu den Kritikpunkten wollte man nicht abgeben. Wie ein ÖBB-Sprecher gegenüber dem ORF NÖ sagte, wolle man nächste Woche Details des neuen Fahrplanes für Niederösterreich vorstellen und sich dann auch der Kritik stellen.
Quelle: noe.orf.at
Resolution gegen ÖBB-Fahrplan
JEDENSPEIGEN, HOHENAU / Jedenspeigens VP-Bürgermeister Ing. Reinhard Kridlo sieht durch die ÖBB-Fahrplanänderung massive Verschlechterungen auf Pendler und Schüler zukommen.
VON ERICH WESSELY
Der Marktgemeinde Jedenspeigen stößt die geplante Fahrplanänderung der ÖBB für die Nordbahn, die ab 14. Dezember in Kraft tritt, sauer auf.
Um Druck auszuüben hat Jedenspeigen jetzt in einer Gemeinderatssitzung folgende Resolution beschlossen:
- „Der Gemeinderat fordert, dass alle Regionalzüge in den Haltestellen Jedenspeigen und Sierndorf halten und die Abfahrtszeit der Züge in Gänserndorf Richtung Bernhardsthal wie bisher beibehalten wird.“
Zur Erklärung: Laut vorläufigem Fahrplanentwurf der ÖBB hält der Regionalzug von Bernhardsthal nach Wien ab 14. Dezember in den Haltestellen Sierndorf und Jedenspeigen nicht mehr. Der Zug, der normalerweise um 4.40 Uhr in Jedenspeigen stehen bleibt, scheint überhaupt nicht mehr auf. Auch Schüler in Gänserndorf und Dürnkrut sind von der Fahrplanänderung betroffen. Abgestimmt auf den Fahrplan beginnt z. B. der Unterricht in der Hauptschule Dürnkrut bereits um 7.40 Uhr. Bei der Heimfahrt müssen die Schüler aber durch die neuen Abfahrtszeiten ca. 45 Minuten auf einen Anschlusszug warten.
„Lebensqualität wird massiv verschlechtert“
In dem Papier der Marktgemeinde heißt es: „Durch die Maßnahme der ÖBB wird die Lebensqualität unserer Schüler und Pendler massivst verschlechtert. Um ein Aussterben unserer Gemeinde zu verhindern sind wir auf die Erhaltung der vorhandenen Zuganschlüsse angewiesen. Es sollte doch seitens der ÖBB die Pflicht sein, alle Bürger einer Region gleich zu behandeln.“ Gezeichnet: VP-Bürgermeister Ing. Reinhard Kridlo.
Hohenau: Attraktivste Verbindungen gestrichen
Auch Hohenau ist vom neuen Fahrplan betroffen. Pendler, die vom Bahnhof Hohenau nach Wien zur Arbeit und wieder retour fahren, werden ab 14. Dezember auf die atttraktivsten Verbindungen auf der Schiene verzichten müssen. Mit Inkrafttreten des Winterfahrplans machen fast alle Schnellzüge, die zwischen Wien und Prag verkehren, nicht mehr in Hohenau Station, sondern nur noch im tschechischen Breclav.
Zwar macht einer der schnellsten Züge auf der Nordbahn überhaupt, der „Chopin“ aus Warschau, auch künftig auf seiner Fahrt nach Wien um 5.12 Uhr in Hohenau Station, andere EuroCity-Züge fallen aber weg:
- Der „Antonin Dvorak“ mit Start vom Südbahnhof um 15.58 Uhr.
- Der „Franz Schubert“, der von Wien um 16.58 Uhr abfährt.
- Und der „Gustav Mahler“, der von Wien um 18.58 Uhr startet.
ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif bleibt auf Anfrage der NÖN allgemein: „Es hat bereits Gespräche zwischen den Gemeindevertretern und dem ÖBB Regionalmanagement gegeben und ein weiteres wurde vereinbart.“ Die geänderten Abfahrtszeiten sind laut Seif mit Zwängen durch den Bau des Wiener Hauptbahnhofes zu erklären.
Quelle: NÖN
„Bombardiert Beschwerdestelle!“
DEUTSCH-WAGRAM, STRASSHOF / Die Änderungen im Zugplan sind Politikern aus Deutsch-Wagram und Strasshof gleichermaßen ein Dorn im Auge.
VON STEFAN HAVRANEK
„Das ist ein brutaler Anschlag auf die Pendler!“, ist SP-Stadtrat Gustav Ewald fassungslos. „Ab 14. Dezember werden sie eigentlich nur mehr als ,Sardinen‘ zu ihren Arbeitsplätzen transportiert.“ Der Grund für Ewalds Zorn ist der neue Fahrplan der ÖBB. „Mit Entsetzen musste ich feststellen, dass eine Vielzahl an Zügen einfach gestrichen wird“, ereifert sich Ewald, „Gerade in der für Pendler relevantesten Zeit von 5 bis 9 Uhr werden acht Zugfahrten gestrichen.“
Die Deutsch-Wagramer SP will sich das nicht gefallen lassen und hat auch schon einige Aktionen in Planung: Kürzlich wurde ein entsprechender Informationszettel an die Pendler ausgeteilt und am 10. November soll eine Unterschriftenaktion starten. „Listen liegen dann bei allen Deutsch-Wagramer SP-Mitgliedern auf und werden über die SP-Homepage (www.spoe.at/noe/deutsch-wagram (http://www.spoe.at/noe/deutsch-wagram)) zum Download angeboten“, erklärt Ewald. Weitere Schritte: Ewald wird versuchen, alle Bürgermeister von Deutsch-Wagram bis Hohenau einzubeziehen, da auch ihre Gemeinden betroffen sind, um gemeinsam bei den zuständigen Stellen des Landes vorzusprechen. „Sollten alle Aktionen zu keinem Umdenken führen, kann ich mir vorstellen, dass es mit den Pendlern zu Protestaktionen kommt“, so Ewald. Er ruft alle Pendler auf, sich zu wehren: „Bombardiert die Beschwerdestelle der ÖBB mit Briefen, E-Mails und Telefonaten!“
„Auch in Strasshof werden zwei Züge gestrichen“
Unterstützung aus Strasshof ist Ewald gewiss: Dort sind die Fahrplanänderungen dem Bürgerlisten-Mandatar Dr. Paul Ebhart ein Dorn im Auge: „In Strasshof werden ab 14. Dezember ebenfalls zwei Züge in der Früh gestrichen - das kann nicht sein.“ Vor allem die Pendler aus Silberwald seien betroffen: „Es ist befremdend, dass man von Silberwald genauso viel nach Wien zahlen muss, wie von Gänserndorf, obwohl es durchgehend bebautes Gebiet mit Strasshof ist“, ärgert sich Ebhart und fordert: „Wenn schon Züge gestrichen werden, soll diese ,Zonenungerechtigkeit‘ fallen.“ Er könnte sich vorstellen, dass die Pendler aus Silberwald weniger als die Strasshofer, dafür aber mehr als die Gänserndorfer zahlen und nennt seinen Vorschlag „Halbzone“: „Dadurch würde auch die Umwelt entlastet werden, denn viele Pendler fahren von Silberwald nach Strasshof, um sich Geld zu sparen.“
Auch Strasshofs SP-Bürgermeister Ludwig Deltl kennt die Problematik: „Die ,Zonenungerechtigkeit‘ hat seinerzeit schon SP-Altbürgermeister Dr. Rolf Neidhart angeschnitten. Ich bin bemüht, nicht eine ,Halbzonenlösung‘, sondern gleiche Preise für alle Strasshofer zu erreichen.“ Auch ihm sind die angekündigten Zug-Streichungen ein Dorn im Auge: „Ich habe sofort den Kontakt mit den ÖBB gesucht, ich sehe die Einschränkungen nicht ein.“ Früher habe es bei solchen Änderungen „Terminkoordinationsgespräche“ mit den ÖBB gegeben. „Im Dezember habe ich einen Termin mit den Verantwortlichen. Die Änderungen am 14. Dezember werden aber kaum aufzuhalten sein.“
Quelle: NÖN
„Das ist eine Frechheit!“
WOLKERSDORF / Der neue Schnellbahnfahrplan sorgt jetzt auch unter den Wolkersdorfer Pendlern für Wirbel.
Der ab Dezember gültige Schnellbahnfahrplan stellt die über tausend Pendler, die täglich in Wolkersdorf ein- und aussteigen, vor Probleme. Für Unverständnis sorgt vor allem, dass ein funktionierender Fahrplan so gravierend umgestellt wird. Bekannt ist ja schon die Tatsache, dass viele Eilzüge in Obersdorf nicht mehr stehen bleiben werden und die ohnehin schon prekäre Parkplatzsituation in Wolkersdorf dadurch höchstwahrscheinlich drastisch verschlimmert wird.
Aber auch Unternehmer in Wolkersdorf (immerhin pendeln mehr Leute ein als Wolkersdorfer aus) sind verärgert. Allen voran das Traditionsunternehmen Manner, das in der örtlichen Fabrik 180 pendelnde Schichtarbeiter beschäftigt. Betriebsrätin Petzold: „Die mit dem zweigleisigen Ausbau versprochenen Viertelstundentakte gibt es in den Morgen- und Abendstunden, also gerade zu Schichtwechsel, de facto nicht.“ Weil in den Abendstunden der Zug Richtung Laa von 22.22 Uhr auf 22.52 Uhr verlegt wurde, müssen 80 Leute nun eine halbe Stunde warten. Da es auch keine Busse gibt, bleibt als Alternative nur mehr das Auto.
„Viele Schichtarbeiter verdienen um die 1.000 Euro, was das Autofahren gerade in Zeiten der steigenden Spritpreise zum Luxus macht. Noch dazu, wo Manner die Kosten für die Zugkarten zu 100% refundiert.“ erklärt Petzold. Die Nachtschichtarbeiter, die um 6 Uhr morgens müde nach Hause fahren, nutzen die Zeit im Zug zum Schlafen. „Manche überlegen daher schon, den Arbeitsplatz zu wechseln.“ Ein Brief der Manner-Geschäftsleitung an die ÖBB blieb unbeantwortet, ebenso wie viele Anrufe im ÖBB-Servicecenter.
Der Gewürzhersteller Kotanyi ist laut Betriebsrätin nicht so betroffen, obwohl es zwar auch viele Schichtarbeiter gebe, diese aber großteils in Fahrgemeinschaften organisiert sind.
Auch Bürgermeister Norbert Heurteur ist verärgert: „Es ist eine Frechheit was die ÖBB machen. Bis jetzt wurden die Gemeinden in die Fahrplanerstellung eingebunden, jetzt werden sie nicht mehr gefragt, müssen aber immer mehr bezahlen. Zum Beispiel beim Nachtzug, der jetzt fünfmal so teuer ist wie vorher. Auch müssen Schüler bis zu einer Stunde früher nach Mistelbach in die Schule fahren.“
Quelle: NÖN
Demo wird vorbereitet
BEZIRK MISTELBACH / Schüler aus Mistelbach und Laa werden wegen Verschlechterungen auf die Straße gehen.
Die Schüler der höheren Schulen von Mistelbach und Laa fühlen sich durch den ab 14. Dezember gültigen Fahrplan der ÖBB massiv benachteiligt: Richtung Norden werden morgens Züge gestrichen und durch Schienenersatzverkehr zwischen Wolkersdorf und Mistelbach ersetzt, am Nachmittag herrscht eine ähnliche Misere in die Gegenrichtung.
Der Grund: Die ÖBB packte in den Pendlerzeiten alle Kapazitäten in die Hauptverkehrsrichtungen, wegen der Eingleisigkeit der Verbindung gehen sich keine zusätzlichen Züge aus. Ein weitererer Grund für den Ärger der Schüler: Die Verlegung der Ankunfts- und Abfahrtzeiten von der vollen zur halben Stunde hin. Lange Wartezeiten sind die Folge. Für Aufregung sorgte auch die angekündigte Verlegung der Abfahrtszeiten beim Bus - allerdings bewegen sich diese im Minutenbereich, die Aufregung legte sich wieder.
Für Unmut, vor allem in Laa, sorgt weiter die Einführung eines Schienenersatzverkehrs zwischen Wolkersdorf und Mistelbach für Schüler. Gymnasiasten aus dem Wolkersdorfer Raum, die in Laa die Schule besuchen wollen, müssen künftig zuerst in den Bus einsteigen, dann in Mistelbach in die Schnellbahn wechseln, bevor sie in Laa wieder in einen Bus einsteigen, der sie in die Schule bringt.
„Die ÖBB hat auf Zeit gespielt und nichts gemacht!“, kritisiert Laas Gym-Direktor Thomas Jaretz, der auf diese Probelmatik - erfolglos - seit Juni hinwies. Jetzt könne er Protestaktionen von Eltern und Schülern nicht mehr ausschließen - sie lägen zudem nicht mehr in seiner Hand. Und in der HAK Mistelbach waren schon Unterschriften gegen den neuen Fahrplan gesammelt worden.
Zu Wochenbeginn kam es dann zum großen Schulterschluss der Schülervertreter aus Laa und Mistelbach: Gemeinsam soll von Schülern aller höheren Schulen aus Mistelbach und Laa am 24. November in Mistelbach eine Großdemo gegen den neuen Fahrplan abgehalten werden.
Die Demonstration soll bereits polizeilich gemeldet sein, man rechnet damit, dass bis zu 5.000 Schüler gegen den neuen Fahrplan auf die Straße gehen werden.
Quelle: NÖN
ÖBB-Fahrplan: Kritik an allen Ecken und Enden
Am 14. Dezember tritt der ÖBB-Winterfahrplan in Kraft, schon jetzt häufen sich die Beschwerden. Der Taktfahrplan, der schnelleres Umsteigen ermöglicht, wird positiv angenommen. Viele Änderungen sorgen aber für massive Kritik.
Kein Direktzug Wien-Bruck/Leitha
Beispiel Bruck an der Leitha: Sämtliche Euro-City-Zugsverbindungen sollen gestrichen werden. Dadurch hätte die Bezirkshauptstadt keine direkte Zug-Verbindung mehr in die Landeshauptstadt. Protestmaßnahmen sind bereits geplant.
Groß ist der Ärger auch im Bezirk Hollabrunn, denn der Nachtzug von Wien bis nach Retz steht vor dem Aus. 16 Gemeinden sollen statt bisher 52.000 Euro fünf Mal so viel zahlen. Nicht leistbar, heißt es von den protestierenden Gemeinden.
ÖBB sagte noch nichts zur Kritik
Aufregung herrscht auch an der Nordbahn. Dort müssen Schüler der Hauptschule Dürnkrut künftig 45 Minuten länger auf die Abfahrt des Zuges warten. Ziel der ÖBB ist es nach eigenen Angaben, den Fahrplan zu straffen und damit auch die Fahrtzeiten für die Pendler zu verkürzen.
Eine Stellungnahme zu den Kritikpunkten wollte man nicht abgeben. Wie ein ÖBB-Sprecher gegenüber dem ORF NÖ sagte, wolle man nächste Woche Details des neuen Fahrplanes für Niederösterreich vorstellen und sich dann auch der Kritik stellen.
Quelle: noe.orf.at