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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : A5 Vertrag geplatzt



Helmut71
27.09.2008, 10:44
Peinliche politische Panne für die Republik Tschechien: Am 19. September sollte im Liechtenstein Schloss Wilfersdorf jener Staatsvertrag zwischen Österreich und Tschechien unterzeichnet werden, der Drasenhofen als Grenzübertrittsort für die Nordautobahn festlegt.
Sollte. Denn fünf Stunden vor der Unterzeichnung durch Verkehrsminister Ales Rebicek sagte dessen Ministerium den Termin ab. Im Storno-Fax werden „einige innerstaatliche Probleme, die man in der Tschechischen Republik lösen muss“ angeführt.
Was war geschehen? Es scheint, und das wird vom österreichischen Verkehrsministerium auch zurückhaltend bestätigt, dass dem tschechischen Verkehrsminister die Vertragsunterzeichnungsfreigabe von Außenminister Karl Schwarzenberg gefehlt habe. Und er habe urgiert, weil das südmährische Parlament noch nicht dem Staatsvertrag zugestimmt habe.
„Das ist ein Skandal! Ich ärgere mich wirklich!“ ÖVP-Landtagsabgeordneter und Verfechter einer Nordautobahn der ersten Stunde, Karl Wilfing, war in seiner ersten Reaktion wirklich sauer: „Das ist kein Umgang miteinander. Ich bezweifle die tschechische Paktfähigkeit!“
Und er glaubt auch schon die Drahtzieher hinter der geplatzten Vertragsunterzeichnung zu kennen: Karl Schwarzenberg, Minister für die tschechischen Grünen, habe einen Anruf der österreichischen Grünen erhalten und so im Wahlkampf geholfen: „Das ist für mich der Beweis, dass die Grünen in keiner Regierung etwas zu suchen haben!“, so Wilfing.
Eine Vorgangsweise, die auch SPÖ-Nationalrat Hubert Kuzdas den Kopf schütteln lässt: „Verkehrsminister Werner Faymann hat sich die Vollmacht zur Unterzeichnung des Vertrages schon am 8. Juli geholt“, warum sein tschechischer Amtskollege erst wenige Stunden vor der Vertragsunterzeichnung das fehlende OK bemerkt habe, ist ihm rätselhaft.
„Wir wurden von unseren tschechischen Kollegen gefragt, warum denn der Vertrag jetzt so schnell unterzeichnet werden müsse“, bestätigt Grüne-Bezirkschef Christian Schrefel tschechisch-österreichische Kontakte, „und haben umfassend aufgeklärt“. Dass nämlich Verkehrsminister Ales Rebicek, aus dem Kreis Südmähren stammend, seinen Parteikollegen in Südmähren mit der Unterschrift Munition für den Wahlkampf liefern habe wollen - denn auch die Tschechen wählen demnächst ihr Regionalparlament. „Für einen bilateralen Wahlkampf-Gag war der Termin aber zu schade“, so Schrefel.
Zudem seien die Bedingungen für die Vertragsunterzeichnung noch lange nicht erfüllt: Tschechien müsse vor einer Variantenentscheidung eine entsprechende Studie erarbeiten, welcher Korridor wirtschaftlich der bessere sei: Jener über Drasenhofen oder jener über Reintal.
Von der tschechischen Botschaft war bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu erhalten.

Quelle: NÖN

Wolfgang B
27.09.2008, 10:54
Warum erinnert mich das Ganze nur an die (gewesene) österreichische Regierung? Warum will jeder sein eigenes Süppchen kochen?
Liebe österreichische und tschechische Verantwortliche!
Setzt euch an einen Tisch, und zwar alle! Handelt aus, was ihr eigentlich wollt! Und dann - und nur dann -, wenn ich euch einig seid, macht euch Termine zur Vertragsunterzeichnung aus.
Dem Herrn Wilfing trotz aller Freundschaft ins Stammbuch geschrieben:

„Das ist für mich der Beweis, dass die Grünen in keiner Regierung etwas zu suchen haben!“, so Wilfing.
Solche Aussagen sind eines Politikers nicht würdig!

Helmut71
16.12.2008, 08:31
Weitere Verzögerung bei Autobahn-Vertrag
BEZIRK MISTELBACH / Jetzt muss auf tschechischer Seite in 90 Tagen entschieden werden, ob Grenzübergang Drasenhofen kommt.

VON MICHAEL PFABIGAN
Tschechische und österreichische Grüne feiern es als Meilenstein, Vertreter der heimischen Regierungsparteien winken nur müde ab: Binnen 90 Tagen muss jetzt das Oberste Verwaltungsgericht sein Urteil über den Raumordnungsplan im Raum Breclav sprechen.
Bürgerinitiativen und Grundbesitzer an der geplanten Schnellstraßenverbindung Pohorelice - Mikulov, der Verlängerung der Nordautobahn A5 auf tschechischer Seite, hatten Einspruch gegen den Raumordnungsplan beim Verwaltungsgericht erhoben. Dieses hatte sich als nicht zuständig erklärt und den Ball weiter an das Verfassungsgericht gespielt. Und das entschied jetzt, dass doch das Verwaltungsgericht entscheiden solle.
Die Hoffnung der Autobahn- und – auf tschechischer Seite – auch Schnellstraßengegner: Dass das Verwaltungsgericht den Raumplan aufhebt und damit der Bau der R52 Pohorelice - Mikulov weiter verzögert wird.
Grüne-Bezirkssprecher Christian Schrefel fordert daher, angesichts der unsicheren Lage, ab Drasenhofen die rasche Planung einer kreuzungsfreien Verkehrsverbindung nach Breclav. Für Tschechien und Österreich wäre diese Verbindung kürzer, rechnen die Grünen und Autobahn- und R52-Gegner Petr Firbas vor. Die Sinnhaftigkeit eines bilateralen Autobahnvertrages sei damit in weite Ferne gerückt.
Bei SPÖ und ÖVP schüttelt man angesichts derartiger Aussagen nur den Kopf: ÖVP-Verkehrssprecher Karl Wilfing sieht in der Gerichtsentscheidung einzig die Fristsetzung für eine Entscheidung zur südmährischen Raumordnung, SPÖ-Nationalrat Hubert Kuzdas glaubt in den Aussagen von Firbas und Schrefel ein Ablenkungs- und Verunsicherungsmanöver zu erkennen. Immerhin gebe es einen gültigen Regierungsbeschluss auf tschechischer Seite, dass der Vertrag bis heute nicht unterzeichnet sei, liege einzig an der Regierungsbildung in Österreich. Termin für einen neuerlichen Unterzeichnungstermin gibt es bislang keinen.
Ob der Vertrag jetzt oder später unterzeichnet wird, ist für beide unwesentlich: Im Südabschnitt bis Schrick wächst die Autobahn weiter, im Norden wird eifrig geplant und bereits Grund angekauft: „Das sind wir der Bevölkerung schuldig“, ist Kuzdas überzeugt. Und auf tschechischer Seite? „Alle Entscheidungsträger in Südmähren sind für die R52-Lösung“, weiß Wilfing aus zahlreichen Gesprächen mit den tschechischen Nachbarn.
Und wer weiß: „Wenn wir einen guten Winter haben, wird die Autobahn vielleicht sogar schneller fertig!“, hofft Kuzdas.

Quelle: noen.at

Ironman
17.12.2008, 15:05
Die Tschechen wären stockdeppert, würden sie die längere Variante über Nikolsburg bauen, wo doch die Autobahn Prag - Pressburg an Lundenburg vorbeiführt und letzteres sogar eine entsprechende Umfahrung samt Wirtschaftspark erhält.

Bin zwar grundsätzlich gegen jeglichen Straßenneubau, doch wenn´s denn unbedingt sein muss, sollen sie die A5 über Großkrut und Lundenburg legen.
Dem Carlo täte ich´s vergönnen. :D

Da Dirnbocher
27.01.2009, 01:49
Angeblich wurde nun ein Übereinkommen mit Tschechien unterzeichnet, siehe Kurier.at (http://www.kurier.at/nachrichten/niederoesterreich/289317.php), die Trasse soll "von Großebersdorf (S1) über Wolkersdorf zur Staatsgrenze bei Drasenhofen verlaufen."