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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kellergassen im Weinviertel



Wolfgang B
16.08.2008, 19:27
Sie liegen am Dorfrand oder gar abseits des Ortes und gehören doch zum Alltagsleben der Weinviertler Bevölkerung. Sie liegen an Lösshängen, in Hohlwegen, manchmal in Etagen angeordnet an einem Hügel. Und sie tragen unverwechselbar zum Landschaftsbild des Weinviertels bei. Sie sind kulturhistorische Besonderheiten, die es fast nur im Weinviertel gibt. In den Gebäuden wohnt niemand, trotzdem gibt es Leben darin. Es sind die „Dörfer ohne Rauchfang“ – die Kellergassen und Kellerberge. Sie sind Treffpunkt der örtlichen Bevölkerung, Anlässe, um zusammenzukommen, sind nicht notwendig. Schließlich gilt es, den letzten Jahrgang zu verkosten, über die Arbeit im Weingarten zu sprechen oder über das Wetter oder die Politik zu diskutieren. Dem Ortsfremden, der durch die Kellergassen streift, kann es durchaus passieren, dass er gefragt wird: „Host an Durscht?“ und schon ist er mittendrin …

Doch wie ist es zu den Kellergassen überhaupt gekommen?
Früher war der Weinbau in den Händen der Klöster und Gutshöfe. Die Liberalisierung des Weinbaus im 18. Jahrhundert unter Maria Theresia und Josef II. und die Aufhebung der Leibeigenschaft im 19. Jahrhundert ermöglichten auch den Bauern die Herstellung von Wein. In den Lösshängen und Hohlwegen entstanden zahlreiche Weinkeller, ein jeder für sich. Presshäuser wurden dazugebaut, rein für den Zweck, Platz gerade für die Weinpresse und das Zubehör. Die Gebäude waren schlicht, aus Lehmziegeln gebaut, grob verputzt und weiß gekalkt. Neben der Kellertür gab es nur kleine Fensteröffnungen, die jedoch eher dem Luftaustausch dienten, da das Licht ja durch die offene Kellertür in den Keller kam.
Mit dem Rückgang des Weinbaus ging auch die Nutzung als Stätte der Weinproduktion und des Weinlagerns verloren. In den letzten Jahren entsann man sich wieder der brachliegenden Weinkeller. Heute werden sie vielfach touristisch und gesellschaftlich genutzt. Die alten Presshäuser wurden renoviert, teilweise nicht zu ihrem Vorteil und das Leben kehrte in die Kellergassen zurück.

Auf dieser Plattform werden wir nun laufend Fotoreportagen über unsere Kellergassen und Kellerberge präsentieren. Diese sollen einen Überblick geben über die Vielfalt in diesen „Dörfern ohne Rauchfang“. In diesen Reportagen versuchen wir, die Stimmung der einzelnen Kellergassen dem Betrachter näherzubringen. Sie können aber nur Anregung sein, denn das Flair, das von unseren Kellergassen ausgeht, kann nur der erleben, der selbst mit offenen Augen und Ohren zwischen den Presshäusern herumstreift.

Ironman
17.08.2008, 21:30
Unbestätigten Gerüchten zufolge soll neben/hinter so manchem Presshaus ein gar geheimnisvoller Schatz verborgen sein.

letterl
18.08.2008, 10:31
Grossartige Idee, Wolfgang!
Die Kellergassen sind was wunderschönes und sollten unbedingt erhalten werden. Schön wäre wenn die vielen, leider verfallenen, Keller wieder revitalisiert würden, aber sensibel! Sie sollten so wieder hergerichtet werden wie Sie ursprünglich aussahen. Dafür eine Förderung vom Land oder den Gemeinden zu erhalten würde sicher noch mehr Kellergassen in Ihrem ursprünglichen "Glanz" erstrahlen lassen. Also bitte keine Sektionaltore, Plastikfenster und hässlich asphaltierte Strassen. Auch PeitschenLaternen passen sicher nicht in historische Kellergassen.

Barrakus
19.08.2008, 15:21
Unbestätigten Gerüchten zufolge soll neben/hinter so manchem Presshaus ein gar geheimnisvoller Schatz verborgen sein.

GrunZ! Bei mir leider nicht :mad:

Habe zwar einen Wunderbaren Weinkeller der noch Saniert werden muß, und in die "Kellergasse" Mündet aber noch bin ich auser einer abgebranten Kerze auf keinen Schatz gestoßen :D

@Wolfgang

Wenn ich mal meine Kamara Ausgrabe werde ich ein paar Fotos aus der "Kellergasse" in Wolfpassing machen ;)

Wolfgang B
19.08.2008, 23:41
Da brauchst du dich nicht abmühen, früher oder später komme ich auch nach Wolfpassing. :D