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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Wolkersdorfer Bernhard Kohl kann die Tour de France gewinnen!



Horst
22.07.2008, 10:29
Während sich Bernhard Kohl auch als Gesamtzweiter bescheiden gibt, traut ihm der Tiroler Georg Totschnig jetzt sogar den Triumph bei der Tour de France zu.
Borgo San Dalmazzo - „Popularität ist schön. Aber ich bin ein eher ruhiger Typ. Ich bin froh, wenn ich nicht so in der Öffentlichkeit stehe." Bescheidenheit ist bei Bernhard Kohl auch nach seinem sonntäglichen Husarenritt bei der Tour de France Trumpf.




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Die gewünschte Ruhe kann er sich allerdings abschminken. Ein wahres G'riss herrschte um den Niederösterreicher am gestrigen Ruhetag, der seinen Namen nicht verdient hatte. Der 26-Jährige stand wie noch nie zuvor in seiner Karriere im Fokus der Medien. „In Österreich reden sie schon vom Sommermärchen. Die sagen: Was die Fußballer nicht geschafft haben, schafft der Kohl. Aber mein Ziel bleiben weiter die Top Ten - von mehr kann man höchstens träumen", erklärte der Wahl-Klagenfurter vor den beiden entscheidenden Alpenetappen nach Jausiers und L'Alpe d'Huez.
Kohl scheut sich noch, vom Gelben Trikot zu sprechen, sollte sich aber die Chance dazu bieten, werde er sie nützen. Viel weiter aus dem Fenster lehnt sich Georg Totschnig. Der Zillertaler traut dem aktuellen Gesamtzweiten inzwischen alles zu. „Sensationell, Wahnsinn! Anders kann man seine Leistungen nicht beschreiben. Damit hat er sich wohl selbst überrascht", betont der Ex-Profi, der bei der Tour de France 2005 selbst einen Etappensieg feiern konnte.
Der Tiroler legt noch nach: „Jetzt ist alles möglich. Ich traue Kohl zu, dass er das Gelbe Trikot bei den zwei ausstehenden Alpenetappen erobert und es dann bis nach Paris tragen wird!" Für Totschnig ist Denis Mentschow der größte Konkurrent des Niederösterreichers. Der Russe liegt als Vierter nur 38 Sekunden hinter Spitzenreiter Frank Schleck (LUX), 31 fehlen ihm auf Kohl.
„Die Spitzenfahrer liegen sehr eng zusammen. Aber Kohl muss sich wahrlich vor niemandem verstecken. Er ist bei der diesjährigen Tour mit Sicherheit der stärkste Bergfahrer", ist der Zillertaler überzeugt. Auch nicht, wenn es um das 53 km lange Zeitfahren am kommenden Samstag geht. Denn dort ist das größte Manko des Gerolsteiner-Profis ausfindig zu machen. „Wenn er tatsächlich im Gelben fährt, kann ihm das nur Flügel verleihen. Dann sind selbst kleine Schwächen vergessen. Da entscheidet der Kopf", glaubt der Tiroler.
Christian Henn, Sportlicher Leiter im Team Gerolsteiner, stellte gestern schon eine Hochrechnung an: „Kohl bräuchte vor dem Zeitfahren am vorletzten Tourtag mindestens zwei Minuten Vorsprung auf die starken Zeitfahrer Evans und Mentschow." Totschnig wird heute und morgen wieder vor dem Fernseher sitzen - und mit Kohl mitzittern. „Natürlich kribbelt es bei einem ehemaligen Fahrer sofort, wenn er diese Bilder sieht. Zudem kommen wunderschöne Erinnerungen an die erfolgreichen Tage hoch", schwärmt der Rad-Pensionist.



Quelle: http://tt.com/tt/sport/story.csp?cid=8838&sid=54&fid=21