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Helmut71
02.02.2012, 17:31
Ein merkwürdiges Amtsverständnis hat der Pfarrer von Sitzendorf, Nicolaas Janssens, an den Tag gelegt: im Jahresrückblicks-Pfarrblatt wurden jene 8 Personen geoutet, die im vergangenen Jahr aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten sind. Die Betroffenen reagierten mit Unverständnis.


SITZENDORF / In der Pfarrgemeinde herrscht Unruhe. Pfarrer Nicolaas Janssens hat im Pfarrblatt diejenigen namentlich genannt, die aus der Kirche ausgetreten sind. Auf der einen Seite der Bevölkerung macht sich Empörung breit, andere finden es nicht so schlimm. Pfarrer Janssens hat nicht mit dieser Reaktion gerechnet: „Ich habe mich mittlerweile im Rahmen einer Heiligen Messe dafür entschuldigt und den Betroffenen einen Brief geschrieben. Außerdem möchte ich mich im kommenden Pfarrblatt noch einmal öffentlich entschuldigen.“

Für Bezirkshauptmann Stefan Grusch hat sich der Pfarrer in einen rechtlichen Graubereich begeben. „Im Sinne der christlichen Nächstenliebe ist das nicht das Wahre. Rechtlich würde ich meinen, spricht aber nichts dagegen.“ Grusch erinnert sich, dass früher im Amtsblatt sogar die Führerscheinentzüge und Gasthaus-Verbote veröffentlicht wurden. Mittlerweile werde mit solcher Information nach außen aber sensibler umgegangen.

Auch ein anderer Jurist bezweifelt die Gesetzwidrigkeit der umstrittenen Veröffentlichung: „Ich bin früher mit 18 nicht ausgetreten, weil die Kirche die Namen an der Kirchentür angeschlagen hat und das für meine Eltern schlimm gewesen wäre.“ Nachsatz: „Ausgetreten bin ich, als der erste Beitrag fällig wurde.“


Quelle: NÖN

Auch der Kurier (http://kurier.at/nachrichten/niederoesterreich/4482367-pfarrer-outete-ausgetretene-im-pfarrblatt.php) und die Presse (http://diepresse.com/home/panorama/religion/727022/Weinviertler-Pfarrer-outet-Ausgetretene-im-Pfarrblatt) berichteten über diesen skurilen Fall...