Grizzly
22.12.2011, 21:16
POYSDORF / Ihre ersten Schritte in die Öffentlichkeit hat die Bürgerinitiative SCHIEFESgas mit einem Informationsstand in Poysdorf unternommen. Trotz ungemütlicher Temperaturen stießen ihre Vertreter gegenüber dem Poysdorfer Rathaus, unterstützt von der Umweltschutzorganisation Greenpeace, auf lebhaftes Interesse. Etliche Medienvertreter, unter anderem von ORF, Lokalzeitungen und natürlich dem weinviertel.net sorgten für eine erweiterte Öffentlichkeit.
http://www.weinviertel.net/attachment.php?attachmentid=3755&d=1324584230
Die neu gegründete Bürgerinitiative SCHIEFESgas startete in Poysdorf mit einer Informations- und Unterschriftenkampagne. Bild: Kris B. Flašar
Das Motto der Bewegung, die sich in kürzester Zeit aus besorgten Menschen von Poysdorf bis Herrnbaumgarten und darüber hinaus gebildet hat, lautet: „Weinviertel statt Gasviertel“ und damit werden auch ihre Ziele treffend beschrieben.
Vorerst gilt es, die Menschen in der Region über die derzeit gängigen Methoden der Förderung von Schiefergas zu informieren. Dieses so genannte Fracking bedient sich eines äußerst gefährlichen Gemischs aus Wasser und Chemikalien, das eine große Gefahr für das Grundwasser darstellt. In den USA und Großbritannien, wo das Fracking eingesetzt wird, konnte außerdem eine erhöhte Erdbebenhäufigkeit festgestellt werden. Nicht umsonst wurde diese Methode in Frankreich verboten. Einige deutsche Bundesländer sind gerade dabei, die rechtlichen Grundlagen für ein ähnliches Verbot vorzubereiten.
Überdies bedeutet jede Bohrstelle eine Reihe weiterer Umweltbelastungen: eingezäunte, zubetonierte Flächen in der Größe von jeweils drei Fußballfeldern, neue Zufahrtsstraßen für Lkw und schwere Maschinen, noch mehr Lkw-Verkehr, noch mehr Lärm, Schmutz und Schadstoff-Emissionen, unterirdische Erschütterungen und in der Folge Erdbebengefahr sowie die Gefahr von Rissen in den Häusern. Diese Bohrstellen sollen übrigens alle vier Kilometer entstehen, also ein recht engmaschiges Netz über das Land ziehen.
Nicht ganz zu Unrecht fragen die Leute von der Bürgerinitiative: „Wer will dann noch ins Weinviertel kommen, unseren Wein trinken oder hier wohnen?“
Die OMV verspricht zwar, „neue, umweltverträgliche Methoden“ zu entwickeln, die müssten aber erst erprobt werden. Die Menschen der Region wären also sozusagen „Versuchskaninchen“. Auch beim von der OMV propagierten „Clean Fracking“ fallen noch immer riesige Mengen mit Schmiermitteln belastetes Gestein an sowie massenhaft Bohrschlamm, der mit Quecksilber, Arsen und Schwermetallen belastet sein kann. Das Risiko, dass Gas und Radioaktivität ins Trinkwasser gelangen, bleibt auf jeden Fall bestehen.
Die OMV gibt sich mit Informationen für die Bevölkerung bislang äußerst zurückhaltend. Bisher gab es lediglich eine Veranstaltung mit Gemeinderäten. Dabei war jedoch sogar die Presse ausgeschlossen. Das macht natürlich nicht gerade gute Stimmung für den Konzern und mancher fragt bereits, ob es da gar etwas zu verbergen gilt.
Zumindest das dringt durch: Die Gemeinden sollen mit den bekannten „Ködern“ wie Steuereinnahmen und Arbeitsplätzen "überzeugt" werden. Ob Jobs, etwa als Lkw-Fahrer für ein paar Jahre oder als ungelernte Hilfskraft (die hochqualifizierten Arbeitsplätze werden wohl an Spezialisten vergeben) und höhere Steuereinnahmen irreparable Schäden rechtfertigen?
Der Konzern will dem Vernehmen nach erst im Februar 2012 auf die Weinviertlerinnen und Weinviertler zugehen. SCHIEFESgas ist dagegen als einheimische Initiative von Anfang an bei der Sache - und bei den Menschen der Region. Auch eine eigene Website (http://www.weinviertelstattgasviertel.at/Weinviertelstattgasviertel/home.html) informiert ausführlich und bietet die Möglichkeit, sich mit seiner Unterschrift zu beteiligen.
(griz-)
Quelle: SCHIEFESgas – Weinviertel statt Gasviertel (http://www.weinviertelstattgasviertel.at/Weinviertelstattgasviertel/home.html)
http://www.weinviertel.net/attachment.php?attachmentid=3755&d=1324584230
Die neu gegründete Bürgerinitiative SCHIEFESgas startete in Poysdorf mit einer Informations- und Unterschriftenkampagne. Bild: Kris B. Flašar
Das Motto der Bewegung, die sich in kürzester Zeit aus besorgten Menschen von Poysdorf bis Herrnbaumgarten und darüber hinaus gebildet hat, lautet: „Weinviertel statt Gasviertel“ und damit werden auch ihre Ziele treffend beschrieben.
Vorerst gilt es, die Menschen in der Region über die derzeit gängigen Methoden der Förderung von Schiefergas zu informieren. Dieses so genannte Fracking bedient sich eines äußerst gefährlichen Gemischs aus Wasser und Chemikalien, das eine große Gefahr für das Grundwasser darstellt. In den USA und Großbritannien, wo das Fracking eingesetzt wird, konnte außerdem eine erhöhte Erdbebenhäufigkeit festgestellt werden. Nicht umsonst wurde diese Methode in Frankreich verboten. Einige deutsche Bundesländer sind gerade dabei, die rechtlichen Grundlagen für ein ähnliches Verbot vorzubereiten.
Überdies bedeutet jede Bohrstelle eine Reihe weiterer Umweltbelastungen: eingezäunte, zubetonierte Flächen in der Größe von jeweils drei Fußballfeldern, neue Zufahrtsstraßen für Lkw und schwere Maschinen, noch mehr Lkw-Verkehr, noch mehr Lärm, Schmutz und Schadstoff-Emissionen, unterirdische Erschütterungen und in der Folge Erdbebengefahr sowie die Gefahr von Rissen in den Häusern. Diese Bohrstellen sollen übrigens alle vier Kilometer entstehen, also ein recht engmaschiges Netz über das Land ziehen.
Nicht ganz zu Unrecht fragen die Leute von der Bürgerinitiative: „Wer will dann noch ins Weinviertel kommen, unseren Wein trinken oder hier wohnen?“
Die OMV verspricht zwar, „neue, umweltverträgliche Methoden“ zu entwickeln, die müssten aber erst erprobt werden. Die Menschen der Region wären also sozusagen „Versuchskaninchen“. Auch beim von der OMV propagierten „Clean Fracking“ fallen noch immer riesige Mengen mit Schmiermitteln belastetes Gestein an sowie massenhaft Bohrschlamm, der mit Quecksilber, Arsen und Schwermetallen belastet sein kann. Das Risiko, dass Gas und Radioaktivität ins Trinkwasser gelangen, bleibt auf jeden Fall bestehen.
Die OMV gibt sich mit Informationen für die Bevölkerung bislang äußerst zurückhaltend. Bisher gab es lediglich eine Veranstaltung mit Gemeinderäten. Dabei war jedoch sogar die Presse ausgeschlossen. Das macht natürlich nicht gerade gute Stimmung für den Konzern und mancher fragt bereits, ob es da gar etwas zu verbergen gilt.
Zumindest das dringt durch: Die Gemeinden sollen mit den bekannten „Ködern“ wie Steuereinnahmen und Arbeitsplätzen "überzeugt" werden. Ob Jobs, etwa als Lkw-Fahrer für ein paar Jahre oder als ungelernte Hilfskraft (die hochqualifizierten Arbeitsplätze werden wohl an Spezialisten vergeben) und höhere Steuereinnahmen irreparable Schäden rechtfertigen?
Der Konzern will dem Vernehmen nach erst im Februar 2012 auf die Weinviertlerinnen und Weinviertler zugehen. SCHIEFESgas ist dagegen als einheimische Initiative von Anfang an bei der Sache - und bei den Menschen der Region. Auch eine eigene Website (http://www.weinviertelstattgasviertel.at/Weinviertelstattgasviertel/home.html) informiert ausführlich und bietet die Möglichkeit, sich mit seiner Unterschrift zu beteiligen.
(griz-)
Quelle: SCHIEFESgas – Weinviertel statt Gasviertel (http://www.weinviertelstattgasviertel.at/Weinviertelstattgasviertel/home.html)