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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bürgerinitiative gegen Strommasten



Samael
08.05.2008, 11:25
Im Bezirk Korneuburg gibt es Proteste gegen den Bau einer neuen Stromleitung. Die EVN plant eine Hochspannungsleitung von den Windparks bei Gänserndorf bis nach Bisamberg. Dagegen regt sich Protest. "Die neuen Strommasten würden den Lebensraum der Anrainer und auch deren Gesundheit beeinträchtigen" Forderung: Erdleitungen statt Strommasten "Erdleitungen statt Mastenwahn" - unter diesem Motto protestiert die Bürgerinitiative in der Gemeinde Stetten (Bez. Korneuburg) gegen den geplanten Bau der 110-Kilovolt-Hochspannungsleitung.

Die neuen Strommasten würden den Lebensraum der Anrainer und auch deren Gesundheit beeinträchtigen, sagte Roman Pfaffl, der Sprecher der Initiative, er befürchtet unter anderem ein höheres Krebsrisiko. Die Bürgerinitiative fordert auch im Sinne des Landschaftsschutzes die Verlegung von Erdleitungen.

EVN: Die neue Stromleitung zwischen Gänserndorf und Bisamberg sei wegen der starken Nutzung der Windenergie im Weinviertel notwendig. Das würde aber technische Nachteile bringen, sagte EVN-Sprecher Stefan Zach. Bei einer Stromstörung etwa müsste aufgegraben werden. Die neue Stromleitung zwischen Gänserndorf und Bisamberg sei wegen der starken Nutzung der Windenergie im Weinviertel notwendig. Die neue Leitung würde zwei ältere ersetzen, insgesamt gebe es dann sogar weniger, aber eben höhere Masten, so der EVN-Sprecher. Der Baubeginn der neuen Hochspannungsleitung ist für Ende 2009 geplant.

Quelle: orf.at (http://www.weinviertel.net/orf.at)

Helmut71
08.05.2008, 16:54
siehe dazu auch ein Artiekl aus der aktuellen NÖN.



Ein zunehmendes Stahlnetz bedrohe die Idylle, den Bau weiterer Freileitungen will man nicht hinnehmen, sagte Sprecher Roman Pfaffl am 7. Mai in Stetten (Bezirk Korneuburg).
Der Ausblick vom Standort bestätigte die Aussagen, wonach zum Umspannwerk Bisamberg 17 Leitungen mit insgesamt 174 Kabeln führen.

Pfaffl, bekannter Winzer und Weinbotschafter, betonte, kein "Berufsdemonstrant" zu sein, aber er will der Zerstörung der Region nicht länger zusehen.
Die Bürgerinitiative werde sich juristisch gründen, sobald ein neues Projekt eingereicht wird.
Gefordert sieht die Gruppe dabei auch die Politik auf Landes- und Bundesebene: Verlangt werden "keine Genehmigungen mehr für Freileitungen", mittel- bis langfristig der Abbau bestehender Leitungen, Mitsprache und Information der Bevölkerung sowie entsprechende Koordination der Energiewirtschaft, sprich Verbund, EVN und Wienstrom.
Das Weinviertel sei Naherholungsraum für die Bundeshauptstadt - mit zahlreichen Initiativen wie u.a. Kulturvernetzung, Weinstraße und Fossilienwelt. Starker Zuzug in der Region belege die Lebensqualität, die es zu erhalten gelte. br> Unter Hinweis auf gehäufte Krebserkrankungen bei Anrainern in Stetten führte Pfaffl auch gesundheitliche Bedenken an, auch wenn Auswirkungen von Induktionsstrom nicht wissenschaftlich belegt seien. Allein das Surren der Leitungen belaste etwa die Arbeit im Weingarten.
Dass laut einem Gutachten der Bezirkshauptmannschaft das - ohnehin schon belastete - Landschaftsbild durch ein weiteres Projekt nicht beeinträchtigt werde, empört die Gruppe. Dass die Technik einer Erdverkabelung schon praktiziert werde, zeige u.a., dass die 380 KV-Leitung von Stetten nach Wien bei Strebersdorf im Boden "verschwinde". Leitungen von Windrädern müssten sogar erdverkabelt werden. Hauptargument der E-Wirtschaft gegen Erdleitungen seien wohl die höheren Kosten, was die Bürgerinitiative nicht akzeptieren will.
Laut E-Wirtschaft lägen die Mehrkosten pro Laufmeter bei 136 Euro, laut unabhängigen Experten bei vier Euro. Auch wenn die Wahrheit in der Mitte läge, wäre das ein "Klacks", meinte Pfaffl.

Wolfgang B
09.05.2008, 11:51
Grob gesagt: Können ein paar neue Strommasten in der von bereits bestehenden Stromleitungen und zahlreichen Windrädern übersäten Gegend noch irgendeinen Lebensraum beeinträchtigen? :confused:

Waldemar
09.05.2008, 15:56
und das macht mich sehr traurig. Hätt es den Pfaffl nur schon früher gegeben. Ich denke, das ist auch ein Problem dieser übermächtigen ÖVP in NÖ. Wenn man bedenkt, dass die BH in der Sache keinerlei Bedenken hat, fragt man sich schon was da los ist. Wahrscheinlich glaubt der Bezirkshauptmann, dass auch der "Überdrübererwin" es für richtig hält.