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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Göllersdorf: Mehrheit für die Windkraft



Grizzly
13.11.2011, 19:03
GÖLLERSDORF / Die Entscheidung ist gefallen. Knapp 3000 Wahlberechtigte waren in Göllersdorf zu den Urnen gerufen um über einen Windpark im Ernstbrunner Wald abzustimmen. Die Beteiligung war mit 68,3 Prozent überdurchschnittlich, gemessen an anderen Wahlen, aber geringer, als es die heftigen Debatten im Vorfeld erwarten ließen. Auf die Frage: „Sind Sie für die Errichtung von höchstens 14 Windkraftanlagen im Gemeindegebiet Göllersdorf?“ stimmten am Ende 1356 Gemeindebürger (68,6 Prozent) mit Ja, 621 Menschen (31,4 Prozent) mit Nein.

Ein klares Ergebnis, sollte man meinen, aber Bürgermeister Reinwein reagiert eher vorsichtig: „Die Volksbefragung ist in dem Sinn für uns, auch mit der Wahlbeteiligung, ein sehr repräsentativer Querschnitt über unsere Gemeinde. Für den Gemeinderat beginnt die richtige Arbeit erst, aber der Richtungsentscheid ist da.“

Vor dem Entscheid hatte das noch anders geklungen: „Der Gemeinderat bindet seine Entscheidung über eine Flächenwidmung für die Standorte der Windkraftanlagen an das Ergebnis der Volksbefragung. Befürwortet die Mehrheit der Bürger das Windkraftprojekt, wird der Gemeinderat die Flächenwidmung einleiten, stimmt die Mehrheit dagegen, so erfolgt keine Umwidmung“, hatte der Göllersdorfer Ortschef Josef Reinwein (ÖVP) in seinem jüngsten Bürgermeisterbrief betont.

So einfach ist das Ergebnis tatsächlich nicht. Ginge es nach den von den Windrädern am stärksten betroffenen Ortschaften Porrau und Bergau, wäre das Projekt der Windkraft Simonsfeld durchgefallen. In Porrau sprachen sich satte 83,52 Prozent dagegen aus, in Bergau waren es immerhin noch 71,15 Prozent. Eine Gefahr für den sozialen Frieden in der Gemeinde ist nicht auszuschließen. Bereits in der Vorbereitungszeit war immer wieder die Warnung zu hören: „Fahrts nicht über zwei kleine Ortschaften so drüber, ihr wollt euch ja später noch in die Augen schauen können!“

Die Initiative Waldschutz, will sich jedenfalls weiterhin nicht geschlagen geben. So sagt deren Sprecher Johannes Aigner: „Wir gehen sicher weiter, wir haben bereits 400 Unterstützungsunterschriften und wir werden einen Initiativantrag im Gemeindeamt einbringen“.

Das Endergebnis der Volksbefragung finden Sie HIER (http://www.goellersdorf.at/system/web/news.aspx?bezirkonr=0&detailonr=222578213&menuonr=219157409).



(griz-)

Grizzly
13.11.2011, 22:39
GÖLLERSDORF / Nach der insgesamt verlorenen Volksbefragung geht die „Initiative Waldschutz - Gemeinsam für ein lebenswertes Göllersdorf“ in ersten Stellungnahmen auf die für sie erfreulichen Teilergebnisse in den Orten Porrau und Bergau ein.

„Für uns ist das Ergebnis ein deutlicher Auftrag, dass wir weitermachen“, freut sich der Sprecher der Bürgerinitiative Johannes Aigner, trotz des im Gesamten negativen Ergebnisses über die Unterstützung und gibt zu bedenken: „Es haben 2600 Menschen über 300 Betroffene abgestimmt, diese Vorgangsweise ist vehement infrage zu stellen“. Wahlberechtigt waren sämtliche Bewohner der Großgemeinde, für die 14 Windindustrieanlagen sind jedoch hauptsächlich Standorte in der Gemeinde Porrau und Bergau sowie einer in Großstelzendorf vorgesehen. Diese Katastralgemeinden hätten sich auch in Summe mehrheitlich gegen das Vorhaben ausgesprochen, argumentiert die Initiative.

So sei auch bei der Volksbefragung lediglich von Windindustrieanlagen „auf Göllersdorfer Gemeindegebiet“ die Rede gewesen, heißt es in der Stellungnahme weiter. „Es gibt klare Befürworter wie Eitzersthal, Obergrub oder Göllersdorf, die geplanten Standorte sind laut Bürgermeister nicht in Stein gemeißelt – wenn das von den Menschen dort gewollt ist, sollte der Bürgermeister dem Wählerwunsch nachkommen!“, betont DI Lukas Filz von der Bürgerinitiative. Das Ergebnis zeige jedenfalls, dass Windindustrieanlagen an den geplanten Standorten im Hollabrunner Wald abgelehnt werden.

Ziel sei es weiterhin, die Gemeinde Göllersdorf zu einem Energie-Selbstversorger und damit unabhängig zu machen. „Wir stehen zu unserer Verantwortung, jetzt geht es erst richtig los“, so Filz. Die Initiative werde jedes demokratische Mittel nutzen, um eine energieautarke Gemeinde und ein vernünftiges Gesamt-Energiekonzept ohne Windindustrieanlagen im Hollabrunner Wald zu verwirklichen.

Bereits für Montag, 14. November, ist ein Treffen mit dem Göllersdorfer Bürgermeister Josef Reinwein fixiert.

Waldemar
14.11.2011, 19:07
Diese alte Weisheit wird bei dem Windkraftwahnsinn sehr schön bestätigt. Vor einigen Jahren waren noch alle für diesen Wahnsinn, weil sich keiner vorstellen konnte was damit für ein Verlust an Lebensqalität und Zerstörung an Landschaft verbunden ist.
Heute stimmen direkt betroffene Bürger klar mit "NEIN" (die Ortschaften Porrau und Bergau)

Es geht heute nicht mehr, dass eine Bande von Gaunern u. Beutelschneidern die Gutgläubigkeit und Uninformiertheit einer Gemeinde und ev. auch einiger Trottel ausnützen darf, um über eine intelligente Minderheit und direkt Betroffener drüber zufahren. Immerhin haben die am stärksten betroffenen Anrainer in den Ortschaften Porrau und Bergau mit überwältigender Mehrheit (83% bzw. 71 %) klar "NEIN" gesagt.

Das hat es noch nie gegeben, dass eine Mehrheit die Lebensqualität und die Vermögensrechte einer Minderheit ruinieren darf.

Schuld daran ist natürlich dieses korrupt-kriminelle Ökostromgesetz, das es den Windbeuteln ermöglicht mit dem von uns zwangseingehobenem Fördergeld alle möglichen Leute zu bestechen. (Siehe Verhandlungsschrift über die Gemeinderatssitzung in Velm Götzendorf vom 2.März 2011;http://www.velm-goetzendorf.at/cms/wp-content/uploads/2010/11/gemeinde@velm-goetzendorf.at_20110401_092042.pdf)