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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Jakobsweg Weinviertel, Falkenstein - Mistelbach



Wolfgang B
11.05.2010, 17:37
Der Jakobsweg gehört zu den drei großen Pilgerrouten der katholischen Kirche. Ziel dieser Pilgerfahrt ist das Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela. Quer durch ganz Europa führten schon im Mittelalter Pilgerwege zu diesem Ziel.
Auch durch das Weinviertel führte eine mittelalterliche Route. Zu Ostern 2010 wurde der Weinviertler Jakobsweg eröffnet. Die Streckenführung wurde an heutige Wanderwege angepasst, im Sinne des Weges wurden jedoch Gotteshäuser und Wallfahrtsorte in die Wegführung einbezogen. Wallfahrtskirchen sowie Kirchen, die dem Hl. Jakobus geweiht sind, bilden Höhepunkte des 162 km langen Weges durch das Weinviertel. Der Weinviertler Jakobsweg kann in 6 – 7 Tagen begangen werden. Die hier vorgenommene Wegeinteilung ist allerdings kein offizieller Vorschlag, kann jedoch als Anhaltspunkt über die einzelnen Etappen gesehen werden.

Die erste Etappe von Mikulov nach Falkenstein ist hier (http://weinviertel.net/showthread.php?t=1234) beschrieben.

Die zweite Etappe von Falkenstein nach Mistelbach:
Der Weinort Falkenstein ist Ausgangsort des 2. Abschnittes des Jakobsweges Weinviertel. Vom Rathaus, wo Informationstafeln und ein Wanderwegplan aufgestellt sind, erreichen wir schnell die Kellergasse, die sicher zu den schönsten im Weinviertel gezählt werden kann.


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Leicht bergauf geht es durch diese in die Felder. Ein kurzer Aufstieg durch einen bewaldeten Hohlweg bringt uns zu einem Marterl, das noch einmal einen Rückblick auf Mikulov ermöglicht.


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Nun wandern wir am Waldrand und später durch Weingärten, wobei wir auch immer die rot-weiß-roten Markierungen des Weinviertelweges 632 im Auge haben. Es geht in den Wald, der Weg steigt leicht an bis zum Huberkreuz, einem Steinkreuz, mitten im Wald gelegen.


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In leichtem Bergauf und Bergab wandern wir in südlicher Richtung bis zu einem Bildbaum, wo in einem Halbkreis Tafeln zu markanten Punkten der Geschichte aufgestellt sind.


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Wir folgen nun einem Steig bergab. Am Waldrand haben wir bereits einen ersten Blick auf Poysdorf.


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Bald wechselt der Belag auf Asphalt. Hier gelangen wir zur Raststation Fuchsenberg. Im Keller gibt es kühle Getränke auf Selbstbedienungsbasis.


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Nach der kurzen Pause marschieren wir weiter auf dem Güterweg und kommen zum Poysdorfer Golfplatz. Wer den Golfern zusehen will, kann das hier auf einer Sitzgelegenheit machen.


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Ein kurzer Aufstieg noch, wir sind kurz vor Poysdorf. Bald sehen wir vor uns unweit des Weges das Golfhotel Veltlin mit Restaurant.


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Die Kellergasse Radyweg, durch die wir nun unsere Schritte lenken, ist noch eine urige Kellergasse, ein Hohlweg mit in den Löss gegrabenen Kellern.


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Diese endet beim Weinstadtmuseum, wir sind hier in der Gstettn, dem Veranstaltungszentrum in Poysdorf. Hier finden sich auch zahlreiche Heurigen. Vor uns liegt nun die Kirche von Poysdorf, die dem Hl. Johannes dem Täufer geweiht ist.


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Ein Blick in die Kirche.


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Wir verlassen nun den 632er, gegenüber der Kirche führt uns eine schmale Treppe hinunter in den Ort. Es geht vorbei am ältesten Gebäude der Stadt, dem Eisenhuthaus. Weiter durch ein schmales Gässchen zum Oberen Markt. Zur Einkehr gibt es in Poysdorf zahlreiche Möglichkeiten.
Am Oberen Markt wenden wir uns nach rechts. Entlang des Poybaches führt nun der Weg weiter. Wir lassen das Ortsgebiet hinter uns, queren auf einer Brücke den Poybach und kommen zum Poysdorfer Badeteich, der an heißen Tagen eine Erfrischung bieten kann.


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Es geht noch ein Stück entlang des Poybaches. Bald erkennen wir vor uns die Wallfahrtskirche Maria Bründl, ein weiterer Höhepunkt des Jakobsweges Weinviertel.


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Hinter der Kirche befindet sich das Marienbründl. Das Wasser dieser Quelle soll bei Augenleiden helfen.


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Nach einem Blick in das Innere der Bründlkirche wandern wir weiter Richtung Kleinhadersdorf. Hier liegt das Quellschutzgebiet der Stadt. Auf einem Steig geht es idyllisch durch das von Rinnsalen durchzogene Waldgebiet. Am Waldrand sehen wir dann schon die Kirche von Kleinhadersdorf und rechts oberhalb die Kellergasse.


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An der Landstraße können wir rechts einen Abstecher zur Kirche St. Rochus machen. Weiter geht es aber in die entgegengesetzte Richtung nach links. Wir queren die Bundesstraße. Geradeaus kommen wir nun zur Bunten Kellergasse Schnellern. Hier finden wir wieder einen Rastplatz, gleich gegenüber des Selbstbedienungskellers. Die Bunte Kellergasse macht ihrem Namen wirklich alle Ehre. Den Freund originaler Kellergassen wird es nicht freuen, aber interessant ist die Idee allemal.


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Wir marschieren noch ein Stück auf einem asphaltierten Güterweg, wo dieser sich nach links wendet, gehen wir nun fußfreundlich auf erdigem Untergrund gerade weiter. Schließlich gelangen wir in den Wald, der Weg steigt immer leicht an. Bald treffen wir wieder auf die rot-weiß-roten Wegzeichen des Weinviertelweges, dem wir nun bis Mistelbach treu bleiben. An einem alten Kreuzungspunkt sehen wir das Frankkreuz, gut getarnt durch seine grüne Farbe.


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Leicht bergab wandern wir nun weiter, der Weg wird kurz schmäler, bald treffen wir auf eine Wildfütterung. Kurz vor der Straße zeigt der Wegweiser nach links auf einen schmalen Steig. An einer Waldlichtung, die wieder aufgeforstet wird, sehen wir 2 kleine Jagdhütten. Gleich danach können wir am Bienenlehrpfad unser Wissen bezüglich dieser nützlichen Tiere aufbessern. Es geht weiter auf einem Steig, die Jakobswegtafeln sind hier nur spärlich aufgestellt, aber wir können uns problemlos an den Markierungen des Weinviertelweges orientieren. Der Weg verläuft hier mehrere Male im Zickzack. Plötzlich taucht vor uns ein weiteres Gebäude auf. Es handelt sich hier um das Forsthaus der Stadtgemeinde Mistelbach, im Volksmund „Jagapoidl“ genannt. Seit kurzem kann hier von Freitag bis Sonntag zu einem kleinen Imbiss eingekehrt werden.


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Vom Jagapoidl halten wir uns kurz links, dann wieder rechts. Wir wandern über einen Rücken und kommen zum Seebrückengraben. Bald werden die ersten Häuser von Mistelbach sichtbar. Wir passieren das Übungsgelände des Bundesheeres und erreichen kurz danach das Waldgasthaus Martinsklause. Ein letzter Anstieg noch. Wir können nun den Markierungen im schmalen Waldstreifen folgen oder, aussichtsreich den Waldrand entlang in Richtung Stadt gehen. Hier ein Blick auf das Weinviertelfries am gegenüberliegenden Steinhübel.


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Am Rand des Siedlungsgebietes steht die Kirche „Maria Rast“, eine moderne Kirche, die ein weiterer Höhepunkt am Jakobsweg ist. Diese Kirche wurde Ende der 1970er Jahre hauptsächlich für die Bewohner der Stadtwaldsiedlung errichtet und 1980 geweiht.


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Im Inneren dieser modernen Kirche.


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An der Waldstraße halten wir uns nochmals links. Bald danach zweigen wir auf die Grüne Straße ab, die genau auf dem überdachten Mistelbach verläuft.


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Kurz vor dem Ende unserer Wanderung ein schöner Blick auf die Pfarrkirche von Mistelbach, die aber nicht direkt am Jakobsweg liegt.


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Ein schmaler Weg bringt uns schließlich zu unserem Etappenziel, dem Rathaus von Mistelbach.


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Für kulturell Interessierte bietet sich eventuell noch ein Besuch im Museumszentrum Mistelbach an. In einer Gaststätte oder beim Heurigen kann man den Tag gemütlich ausklingen lassen.

Allgemeines zum Weg:
Der Weg ist durchgehend mit gelben Wegweisern bzw. Richtungspfeilen mit dem Jakobswegsymbol gekennzeichnet. Von Falkenstein bis Poysdorf und von der Wegkreuzung unweit des Frankkreuzes bis Mistelbach verläuft er ident mit dem rot-weiß-rot markierten Weinviertelweg 632.
Die Weglänge beträgt ca. 23 km, man muss mit gut 6 Stunden Gehzeit rechnen. Die Wegabschnitte im Wald sind durchwegs fußgeherfreundliche Karrenwege und Pfade, außerhalb meist asphaltierte Straßen und Güterwege. Auf den nicht befestigten Wegabschnitten, hier vor allem im Brunnenschutzgebiet bei der Bründlkirche sowie im Mistelbacher Wald können die Wege nach der Schneeschmelze und nach starken Regenfällen schon recht tief werden.

Familienfreundlichkeit:
Für Familien mit kleinen Kindern ist der Weg wegen seiner Länge nicht geeignet, da auch ein Kinderwagen nicht überall mitgenommen werden kann. Es lassen sich jedoch durchaus einige Wegabschnitte als Hin- und Retourweg für alle finden. Als Ausgangspunkte kann man Falkenstein, Poysdorf, Kleinhadersdorf, den Jagapoidl und die Martinsklause bei Mistelbach nehmen. Falkenstein, Poysdorf und Mistelbach haben auch ein eigenes ausgeschildertes bzw. markiertes Wanderwegenetz. Beim Poysdorfer Badeteich darf der Hund nicht mitgenommen werden.

Einkehrmöglichkeiten:
Hunger und Durst können in Falkenstein (Gasthäuser und Heurigen), Poysdorf (Gasthäuser und Heurigen), bei den Selbstbedienungskellern in Fuchsenbergen und der Kellergasse Bunte Schnellern in Kleinhadersdorf (nur Getränke), beim Jagapoidl im Mistelbacher Wald (an Wochenenden in der Saison, nur Imbisse und Getränke), bei der Waldschenke und diversen Gasthäusern und Heurigen in Mistelbach (z. B. unweit der Grünen Straße) gestillt werden.

Attraktionen am Weg:
Kirche, Ruine und Kellergasse in Falkenstein.
Golfplatz, Kellergassen und Badeteich in Poysdorf, Weinstadtmuseum.
Wallfahrtskirche Maria Bründl in Kleinhadersdorf.
Museumszentrum Mistelbach mit Hermann-Nitsch-Museum, Kirche mit romanischem Karner, Barnabitenkolleg.

Anreise:
Wer zur Etappe mit öffentlichen Verkehrsmitteln an- bzw. abreisen will, muss die Busfahrpläne der Linie Mistelbach - Poysdorf - Falkenstein sehr gut studieren. Poysdorf ist noch relativ gut angebunden, während nach Falkenstein nur wenige Kurse verkehren. Von Wien aus bestehen nach Mistelbach gute Verbindungen mit der S-Bahn.
Zur Fahrplanauskunft der ÖBB (http://fahrplan.oebb.at/bin/query.exe/dn?L=vs_addr)
Als Autofahrer ist man, wenn man nur diese Etappe absolvieren will, ebenfalls auf Öffis angewiesen, es sei denn, man ist mit 2 Autos unterwegs.
Mistelbach liegt zentral im östlichen Weinviertel am Kreuzungspunkt von B 40 und B 46, von Wien am leichtesten über die A 5 zu erreichen. Poysdorf und Falkenstein erreicht man, wenn man nach der A 5 auf der B 7 weiterfährt. Parkmöglichkeiten gibt es in allen Orten im Zentrum (Kurzparkzonen in Mistelbach und Poysdorf). Unterwegs kann man den fahrbaren Untersatz beim Badeteich Poysdorf, beim Jagapoidl im Mistelbacher Wald und bei der Martinsklause stehen lassen.

Links:
Gemeinde Falkenstein (http://www.falkenstein.gv.at)
Stadtgemeinde Poysdorf (http://www.poysdorf.at/)
Golfclub Veltlinerland Poysdorf (http://www.golf-veltlinerland.com/)
Stadtgemeinde Mistelbach (http://www.mistelbach.at/)
Museumszentrum Mistelbach (http://www.mzmistelbach.at)
Waldgasthof Martinsklause (http://www.martinsklause.at/)
Jakobsweg Weinviertel (http://www.jakobsweg-weinviertel.at/)

Allgemeine Hinweise zu Wanderrouten (http://weinviertel.net/showthread.php?t=275)

(WB100430)

Magda
13.05.2011, 17:59
Bezüglich Forsthaus (Jagapoidl) gibt es in
der Zwischenzeit eine kleine Änderung:

3076

lg
Magda

becca
07.06.2011, 14:17
Toller Beitrag :)
gefällt mir!
Wir werden über Pfingsten im Weinviertel einen Wanderurlaub machen und auch ein Abstecher nach Mistelbach ist geplant.
Werde mir diese tollen Tipps und anregungen auf jeden Fall zu herzen nehmen und in die Planung einfließen lassen!
Danke!