Wolfgang B
06.05.2010, 19:17
Der Jakobsweg gehört zu den drei großen Pilgerrouten der katholischen Kirche. Ziel dieser Pilgerfahrt ist das Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela. Quer durch ganz Europa führten schon im Mittelalter Pilgerwege zu diesem Ziel.
Auch durch das Weinviertel führte eine mittelalterliche Route. Zu Ostern 2010 wurde der Weinviertler Jakobsweg neu eröffnet. Die Streckenführung wurde an heutige Wanderwege angepasst, im Sinne des Weges wurden jedoch Gotteshäuser und Wallfahrtsorte in die Wegführung einbezogen. Wallfahrtskirchen sowie Kirchen, die dem Hl. Jakobus geweiht sind, bilden Höhepunkte des 162 km langen Weges durch das Weinviertel. Der Weinviertler Jakobsweg kann in 6 – 7 Tagen begangen werden. Die hier vorgenommene Wegeinteilung ist allerdings kein offizieller Vorschlag, kann jedoch als Anhaltspunkt über die einzelnen Etappen gesehen werden.
Die erste Etappe von Mikulov nach Falkenstein:
Ausgangsort des Jakobsweges Weinviertel ist die Stadt Mikulov (Nikolsburg) an der tschechisch-österreichischen Grenze. Dominante Sehenswürdigkeiten der südmährischen Stadt sind das Schloss Dietrichstein und der Svatý kopeček (Heilige Berg).
Der Heilige Berg ist auch Startpunkt des 1. Abschnittes unserer Wanderung. Am höchsten Punkt des 363 m hohen Heiligen Berges steht eine Kapelle, die dem Hl. Sebastian geweiht ist. Gleich daneben befindet sich ein freistehender Glockenturm.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1517 (http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1517)
Von der Gipfelfläche bietet sich dem Wanderer ein schöner Rundblick. Schon hier erhält man einen Überblick über die Streckenführung unserer Wanderung. Wir erkennen Drasenhofen, den Kreuzberg von Kleinschweinbarth und die Ruine Falkenstein. Vor uns im Blickfeld liegt Mikulov mit dem markanten Schloss.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1518
Bemerkenswert ist auch die Flora.
Zum Berichtszeitpunkt war der tschechische Abschnitt des Jakobsweges Weinviertel noch nicht mit den sonst am Weg üblichen Wegweisern ausgeschildert. Zu Beginn folgen wir den blauen Wegzeichen, die uns entlang des Kreuzweges mit den Kapellen nach Mikulov bringen. An der Koněvova halten wir uns kurz links und biegen dann in die Svobody ein. An der nächsten großen Straßenkreuzung haben wir die Möglichkeit, rechts in das Stadtzentrum zu gelangen. Wir aber folgen der blauen Markierung Richtung Bahnhof (ŽST) durch die Piaristů. Vorbei geht es an einer Bushaltestelle, dann sehen wir vor uns einen Billa-Supermarkt, der bereits an der Hauptstraße (28. října) liegt. Es folgt nun – unmarkiert – ein unschöner Marsch an der dicht befahrenen „Brünnerstraße“. Zum Glück kann man stellenweise hinter die Leitplanken ausweichen, einen offiziellen Weg gibt es aber hier nicht. Zumindest einen schönen Blick zurück auf Mikulov können wir werfen.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1519
Wir passieren die mittlerweile unbesetzte tschechische Grenzkontrollstelle. Die Brücke über den Niklasgraben bringt uns nach Österreich. Sie wird auch „Silvesterbrücke“ genannt. 1989 feierten hier die Bewohner von Mikulov und Drasenhofen nach der Öffnung des Eisernen Vorhanges erstmals gemeinsam den Jahreswechsel.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1520
Auch die österreichische Grenzkontrollstelle ist verwaist.
Gleich danach sehen wir den ersten Wegweiser des Jakobsweges, der unsere Schritte weg vom Autoverkehr auf eine Begleitstraße der Brünnerstraße lenkt. So sind wir wenigstens von den Gefahren des Autoverkehrs geschützt. Mit Ausblicken Richtung Südmährerkreuz und Rückblicken auf Mikulov marschieren wir Richtung Drasenhofen. Eine Lichtsäule aus dem Jahr 1669 weist auf die Bedeutung dieses alten Handelsweges hin.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1521
Am Ortsanfang von Drasenhofen informieren uns am Schatzkeller einige Schautafeln über den Ort. Der Weg führt nun in die Kellergasse „Kaiserstraße“. Die vorzüglich hergerichteten Keller dieser schmalen Gasse sind den ehemaligen Einkehrgasthäusern und Versorgungsstationen an der alten Kaiserstraße Wien – Brünn gewidmet.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1522
Weiter geht es zum Hauptplatz, dann noch kurz bergauf. Dort sehen wir links die Kirche von Drasenhofen, die dem Hl. Vitus geweiht ist.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1523
Der Pilger wird den kurzen Abstecher machen und einen kurzen Blick in das Innere der Kirche werfen.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1524
Wir kehren zurück, queren die Brünnerstraße und nähern uns dem Friedhof von Drasenhofen. Hier sehen wir eine Gedenkstätte und ein Massengrab des Brünner Todesmarsches 1945. Damals wurde die deutschstämmige Bevölkerung durch die Tschechen aus dem Südmährischen Raum vertrieben, viele überlebten den Marsch nicht.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1525
Wir gehen nun rechts am Friedhof vorbei, passieren das Lagerhaus und verlassen das Ortsgebiet von Drasenhofen. Ein asphaltierter Güterweg bringt uns durch die Felder, später am Waldrand entlang, Richtung Kleinschweinbarth. Rechts sehen wir eine Erhebung mit einem Kreuz, der Schweinbarther Berg mit dem Südmährerkreuz.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1526
Dieses ist eine Gedenkstätte für die zahlreichen Heimatvertriebenen aus dem südmährischen Raum. Mehrere Gedenksteine dokumentieren das Ausmaß der Vertreibungen nach dem Krieg. Ein Abstecher – etwa ½ Stunde – zu dieser Kuppe lohnt sich auch wegen des schönen Ausblickes auf Mikulov und den Heiligen Berg. An der beschilderten Wegkreuzung halten wir uns links und erreichen wenig später Kleinschweinbarth. Durch die Kellergasse gelangen wir schnell in das Ortszentrum mit der Kirche zu Ehren „Unserer Lieben Frau“.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1527
Ein Blick in das Innere der Kirche.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1528
Eine Einkehrmöglichkeit am Weg bietet das Gasthaus Dreiländereckwirt. In südlicher Richtung wandern wir aus dem Ort. Kurz nach der Ortstafel zweigen wir links auf einen Güterweg ab. Nochmals ein schöner Rückblick auf Kleinschweinbarth mit dem Fatimaberg, das Südmährerkreuz und auf Mikulov und den Heiligen Berg.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1529
Der Feldweg bringt uns ostwärts in Richtung Stützenhofen. Neben einem Windschutzgürtel geht es dann bergab in den Ort. Hier führt ein Steig hinauf auf den Kalvarienberg mit schönem Blick über den Ort.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1531
Die einzelnen Kreuzwegstationen sind den Gefallenen des 2. Weltkrieges gewidmet. Bemerkenswert ist die hohe Anzahl der Kriegsopfer in Bezug auf die Einwohnerzahl dieses kleinen Ortes.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1530
Entlang des Kreuzweges gelangen wir an den Fuß des Berges und queren die Hauptstraße. An der nächsten Verzweigung können wir einen Abstecher zur Stützenhofner Kirche machen. Sie steht unter dem Patrozinium „Aller Heiligen“.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1532
An der Verzweigung wenden wir uns nach rechts und gelangen ins freie Feld. Der Weg steigt leicht an, später kommen wir entlang eines Windschutzgürtels zur Straße Stützenhofen – Falkenstein. Links geht es nun einige hundert Meter auf der Straße, dann rechts ab auf einen Güterweg, der uns nach Falkenstein bringt. Schautafeln des Weinlehrpfades geben uns Kunde über den Weinbau. Vor uns nun die Ruine Falkenstein und die Kirche.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1533
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1534
An einer Wegkreuzung steht eine überdimensionale Reblaus.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1535
Hier ist ein Abstecher links auf den Kreuzberg zu empfehlen, der einen schönen Blick auf Falkenstein bietet. Der asphaltierte Steig bringt uns nun zur Lourdesgrotte, die alljährlich Ziel von Wallfahrten ist.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1536
Das klare Wasser der Quelle erfrischt den Wanderer. In Falkenstein gibt es den ersten Höhepunkt des Jakobsweges, die dem Hl. Jakobus d. Ä. geweihte Pfarrkirche.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1537
Von hier ist es nicht mehr weit bis zu unserem Etappenziel an der Kellergasse von Falkenstein. Die Heurigen in Falkenstein laden jedenfalls abschließend zu einer Kellerjause ein.
Allgemeines zum Weg:
Zum Zeitpunkt der Begehung war der tschechische Streckenabschnitt noch nicht mit den Jakobswegtafeln gekennzeichnet. Die Wegfindung ist aber, wenn man dem Bericht oben folgt, nicht schwer. Sonst findet man am Weg in ausreichender Zahl Wegweiser und Richtungspfeile mit dem Jakobswegsymbol.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1538
Die Weglänge beträgt ca. 17 km, Gehzeit ca. 4 ½ Stunden. Der Weg ist meist asphaltiert, es finden sich nur wenige Abschnitte mit fußfreundlichem Untergrund. Der Abschnitt Mikulov - Drasenhofen verläuft an der stark befahrenen Brünnerstraße, es ist mit entsprechendem Verkehrslärm zu rechnen.
Familienfreundlichkeit:
Als Streckenwanderung ist diese Tour nur mit gehfreudigem Nachwuchs zu empfehlen. Der lange Streckenabschnitt neben der Brünnerstraße ist mit erhöhter Vorsicht zu absolvieren. Abschnittsweise ist der Jakobsweg durchaus zu empfehlen, z. B. von Mikulov auf den Heiligen Berg und retour, ca. 1 Stunde, ein Kurztrip von Kleinschweinbarth zum Südmährerkreuz, eventuell mit Einbeziehung des Fatimaberges oder eine kurze Rundwanderung in Falkenstein.
Einkehrmöglichkeiten:
Zur Einkehr laden Gasthäuser und Heurigen in Drasenhofen, der Dreiländereckwirt in Kleinschweinbarth (direkt am Weg) oder Gasthäuser und Heurigen in Falkenstein. Vorsicht ist beim Alkoholgenuss angeraten, in der Tschechischen Republik herrscht für Autofahrer striktes Alkoholverbot.
Attraktionen am Weg:
Der Heilige Berg in Mikulov, Stadtzentrum und Schloss Dietrichstein, sowie die Pollauer Berge.
Kellergasse Kaiserstraße in Drasenhofen.
Südmährerkreuz und Fatimaberg in Kleinschweinbarth.
Ruine, Kalvarienberg und Kirche, sowie die Kellergasse Falkenstein.
Anreise:
Öffentliche Verkehrsmittel ist für die Anreise nicht unbedingt zu empfehlen, es gibt keine direkte Verbindung zwischen Ausgangspunkt und Endpunkt. Für den Pilger, der den gesamten Jakobsweg Weinviertel absolviert, bietet sich die Anreise per Bahn über die Nordbahn und Břeclav an. Von/nach Falkenstein gibt es von Mistelbach, bzw. Laa aus eine Buslinie. Auch Drasenhofen, Kleinschweinbarth und Stützenhofen liegen an dieser Linie. Ein genaues Fahrplanstudium der Busse ist jedenfalls unumgänglich, der Fahrplan ist leider sehr dürftig. Zur Fahrplanauskunft der ÖBB (http://fahrplan.oebb.at/bin/query.exe/dn?L=vs_addr)
Wer mit dem PKW anreist, sollte sich über die Rückfahrt Gedanken machen (2. Auto oder Taxi). Die Anreise erfolgt über die A5 und B7 nach Falkenstein und Mikulov. Aus Richtung Westen kommt man über Laa und Neudorf nach Falkenstein. Parkmöglichkeiten in Falkenstein gibt es am Marktplatz. In der Nähe des Ausgangspunktes Heiliger Berg kann man in der unter dem Berg vorbeiführenden Straße Koněvova gebührenfrei stehenbleiben. Im Stadtzentrum von Mikulov gibt es eine gebührenpflichtige Kurzparkzone.
Links:
Deutschsprachige Homepage der Stadt Mikulov (http://www.mikulov.cz/de/)
Gemeinde Drasenhofen (http://www.drasenhofen.at/) (auch Kleinschweinbarth und Stützenhofen)
Ein Bildbericht über das Südmährerkreuz in diesem Forum (http://weinviertel.net/showthread.php?t=528)
Gemeinde Falkenstein (http://www.falkenstein.gv.at/)
Jakobsweg Weinviertel (http://www.jakobsweg-weinviertel.at/)
Allgemeine Hinweise zu Wanderrouten (http://weinviertel.net/showthread.php?t=275)
(WB 100424)
Auch durch das Weinviertel führte eine mittelalterliche Route. Zu Ostern 2010 wurde der Weinviertler Jakobsweg neu eröffnet. Die Streckenführung wurde an heutige Wanderwege angepasst, im Sinne des Weges wurden jedoch Gotteshäuser und Wallfahrtsorte in die Wegführung einbezogen. Wallfahrtskirchen sowie Kirchen, die dem Hl. Jakobus geweiht sind, bilden Höhepunkte des 162 km langen Weges durch das Weinviertel. Der Weinviertler Jakobsweg kann in 6 – 7 Tagen begangen werden. Die hier vorgenommene Wegeinteilung ist allerdings kein offizieller Vorschlag, kann jedoch als Anhaltspunkt über die einzelnen Etappen gesehen werden.
Die erste Etappe von Mikulov nach Falkenstein:
Ausgangsort des Jakobsweges Weinviertel ist die Stadt Mikulov (Nikolsburg) an der tschechisch-österreichischen Grenze. Dominante Sehenswürdigkeiten der südmährischen Stadt sind das Schloss Dietrichstein und der Svatý kopeček (Heilige Berg).
Der Heilige Berg ist auch Startpunkt des 1. Abschnittes unserer Wanderung. Am höchsten Punkt des 363 m hohen Heiligen Berges steht eine Kapelle, die dem Hl. Sebastian geweiht ist. Gleich daneben befindet sich ein freistehender Glockenturm.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1517 (http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1517)
Von der Gipfelfläche bietet sich dem Wanderer ein schöner Rundblick. Schon hier erhält man einen Überblick über die Streckenführung unserer Wanderung. Wir erkennen Drasenhofen, den Kreuzberg von Kleinschweinbarth und die Ruine Falkenstein. Vor uns im Blickfeld liegt Mikulov mit dem markanten Schloss.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1518
Bemerkenswert ist auch die Flora.
Zum Berichtszeitpunkt war der tschechische Abschnitt des Jakobsweges Weinviertel noch nicht mit den sonst am Weg üblichen Wegweisern ausgeschildert. Zu Beginn folgen wir den blauen Wegzeichen, die uns entlang des Kreuzweges mit den Kapellen nach Mikulov bringen. An der Koněvova halten wir uns kurz links und biegen dann in die Svobody ein. An der nächsten großen Straßenkreuzung haben wir die Möglichkeit, rechts in das Stadtzentrum zu gelangen. Wir aber folgen der blauen Markierung Richtung Bahnhof (ŽST) durch die Piaristů. Vorbei geht es an einer Bushaltestelle, dann sehen wir vor uns einen Billa-Supermarkt, der bereits an der Hauptstraße (28. října) liegt. Es folgt nun – unmarkiert – ein unschöner Marsch an der dicht befahrenen „Brünnerstraße“. Zum Glück kann man stellenweise hinter die Leitplanken ausweichen, einen offiziellen Weg gibt es aber hier nicht. Zumindest einen schönen Blick zurück auf Mikulov können wir werfen.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1519
Wir passieren die mittlerweile unbesetzte tschechische Grenzkontrollstelle. Die Brücke über den Niklasgraben bringt uns nach Österreich. Sie wird auch „Silvesterbrücke“ genannt. 1989 feierten hier die Bewohner von Mikulov und Drasenhofen nach der Öffnung des Eisernen Vorhanges erstmals gemeinsam den Jahreswechsel.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1520
Auch die österreichische Grenzkontrollstelle ist verwaist.
Gleich danach sehen wir den ersten Wegweiser des Jakobsweges, der unsere Schritte weg vom Autoverkehr auf eine Begleitstraße der Brünnerstraße lenkt. So sind wir wenigstens von den Gefahren des Autoverkehrs geschützt. Mit Ausblicken Richtung Südmährerkreuz und Rückblicken auf Mikulov marschieren wir Richtung Drasenhofen. Eine Lichtsäule aus dem Jahr 1669 weist auf die Bedeutung dieses alten Handelsweges hin.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1521
Am Ortsanfang von Drasenhofen informieren uns am Schatzkeller einige Schautafeln über den Ort. Der Weg führt nun in die Kellergasse „Kaiserstraße“. Die vorzüglich hergerichteten Keller dieser schmalen Gasse sind den ehemaligen Einkehrgasthäusern und Versorgungsstationen an der alten Kaiserstraße Wien – Brünn gewidmet.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1522
Weiter geht es zum Hauptplatz, dann noch kurz bergauf. Dort sehen wir links die Kirche von Drasenhofen, die dem Hl. Vitus geweiht ist.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1523
Der Pilger wird den kurzen Abstecher machen und einen kurzen Blick in das Innere der Kirche werfen.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1524
Wir kehren zurück, queren die Brünnerstraße und nähern uns dem Friedhof von Drasenhofen. Hier sehen wir eine Gedenkstätte und ein Massengrab des Brünner Todesmarsches 1945. Damals wurde die deutschstämmige Bevölkerung durch die Tschechen aus dem Südmährischen Raum vertrieben, viele überlebten den Marsch nicht.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1525
Wir gehen nun rechts am Friedhof vorbei, passieren das Lagerhaus und verlassen das Ortsgebiet von Drasenhofen. Ein asphaltierter Güterweg bringt uns durch die Felder, später am Waldrand entlang, Richtung Kleinschweinbarth. Rechts sehen wir eine Erhebung mit einem Kreuz, der Schweinbarther Berg mit dem Südmährerkreuz.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1526
Dieses ist eine Gedenkstätte für die zahlreichen Heimatvertriebenen aus dem südmährischen Raum. Mehrere Gedenksteine dokumentieren das Ausmaß der Vertreibungen nach dem Krieg. Ein Abstecher – etwa ½ Stunde – zu dieser Kuppe lohnt sich auch wegen des schönen Ausblickes auf Mikulov und den Heiligen Berg. An der beschilderten Wegkreuzung halten wir uns links und erreichen wenig später Kleinschweinbarth. Durch die Kellergasse gelangen wir schnell in das Ortszentrum mit der Kirche zu Ehren „Unserer Lieben Frau“.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1527
Ein Blick in das Innere der Kirche.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1528
Eine Einkehrmöglichkeit am Weg bietet das Gasthaus Dreiländereckwirt. In südlicher Richtung wandern wir aus dem Ort. Kurz nach der Ortstafel zweigen wir links auf einen Güterweg ab. Nochmals ein schöner Rückblick auf Kleinschweinbarth mit dem Fatimaberg, das Südmährerkreuz und auf Mikulov und den Heiligen Berg.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1529
Der Feldweg bringt uns ostwärts in Richtung Stützenhofen. Neben einem Windschutzgürtel geht es dann bergab in den Ort. Hier führt ein Steig hinauf auf den Kalvarienberg mit schönem Blick über den Ort.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1531
Die einzelnen Kreuzwegstationen sind den Gefallenen des 2. Weltkrieges gewidmet. Bemerkenswert ist die hohe Anzahl der Kriegsopfer in Bezug auf die Einwohnerzahl dieses kleinen Ortes.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1530
Entlang des Kreuzweges gelangen wir an den Fuß des Berges und queren die Hauptstraße. An der nächsten Verzweigung können wir einen Abstecher zur Stützenhofner Kirche machen. Sie steht unter dem Patrozinium „Aller Heiligen“.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1532
An der Verzweigung wenden wir uns nach rechts und gelangen ins freie Feld. Der Weg steigt leicht an, später kommen wir entlang eines Windschutzgürtels zur Straße Stützenhofen – Falkenstein. Links geht es nun einige hundert Meter auf der Straße, dann rechts ab auf einen Güterweg, der uns nach Falkenstein bringt. Schautafeln des Weinlehrpfades geben uns Kunde über den Weinbau. Vor uns nun die Ruine Falkenstein und die Kirche.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1533
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1534
An einer Wegkreuzung steht eine überdimensionale Reblaus.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1535
Hier ist ein Abstecher links auf den Kreuzberg zu empfehlen, der einen schönen Blick auf Falkenstein bietet. Der asphaltierte Steig bringt uns nun zur Lourdesgrotte, die alljährlich Ziel von Wallfahrten ist.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1536
Das klare Wasser der Quelle erfrischt den Wanderer. In Falkenstein gibt es den ersten Höhepunkt des Jakobsweges, die dem Hl. Jakobus d. Ä. geweihte Pfarrkirche.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1537
Von hier ist es nicht mehr weit bis zu unserem Etappenziel an der Kellergasse von Falkenstein. Die Heurigen in Falkenstein laden jedenfalls abschließend zu einer Kellerjause ein.
Allgemeines zum Weg:
Zum Zeitpunkt der Begehung war der tschechische Streckenabschnitt noch nicht mit den Jakobswegtafeln gekennzeichnet. Die Wegfindung ist aber, wenn man dem Bericht oben folgt, nicht schwer. Sonst findet man am Weg in ausreichender Zahl Wegweiser und Richtungspfeile mit dem Jakobswegsymbol.
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=12&pictureid=1538
Die Weglänge beträgt ca. 17 km, Gehzeit ca. 4 ½ Stunden. Der Weg ist meist asphaltiert, es finden sich nur wenige Abschnitte mit fußfreundlichem Untergrund. Der Abschnitt Mikulov - Drasenhofen verläuft an der stark befahrenen Brünnerstraße, es ist mit entsprechendem Verkehrslärm zu rechnen.
Familienfreundlichkeit:
Als Streckenwanderung ist diese Tour nur mit gehfreudigem Nachwuchs zu empfehlen. Der lange Streckenabschnitt neben der Brünnerstraße ist mit erhöhter Vorsicht zu absolvieren. Abschnittsweise ist der Jakobsweg durchaus zu empfehlen, z. B. von Mikulov auf den Heiligen Berg und retour, ca. 1 Stunde, ein Kurztrip von Kleinschweinbarth zum Südmährerkreuz, eventuell mit Einbeziehung des Fatimaberges oder eine kurze Rundwanderung in Falkenstein.
Einkehrmöglichkeiten:
Zur Einkehr laden Gasthäuser und Heurigen in Drasenhofen, der Dreiländereckwirt in Kleinschweinbarth (direkt am Weg) oder Gasthäuser und Heurigen in Falkenstein. Vorsicht ist beim Alkoholgenuss angeraten, in der Tschechischen Republik herrscht für Autofahrer striktes Alkoholverbot.
Attraktionen am Weg:
Der Heilige Berg in Mikulov, Stadtzentrum und Schloss Dietrichstein, sowie die Pollauer Berge.
Kellergasse Kaiserstraße in Drasenhofen.
Südmährerkreuz und Fatimaberg in Kleinschweinbarth.
Ruine, Kalvarienberg und Kirche, sowie die Kellergasse Falkenstein.
Anreise:
Öffentliche Verkehrsmittel ist für die Anreise nicht unbedingt zu empfehlen, es gibt keine direkte Verbindung zwischen Ausgangspunkt und Endpunkt. Für den Pilger, der den gesamten Jakobsweg Weinviertel absolviert, bietet sich die Anreise per Bahn über die Nordbahn und Břeclav an. Von/nach Falkenstein gibt es von Mistelbach, bzw. Laa aus eine Buslinie. Auch Drasenhofen, Kleinschweinbarth und Stützenhofen liegen an dieser Linie. Ein genaues Fahrplanstudium der Busse ist jedenfalls unumgänglich, der Fahrplan ist leider sehr dürftig. Zur Fahrplanauskunft der ÖBB (http://fahrplan.oebb.at/bin/query.exe/dn?L=vs_addr)
Wer mit dem PKW anreist, sollte sich über die Rückfahrt Gedanken machen (2. Auto oder Taxi). Die Anreise erfolgt über die A5 und B7 nach Falkenstein und Mikulov. Aus Richtung Westen kommt man über Laa und Neudorf nach Falkenstein. Parkmöglichkeiten in Falkenstein gibt es am Marktplatz. In der Nähe des Ausgangspunktes Heiliger Berg kann man in der unter dem Berg vorbeiführenden Straße Koněvova gebührenfrei stehenbleiben. Im Stadtzentrum von Mikulov gibt es eine gebührenpflichtige Kurzparkzone.
Links:
Deutschsprachige Homepage der Stadt Mikulov (http://www.mikulov.cz/de/)
Gemeinde Drasenhofen (http://www.drasenhofen.at/) (auch Kleinschweinbarth und Stützenhofen)
Ein Bildbericht über das Südmährerkreuz in diesem Forum (http://weinviertel.net/showthread.php?t=528)
Gemeinde Falkenstein (http://www.falkenstein.gv.at/)
Jakobsweg Weinviertel (http://www.jakobsweg-weinviertel.at/)
Allgemeine Hinweise zu Wanderrouten (http://weinviertel.net/showthread.php?t=275)
(WB 100424)