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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Du schwoaza Bruada"


DJFrrrritz
20.04.2010, 18:55
“Du schwoaza Bruada!”
Seit Menschengedenken ist mein geliebtes Hohenau in zwei politische Lager geteilt:: (Neuerdings auch in 3 oder 4).
“Schwarz” in der Minderheit, mit dem kulturellen und gesellschaftlichen Zentrum im Pfarrheim. “Rot”, die herrschende Übermacht, mit dem Mittelpunkt im früheren “Arbeiterheim” - heute im “Atrium”, welches allerdings als Restaurant und Veranstaltungszentrum für alle Mitbürger offen und zugänglich ist.
Ich, Friedrich August Potmesil, (Gründer der “RED DEVILS”) oder der “Potmjeschil”, wie mich noch immer, vor allem ältere Mitbewohner, nennen, war ausgerechnet als Sohn aus erzkonservativ, schwarzem Haus mit meiner Band “RED DEVILS” (Die roten Teufel) am roten Arbeiterball engagiert! (Damals ein gut besuchter, hervorragend organisierter Ball, mit Riesentombola, großartiger Stimmung - ein Ereignis, auf das die Veranstalter stolz sein konnten.)
Heute? Von 14 Bällen ist einer übriggeblieben !!
Die Begrüßung durch den Obmann - der erste Höhepunkt der Veranstaltung -entbehrte nicht einer gewissen Komik. Als es zur Vorstellung und Begrüßung der Hauptakteure des Abends kam, wollte dem wackeren Parteiobmann, der englischen Sprache nicht mächtig, partout der Name “RED DEVILS” nicht und nicht über die Lippen kommen. Nach einigen vergeblichen Anläufen trompetete der Obmann , unter dem Gelächter des gesamten Auditoriums, mit leicht “behmischem” Einschlag in den Saal:
“ Ach was! Heite spielt für sie der “Potmjeschil!!”
Der Abend verlief trotz allem prächtig, bis ich mich in einer kleinen Pause auf die Toilette begab. Ich stellte mich an die schwarz geteerte Wand - Muscheln gab es damals noch keine - und begann mit meiner Verrichtung. Der neben mir stehende, leicht schwankende Herr hatte mich sofort erkannt. Ein Zucken ging durch sein vom Alkohol gezeichnetes Gesicht und indem er sich leicht zu mir drehte, ohne seine Tätigkeit zu stoppen, pinkelte er mir seelenruhig, fast mit Genuss, auf meine neuen, sündteuren Lackschuhe, mit der zwischen den Zähnen hervorgepressten Bemerkung:(im wahrsten Sinne des damals üblichen Kastenwesens - ein Hauch von “Don Camillo und Peppone” lag über der Szene)
“Du schwoaza Bruada!!”