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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Wunsch nach dem eigenen Osterhäschen ...



*NiMi*
19.03.2008, 15:48
Gerade in der Osterzeit taucht bei vielen TierfreundInnen, nicht nur bei Kindern, der Wunsch nach einem eigenen „Osterhäschen" auf. So wird oft schnell und unüberlegt ein Tier eingekauft oder sogar verschenkt. Dabei wird selten bedacht, dass Kaninchen zwar sehr putzig und niedlich wirken, aber keineswegs ganz pflegeleichte Haustiere sind.
Das Hauskaninchen stammt vom Europäischen Wildkaninchen ab, das in ganz Europa in unterirdisch weit verzweigten Erdbauten lebt. Wildkaninchen leben gesellig in Kolonien mit ausgeprägter Rangordnung. Für die Heimtierhaltung bedeutet das, dass Sie zumindest zwei Kaninchen halten müssen, um ihnen ein Sozialleben zu ermöglichen, dass Sie diesen beiden Tieren aber auch genügend Platz bieten müssen. Am besten vertragen sich zwei Wurfgeschwister. Junge Kaninchen sollten erst ab einem Alter von 8 Wochen von ihrer Mutter getrennt werden. Die Kastration der Männchen verhindert unerwünschten Nachwuchs.
Meerschweinchen oder andere Nager sind übrigens keine geeigneten Lebenspartner für ein Kaninchen.

In der Wohnung benötigt der Kaninchenkäfig einen ruhigen, natürlich belichteten, zugfreien und geschützten Platz. Bedenken Sie, dass Kaninchen schreckhafte Tiere sind und stellen Sie den Käfig bitte in Tischhöhe auf. Eine Annäherung von oben erinnert die Tiere nämlich an ihre Fressfeinde und sie reagieren daher schnell mit hektischen Fluchtversuchen bei denen sie sich rasch verletzen können.
Kaninchen sind sehr hitzeempfindlich! Eine Aufstellung des Käfigs direkt neben dem Heizkörper oder gar in direkter Sonneneinstrahlung sollten Sie daher unbedingt vermeiden.

Wer Kaninchen kennt, weiß, dass sie sich gerne bewegen, springen und herumhoppeln. Schon im Käfig sollten zwei bis drei Hoppelsprünge möglich sein, daher sollte dieser mindestens 100 x 60 cm groß sein. Das ist aber bei weitem nicht ausreichend! Die bewegungsfreudigen Tiere brauchen täglich mindestens zwei Stunden Auslauf um ihr Bewegungsbedürfnis zu befriedigen. Ansonsten können Verhaltensstörungen die Folge sein. Beim Auslauf in der Wohnung müssen Sie beachten, dass Kaninchen gerne Dinge anknabbern. Schützen Sie daher bitte Ihr Kaninchen vor Giftpflanzen, Stromkabeln und anderen Gefahrenquellen. Beim Auslauf im Freien sollten Sie einen Pferch, z.B. aus engem Maschendraht, bauen. Dieser bewahrt Ihre Kaninchen vor möglichen Feinden wie Fuchs und Marder und verhindert das „Ausbrechen" ihrer Kaninchen. Denken Sie daran, dass Kaninchen exzellent graben - der Auslauf muss daher auch nach unten ausbruchssicher sein!
Beachten Sie bitte auch, dass eine ganzjährige Haltung im Freien nur bei besonderen Voraussetzungen möglich ist, die ein kleiner Käfig nicht bieten kann! Für eine gute Wärmeregulierung brauchen Kaninchen bei tiefen Temperaturen viel Platz für Bewegung und eine wärmegedämmte Rückzugsmöglichkeit.

Als Einstreu für den Käfig verwenden Sie am besten Hobelspäne mit einer Lage Stroh und Heu. Kaninchen sind sehr reinliche Tiere und benützen nur die Ecken zum Kot- und Harnabsetzen, der Rest des Käfigs bleibt so meist sauber. Der Käfig sollte mindestens einmal pro Woche gereinigt und die Einstreu gewechselt werden.
Als Einrichtung sollten Unterschlupfmöglichkeiten als Ersatz für die natürlichen Höhlen vorhanden sein (auch draußen im Auslauf), am besten dafür geeignet sind Holzhäuschen mit flachem Dach. Kaninchen lieben es nämlich, auch einmal etwas höher zu ruhen. Besonders luxuriös ausgestattete Käfige sind überhaupt in zwei Ebenen eingerichtet, die über schräge Holzrampen verbunden sind.


Als Futter dient in erster Linie Heu, denn Kaninchen brauchen viel Rohfaser für ihre Verdauung. Zusätzlich bieten Sie Ihren Tieren Frischfutter (Karotten, Obst, Löwenzahnblätter, etc.) und Kraftfutter an. Vorsicht ist vor allem bei gespritztem Salat und bei Kohlgemüse geboten. Kraftfutter dient nur zur Ergänzung, max. 2 Esslöffel Körnerfutter pro Kilogramm Körpergewicht am Tag sind ausreichend. Eine übermäßige Zufuhr von Körnerfutter macht ihr Kaninchen zu dick und verkürzt seine Lebensdauer!
Zum Ausleben das Nagetriebs und zur Abnützung der ständig nachwachsenden Zähne sind Äste von Obstbäumen, Weide oder Hasel ideal, notfalls kann auch altes, hartes Brot gegeben werden, aber dieses muss unbedingt frei von Schimmel sein.
Wasser bietet man täglich frisch, am besten in Trinkflaschen, an; andere Behälter werden leicht durch ungestüme Hoppelsprünge gekippt und verschmutzen außerdem rasch.

Abschließend einige Worte zum Umgang mit Kaninchen: Kaninchen sind, wie bereits erwähnt, schreckhafte Tiere. Im Umgang mit ihnen benötigt der Kaninchenbesitzer viel Geduld und Einfühlungsvermögen. Auf hektische Bewegungen und eine laute Umgebung reagieren die Langohren verschreckt. Sie sind daher keine optimalen Haustiere für kleinere Kinder. Auch größere Kinder sollten den behutsamen Umgang mit ihren neuen Hausgenossen unter Anleitung von Erwachsenen lernen. Ein häufiger, für die Kaninchen aber fataler Fehler ist es zum Beispiel, die Tiere an den Ohren hochzuheben!

Zur verantwortungsvollen Kaninchenhaltung gehört auch die regelmäßige Gesundheitskontrolle, besonders der Zähne. Diese können bei mangelnder Abnützung bei fehlendem Nagematerial zu lange werden und letztlich schwer wiegende Verdauungsstörungen zur Folge haben.

Dies alles sollten Sie vor der Anschaffung von Kaninchen bedenken, vor allem ehe Sie ein Tier verschenken. Kaninchen können bei guter Pflege bis zu zehn Jahre alt werden. Der Halter übernimmt also für lange Zeit die Verantwortung für diese liebenswerten Tiere.
Bei einem wohlüberlegtem Kauf bereiten diese Tiere Ihren Besitzern sicher ein Tierleben lang Freude! Spontankäufe enden dagegen oft sehr unglücklich, so landeten letztes Jahr ca. 250 Kaninchen im Wiener Tierschutzhaus.

Quelle: Tierschutz in Wien

Predator88
19.03.2008, 22:05
Altklug an:

Ich möchte auch hierzu etwas beitrage:

Ich habe auch einmal ein Kaninchen gehabt, leider war es von Geburt an krank und hatte einen Herzfehler, an diesem es auch starb :(

Trotzdem hatten wir viel Spaß und Freude mit dem Kaninchen, auch wenn es nicht lange ein Mitglied der Familie war.

Meine Erfahrung dazu:

Wenn man einen Hasen möchte, sollte man mindestens 2 Tiere kaufen, wenn möglich Geschwister oder aus der selben Tierhandlung /Züchter, da sich die Tiere bereits kennen. Denn der Mensch kann niemals einen Artgenossen dieser sensiblen Tiere ersetzen.

Hierzu sollte aber beachtet werden, dass die Meinung, ein Kaninchen und ein Meerschweinchen zu halten, völliger Unsinn ist, da sich die Tiere nicht "verstehen" sprich kommunizieren können.

Die Hasen sollten nach dem Kauf umgehendst geeimpft werden. Wenn man Hasen in der Wohnung hält, sollte ein großer Käfig, noch besser ein Eigenbau angeschafft bzw. hergestellt werden, wo die Tiere problemlos herumlaufen können. Wenn die Hasen in der Wohnung herumlaufen, sollte man ein Auge auf Sie haben, denn Sie nagen an allem, auch an Stromkabeln was tödlich enden kann.

Man kann Kaninchen auch dazu trainieren in ein Katzenklo zu gehen und dort ihr Geschäft zu verrichten. (Selbst erlebt !!!). Die Tiere lernen schnell, nur muss man sich die Zeit nehmen, sich mit ihnen zu beschäftigen.

Im Sommer kann man die Hasen auch im Garten in einem geschützten "Gehege" laufen lassen. Hierbei sollte immer frisches Wasser, ein Unterschlupf bereit sein und wenn möglich sollten Sie nicht in der prallen Sonne stehen.

Zum Streicheln:

Ist so genauso wie bei einer Katze, wenn das Kaninchen nicht will, will es eben nicht. Wenn man dies gegen den Willen des Tiere macht, wird es die Hand mit der Zeit als Feind betrachen und zubeißen.

Fazit:

Kaninchen, aber auch andere Heimtiere, sind für Kinder unter 15 Jahren nicht geeigent, das ist Tatsache. Ein 7-10 Jähriges Kind sieht in dem Kaninchen nur ein Schmusetier, versteht jedoch die tieferen Bedürfnisse des Tieres nicht.

Altklug aus