Grizzly
03.02.2010, 16:00
„Sollen Grenzkontrollen wieder eingeführt werden?“ fragt das heute erschienene Bezirksblatt Mistelbach. Erschreckenderweise antworten sechs von sechs Befragten zwischen Staatz, Niederleis und Kreuzstetten mit einem Ja. Nun ist das Forum nicht dazu da, um auf das Bezirksblatt zu reagieren, eher schon dazu, um zu sich abzeichnenden Strömungen in unserer Gesellschaft Stellung zu nehmen.
Ich bezweifle die Repräsentativität dieser „Umfrage“ und halte die Veröffentlichung für tendenziös bis gefährlich, weil sie eine Stimmung erzeugt, die wir hoffentlich alle miteinander nicht wollen: die Angst vor Ausländern, vor dem Fremden. (Eine Umfrage in unserem Forum wäre wahrscheinlich deutlich repräsentativer!) Anderseits muss man die Sicherheitsbedürfnisse respektieren bzw. die Gefühle vieler Menschen, mit ihren Ängsten allein gelassen zu werden.
Aber: Hat es etwa zur Zeit der Grenzkontrollen keine Einbrüche im Bezirk gegeben? Begehen etwa nur Nicht-Österreicher Straftaten?
Mich erschüttern die Antworten allesamt. Besonders „gefallen“ mir die, die nur an den „Ostgrenzen“ wieder kontrollieren wollen. Meinen sie tatsächlich nur die Grenze zur Slowakei? Nur die liegt geografisch ostwärts der Bezirke Mistelbach und Gänserndorf. Solange aber z. B. Tschechien im Osten gesehen und „Osten“ mit „unzivilisiert“ oder „kriminell“ gleichgesetzt wird, wird’s tatsächlich "kriminell".
Österreich ist EU-Mitglied, ebenso wie Tschechien und die Slowakei! Es gibt keine „guten“, „weniger guten“ oder gar „schlechten“ EU-Mitgliedsländer. Es gibt nur leider hier wie dort schlechte Menschen. Ich würde mich schön bedanken, wenn man bei meinen Besuchen in Tschechien die Polizei rufen würde, nur weil da ein Österreicher daher kommt.
Was hindert die Menschen in Stadt und Land daran, statt hysterischer Fremdenfeindlichkeit, ihre ganz persönliche Wachsamkeit wieder zu aktivieren, auch beim Nachbarn einmal nachzuschauen, ob alles in Ordnung ist, sich selbst besser zu schützen und bei Verdacht den Polizeinotruf zu betätigen. Zusperren? Ja, aber bitte nicht wieder die Grenzen, sondern besser das eigene Haus!
Übrigens: Auch mein Auto wurde schon aufgebrochen. Unmittelbar vor der Haustür. Ein Anruf bei der Polizei und kurz danach war ein Polizeibeamter zur Stelle und hat den Wagen professionell auf Täterspuren untersucht. Der Täter wurde verhaftet und verurteilt. Basta. Im Übrigen bringt die unregelmäßige Polizeipräsenz in Erdberg nicht nur Schutz vor Rasern sondern stärkt auch allgemein das Sicherheitsbedürfnis im Ort. (griz-)
Ich bezweifle die Repräsentativität dieser „Umfrage“ und halte die Veröffentlichung für tendenziös bis gefährlich, weil sie eine Stimmung erzeugt, die wir hoffentlich alle miteinander nicht wollen: die Angst vor Ausländern, vor dem Fremden. (Eine Umfrage in unserem Forum wäre wahrscheinlich deutlich repräsentativer!) Anderseits muss man die Sicherheitsbedürfnisse respektieren bzw. die Gefühle vieler Menschen, mit ihren Ängsten allein gelassen zu werden.
Aber: Hat es etwa zur Zeit der Grenzkontrollen keine Einbrüche im Bezirk gegeben? Begehen etwa nur Nicht-Österreicher Straftaten?
Mich erschüttern die Antworten allesamt. Besonders „gefallen“ mir die, die nur an den „Ostgrenzen“ wieder kontrollieren wollen. Meinen sie tatsächlich nur die Grenze zur Slowakei? Nur die liegt geografisch ostwärts der Bezirke Mistelbach und Gänserndorf. Solange aber z. B. Tschechien im Osten gesehen und „Osten“ mit „unzivilisiert“ oder „kriminell“ gleichgesetzt wird, wird’s tatsächlich "kriminell".
Österreich ist EU-Mitglied, ebenso wie Tschechien und die Slowakei! Es gibt keine „guten“, „weniger guten“ oder gar „schlechten“ EU-Mitgliedsländer. Es gibt nur leider hier wie dort schlechte Menschen. Ich würde mich schön bedanken, wenn man bei meinen Besuchen in Tschechien die Polizei rufen würde, nur weil da ein Österreicher daher kommt.
Was hindert die Menschen in Stadt und Land daran, statt hysterischer Fremdenfeindlichkeit, ihre ganz persönliche Wachsamkeit wieder zu aktivieren, auch beim Nachbarn einmal nachzuschauen, ob alles in Ordnung ist, sich selbst besser zu schützen und bei Verdacht den Polizeinotruf zu betätigen. Zusperren? Ja, aber bitte nicht wieder die Grenzen, sondern besser das eigene Haus!
Übrigens: Auch mein Auto wurde schon aufgebrochen. Unmittelbar vor der Haustür. Ein Anruf bei der Polizei und kurz danach war ein Polizeibeamter zur Stelle und hat den Wagen professionell auf Täterspuren untersucht. Der Täter wurde verhaftet und verurteilt. Basta. Im Übrigen bringt die unregelmäßige Polizeipräsenz in Erdberg nicht nur Schutz vor Rasern sondern stärkt auch allgemein das Sicherheitsbedürfnis im Ort. (griz-)