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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Söhne und Töchter des Weinviertels – Anton Haizinger, Wilfersdorf



Grizzly
06.12.2009, 01:15
Es kommt verhältnismäßig selten vor, dass eine Straße einer deutschen Stadt nach einem Weinviertler genannt wird. In Karlsruhe ist das der Fall. Dort ist die Haizingerstraße dem einstmals europaweit berühmten Tenor Anton Haizinger aus Wilfersdorf und seiner Frau Amalie gewidmet.

Anton Haizinger, mitunter auch Haitzinger geschrieben, wurde am 14. März 1796 in Wilfersdorf geboren. Seine ersten musikalischen Gesangs- und Klavierstunden gab ihm sein Vater, ein Lehrer. Auch er selbst wollte die pädagogische Laufbahn einschlagen, fiel aber schon früh durch seine herausragende Stimme auf und erhielt schließlich musikalischen Unterricht von seinerzeitigen Größen wie Joseph Mozzatti und Antonio Salieri.

Einige erfolgreiche Auftritte als Amateur später entdeckte ihn Graf Pálffy, der damalige Direktor des Theaters an der Wien, und engagierte ihn 1821 als Tenor für sein Haus. Schon bei seinem ersten Auftritt sorgte er dort mit seiner Stimme in der Partie des Giannetto in Rossinis „Die diebische Elster“ für Furore.

Bis 1826 blieb Haizinger Mitglied des Ensembles des Theaters an der Wien, sang Partien in Opern wie C. M. v. Webers „Euryanthe“, Mozarts „Don Giovanni“ und Beethovens „Fidelio“. Nach Gastspielen in Paris, Prag und Preßburg und verschiedenen deutschen Städten landete er schließlich in Karlsruhe, wo er auch seine Gattin, die Schauspielerin Amalie Neumann, ehelichte und einen lebenslangen Vertrag als großherzoglich-badischer Kammersänger erhielt.

Es folgten Auftritte in London und St. Petersburg. Die klangvolle Schönheit seiner umfangreichen Stimme und seine reichhaltige Technik ließen ihn bald zu einem der besten Tenöre Europas aufsteigen. Besonders die Interpretation italienischer Musik machte ihn berühmt.

Haizinger kehrte später nach Wien zurück, nachdem er in Karlsruhe seine Karriere beendet hatte, und wurde ein begehrter Sänger von Balladen Franz Schuberts. Sein Sohn Anton, von Berufs wegen k. u. k. Feldmarschall-Leutnant (1827 – 1891), war es schließlich, der ihm als Schubert-Interpret alsbald den Rang ablief.

Anton Haizinger starb am 31. Dezember 1869. Über den Todesort gibt es widersprüchliche Angaben. Einige Quellen sprechen von Karlsruhe, andere von Wien.

Eine Gasse einer Wilfersdorfer Siedlung hätte 2006 nach dem berühmten Tenor benannt werden sollen. Der Gemeinderat entschied sich jedoch für die Bezeichnung „Satzergraben“. Die Haizingerstraße in Karlsruhe ist sowohl Anton Haizinger als auch seiner Frau Amalie gewidmet. Die Haizingergasse in Wien-Währing ist nach Amalie Haizinger benannt. (griz-)

http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=121&pictureid=1177&thumb=1 (http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=121&pictureid=1177) http://www.weinviertel.net/picture.php?pictureid=1176&albumid=121&dl=1260054002&thumb=1 (http://www.weinviertel.net/album.php?albumid=121&pictureid=1176)

Quellen: H. P. Clive, Schubert and His World: A Biographical Dictionary; Gemeinderat Wilfersdorf Niederschriften; F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; Karlsruhe Stadtwiki; www.biographien.ac.at (http://www.biographien.ac.at)