Grizzly
18.11.2009, 01:02
HOHENAU, MORAVSKÝ SVÄTY JÁN.- Zu einer würdigen und teilweise bewegenden Feier geriet die Eröffnung der Ausstellung „20 rokov po – 20 Jahre danach“ der beiden Nachbarorte Hohenau und Moravský Sväty Ján am 17. November 2009 im Kulturhaus der slowakischen Gemeinde. Die Ausstellung dokumentiert anhand von Exponaten und zahlreichen Fotos aus dem Jahr 1989 und der Zeit danach das schrittweise Zusammenwachsen der beiden Nachbarn.
Bürgermeister Rudolf Freitag und sein slowakischer Kollege Ing. Vladimír Škrabák ließen in ihren Reden die Ereignisse rund um die Grenzöffnung vor 20 Jahren Revue passieren und verwiesen auf die Möglichkeiten des menschlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Austauschs über die Grenze hinweg.
Der frühere Hohenauer Bürgermeister Manfred Gaida und sein slowakischer Amtsbruder von 1989 erzählten anschaulich über die Schwierigkeiten jener Zeit und machten vor allem die Notwendigkeit deutlich, auf die damals schnell wechselnden Ereignisse angemessen zu reagieren. Ein berührendes Zeitzeugnis legte dabei der ehemalige slowakische Bürgermeister ab, der auch seine persönlichen Ängste um die eigene Familie schilderte, wenn es in Verhandlungen mit Militär und Polizei wieder einmal hart auf hart ging.
Altbürgermeister Gaida wies auf die Bedeutung der Brücke über die March seit 2004 hin und ließ auch nicht unerwähnt, dass damals immerhin über 71% der Hohenauer Bürger in einer Befragung den Bau der Brücke befürworteten. Humorvoll, aber auch zum Nachdenken anregend geriet Gaidas Rede, als er aus der Zeit vor der Brücke persönliche Erlebnisse wie etwa eine Überfahrt mit einem Floß schilderte, bei der plötzlich Bürgermeister, sein Vize, der Gemeinderat und der Hohenauer Pfarrer im Wasser gelandet waren.
Trotzdem scheint die Brücke damals wie heute für die slowakische Seite bedeutungsvoller zu sein als für die österreichische. „Bei unseren grenzüberschreitenden Treffen kamen vielleicht hundert Österreicher, aber tausend Slowaken,“ erinnert sich Manfred Gaida.
Darbietungen des Grenzlandchors Hohenau, eines Frauenchors aus Moravský Sväty Ján und einiger junger Musikerinnen umrahmten den Abend stimmungsvoll.
Die Ausstellung ist ab sofort im Kulturhaus von Moravský Sväty Ján zu sehen. Am 4. Dezember übersiedelt sie ins Museum in Hohenau. Am 30. Dezember 2009 soll es dann um 14 Uhr zu einer Neuauflage des historischen Marsches von 1989 an die March kommen. (Griz-)
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=120&pictureid=1145&thumb=1
http://www.weinviertel.net/picture.php?albumid=120&pictureid=1138&thumb=1
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Bürgermeister Rudolf Freitag und sein slowakischer Kollege Ing. Vladimír Škrabák ließen in ihren Reden die Ereignisse rund um die Grenzöffnung vor 20 Jahren Revue passieren und verwiesen auf die Möglichkeiten des menschlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Austauschs über die Grenze hinweg.
Der frühere Hohenauer Bürgermeister Manfred Gaida und sein slowakischer Amtsbruder von 1989 erzählten anschaulich über die Schwierigkeiten jener Zeit und machten vor allem die Notwendigkeit deutlich, auf die damals schnell wechselnden Ereignisse angemessen zu reagieren. Ein berührendes Zeitzeugnis legte dabei der ehemalige slowakische Bürgermeister ab, der auch seine persönlichen Ängste um die eigene Familie schilderte, wenn es in Verhandlungen mit Militär und Polizei wieder einmal hart auf hart ging.
Altbürgermeister Gaida wies auf die Bedeutung der Brücke über die March seit 2004 hin und ließ auch nicht unerwähnt, dass damals immerhin über 71% der Hohenauer Bürger in einer Befragung den Bau der Brücke befürworteten. Humorvoll, aber auch zum Nachdenken anregend geriet Gaidas Rede, als er aus der Zeit vor der Brücke persönliche Erlebnisse wie etwa eine Überfahrt mit einem Floß schilderte, bei der plötzlich Bürgermeister, sein Vize, der Gemeinderat und der Hohenauer Pfarrer im Wasser gelandet waren.
Trotzdem scheint die Brücke damals wie heute für die slowakische Seite bedeutungsvoller zu sein als für die österreichische. „Bei unseren grenzüberschreitenden Treffen kamen vielleicht hundert Österreicher, aber tausend Slowaken,“ erinnert sich Manfred Gaida.
Darbietungen des Grenzlandchors Hohenau, eines Frauenchors aus Moravský Sväty Ján und einiger junger Musikerinnen umrahmten den Abend stimmungsvoll.
Die Ausstellung ist ab sofort im Kulturhaus von Moravský Sväty Ján zu sehen. Am 4. Dezember übersiedelt sie ins Museum in Hohenau. Am 30. Dezember 2009 soll es dann um 14 Uhr zu einer Neuauflage des historischen Marsches von 1989 an die March kommen. (Griz-)
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